Sex hat den Menschen schon immer und überall Spaß gemacht. Was im Mittelalter als Unzucht (Sex ohne das Ziel ein Kind zu bekommen) betitelt wurde, ist für uns heute die schönste Nebensache der Welt. Eigentlich hat sich gar nicht viel geändert. Oralsex wurde damals nämlich genauso betrieben wie heute. Nur war Oralverkehr im Mittelalter um einiges ekeliger und bizarrer. Wir zeigen dir, wie das damals ablief.

Wie eklig war Oralverkehr im Mittelalter?

Oralverkehr ist eigentlich nur dann für beide Parteien richtig angenehm, wenn das Geschlecht frisch, lecker und duftend kostet. So empfinde ich das jedenfalls. Da kommt mir natürlich die Frage auf: Wie haben sie das mit den Blowjobs und dem Cunnilingus eigentlich früher gemacht? Im Mittelalter war das Leben noch sehr viel weniger hygienisch und bis zur Barockzeit (17. Jahrhundert) war es den Menschen ein Graus, sich zu waschen oder gar zu baden.

Stattdessen parfümierten sie sich, um den Gestank des eigenen Körpers zu übertünchen. Ein bisschen ekelhaft ist die Vorstellung von Oralsex in dieser Zeit schon. Doch wie ist Oralverkehr im Mittelalter wirklich abgelaufen? wmn weiß Bescheid. Richtige Parfums gab es erst im späten Mittelalter, doch die Menschen begannen bereits vorher, ihren Geruch aufzubessern. Hierfür wurden Duftwasser, wohlriechende Hölzer und Kräuter verwendet.

Mythos über Sex im Mittelalter: Über den Sex im Mittelalter wird meist eher abfällig gesprochen. Man hatte Sex, um sich fortzupflanzen und nicht, um seinem persönlichen Vergnügen nachzugehen. Das war aber definitiv nicht der Fall. Viele lehnten sich gegen die Regeln der Kirche auf und hatten auch dann miteinander Sex, wenn sie es eigentlich nicht durften.

So sieht Oralsex in den Fresken von Pompeji aus. IMAGO / VWPics

Blowjobs im Mittelalter

Die Frage nach dem Oralverkehr im Mittelalter hat sich auch die TikTok-Community gestellt und hat spannende Ergebnisse zu Tage gefördert. Die Content Creatorin Esmé Louise James nimmt uns mit durch die Geschichte des erotischen Zungenspiels auf der Welt.

Beginnen wir in der alten Stadt Pompeji, die heute nur noch als Stadtruine in Süditalien aufzusuchen ist. Die alten Fresken in den Gebäuden zeigen deutlich, dass die Menschen im ersten Jahrhundert nach Christus dem Oralverkehr durchaus nicht abgeneigt waren. Im Gegenteil: Neben dem vaginalen und dem analen Verkehr war das Gang und Gebe bei den alten Römern.

Noch mehr über das ausschweifende Sexleben der Alten Römer findet ihr hier.

Cunnilingus nach den alten Inder:innen. IMAGO / CHROMORANGE

Oralsex im Kamasutra

Wenn wir irgendwo etwas über das Sexleben von damals lernen können, dann ist das wohl im Kamasutra. Dieses Buch ist im dritten Jahrhundert nach Christus entstanden und beschreibt den Sex zwischen Yoni und Lingam (Vagina und Penis), bezieht aber auch alle anderen Formen des Verkehrs mit ein. Cunnilingus und Fellatio haben die indische Bevölkerung schon damals zum Höhepunkt gebracht.

In unserem Podcast „Wein & Weiber“ klären wir euch über die größten Sex-Mythen auf.

Sex im 16. Jahrhundert

Die Menschen hatten in jedem Jahrhundert Sex miteinander und irgendwann begannen sie damit, darüber Literatur zu veröffentlichen. Es gibt zahlreiche Romane aus dem 16. Jahrhundert, in denen es unter anderem um Oralverkehr geht. Um nur einige Beispiele zu nennen.

  • The School of Women von Nocolas Chorier oder auch die sogenannten Hurendialoge
  • Sodom von John Wilmot
  • Die Venus im Kloster
Shakespeare: Können diese Lippen lügen? IMAGO / H. Tschanz-Hofmann

Shakespeare: Liebe und Oralsex

Shakespeare, einer der größten und meistgefeierten Romantiker in der Geschichte der Menschheit hat den Oralsex geliebt. So hört man es jedenfalls aus seinen Schriften heraus. Ein Beispiel aus Venus und Adonis (1593): „Gaze on my lips; and if those hills be dry, stray lower, where the pleasent fountains lie.“ Was bedeutet das im Klartext? Shakespeare spricht hier von Lippen, die es zu küssen gilt. Die Lippen des Mundes scheinen aber zu trocken zu sein, so geht er weiter zu den „unteren Lippen“, den Schamlippen, die „lustvolle Fontänen“ versprühen. Dass Frauen feucht werden, war also schon damals eine wahre Wonne für die Leckenden.

Fazit: Oralverkehr im Mittelalter gab es sehr wohl

Egal, wie ungewaschen und unaufgeklärt die Gesellschaften im Mittelalter und danach noch lange waren: Die Wonnen des Oralverkehrs ließen sie sich nicht nehmen. Klar, dass eher Männer als Frauen das „receiving end“ des Oralverkehrs darstellten. Allerdings können wir auch durch das Kamasutra sehen, dass auch Frauen oral befriedigt wurden.

Ob die Menschen im Mittelalter allerdings die gleichen Kniffe und Stellungen für den Oralsex verwendeten wie wir, können wir nicht wissen. Haben die Menschen im Mittelalter eine Hodenmassage beim Oralverkehr angebracht? Wir können nur mutmaßen.