Selbstzweifel sind ein leidiges Thema für viele, zumal sie die Lebensqualität einschränken können. Wir zeigen dir, wie du sie einfach überwinden kannst.

Im Laufe meines Studiums kam ich vor allem beim Anfertigen von Hausarbeiten immer wieder an den Punkt, an dem ich alles infrage stellte. Mal stellte ich meine Intelligenz infrage. Mal zweifelte ich daran, ob ich diesen Abschluss überhaupt verdiene. Ich zweifelte daran, wie ich es überhaupt so weit bringen konnte. Alles in allem zweifelte ich massiv an mir selbst.
Heute weiß ich: Selbstzweifel können nicht nur ausbremsen, sondern sogar krank machen. Über die Jahre musste ich lernen, mich selbst aus dem Sumpf der Zweifel zu ziehen, wenn ich auch heute noch ab und an mit dem einen Fuß darin stecken bleibe. Was mir dabei besonders geholfen hat, liest du in diesem Artikel.

Du möchtest zu dem Thema lieber etwas auf die Ohren? Im Wein&Weiber Podcast sprechen wir über Selbstzweifel und wie wir sie loswerden.

Eine gesunde Portion Selbstzweifel

Jeder Mensch wird bereits von Selbstzweifeln heimgesucht worden sein. Und das ist grundsätzlich auch gut! Denn das zeigt an, dass man sich und seine Handlungen reflektiert. Vor allem in Krisenzeiten und solchen, die besonders stressig sind, neigen viele Menschen allerdings dazu, ihren Geist auf bestimmte Situationen zu versteifen und sich in Selbstzweifeln zu verlieren, die einmal angefangen in einer negativen Spirale enden können. Zweifelnde Fragen nagen an einem und können einen leicht um den Schlaf bringen:

  • Bin ich gut genug?
  • Kann ich das schaffen?
  • Bin ich intelligent genug?
  • Was denken wohl die anderen über mich?

Damit einhergehen Gefühle von Angst sowie Hilflosigkeit, und häufig haben von Selbstzweifeln gebeutelte Menschen das Gefühl, andere Menschen hätten all diese Zweifel nicht und fühlen sich besonders einsam.

Wie entstehen Selbstzweifel?

Selbstzweifel können bereits in der Kindheit entstehen, wenn man von den Eltern entweder ständig für seine Fehler kritisiert wird oder aber, wenn Kinder mit allen Mitteln versuchen, den hohen Erwartungen der Eltern gerecht zu werden. Schaffen sie das, werden sie mit Liebe belohnt. So werden Kinder konditioniert, stets Höchstleistungen zu erzielen.

Aber auch der Leistungsdruck an Schulen, Universitäten und besonders fordernden Arbeitsplätzen kann Selbstzweifel begünstigen. Insbesondere, wenn alle anderen um einen herum keine Probleme zu haben scheinen und man Räume vermisst, in denen Schwäche gezeigt werden kann, wird das zum Problem.

Frau traurig
Wieso zweifeln wir an uns? Die nachfolgende Auflistung zeigt dir die wichtigsten Ursachen von Selbstzweifeln. Credit: IMAGO / Westend61

Weitere Ursachen von Selbstzweifeln können sein:

  • Traumatische Erfahrungen, die auf das eigene Scheitern bezogen werden
  • Fehlende Wertschätzung von außen (u.a. auch Diskriminierung)
  • Konsum von Massenmedien und sozialen Medien (insbesondere bei Selbstzweifeln, die das Äußere betreffen)
  • Konkurrenzdruck und ständiger Vergleich mit anderen
  • Überforderung
  • Depressionen
  • Ängste (insbesondere Versagensängste)
  • mangelnde Ambiguitätstoleranz (meint: Fähigkeit, Ungewissheit zu ertragen)
  • Mangel an Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, Selbstständigkeit
  • Fehlende Fähigkeit, sich Erfolg einzugestehen (Hochstaplersyndrom)
  • Perfektionismus und zu hohe Erwartungen an sich selbst
  • Stress und unruhige Lebenssituationen
  • Krankheiten und andere körperliche wie mentale Beeinträchtigungen uvm.

Wie wirken sich Selbstzweifel auf den Körper aus?

Die Liste an Ursachen für Selbstzweifel ist schier unendlich. Doch sollte unterschieden werden, ob diese zu gelegentlichen Selbstzweifeln führen oder ob diese dauerhaft auftreten und sogar ein ernsthaftes Leiden nach sich ziehen. Zum einen können sich Selbstzweifel so gravierend auf die Lebensqualität auswirken, aber auch die Gesundheit beeinträchtigen.

So können Selbstzweifel auf Dauer zu Angst- und Panikstörungen führen, Depressionen oder auch Essstörungen begünstigen. Körperlich kann das permanente Zweifeln zu Magenschmerzen, Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Kopfschmerzen und Schlafstörungen führen.

Zuletzt kann sozialer Rückzug damit einhergehen, der aus der Angst der Betroffenen heraus entsteht, sie würden neue Herausforderungen nicht meistern können. Oder weil sie sich in der eigenen Perfektion verlieren, mit der sie ihre Angst vor dem Versagen kompensieren wollen.

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