Bereits 200 oder 300 nach Christus wurde das Kamasutra verfasst. Dabei handelt es sich um das wohl weltweit bekannteste Lehrwerk über Erotik. In sieben Büchern finden sich hier geballtes Wissen rund um das Thema Sexualität und zahlreiche Stellungen. Vor allem Letztere interessieren uns bei wmn besonders. Daher testen wir jede Woche eine andere Sexstellung und berichten offen über unsere Erfahrungen. Diese Woche habe ich getestet, wie vielversprechend die Stellung der Wippe ist. Und das kam dabei raus…

Kennst du schon den Wein & Weiber Podcast vom wmn-Magazin? In dieser Folge sprechen Mona & Lisa bereits das dritte Mal über Sexmythen und klären auf.

Die Sexstellung Wippe in der Theorie

Die Sexstellung der Wippe klingt fast aufregender, als sie aussieht. Auch deswegen habe ich mich diese Woche für sie entscheiden: Ich fühlte mich nach meinen Sexperimenten mit der Froschstellung und der elektrisierenden Rutsche mal wieder nach einer Stellung, die einfach zu bewerkstelligen ist und die entspannte Orgasmen verspricht.

Da kam die Wippe wie gerufen, da sie als besonders G-Punkt-stimulierend beschrieben wird und der Penis hier besonders tief eindringen kann. Der Mann sitzt bei der Wippe entspannt auf seinem Po. Ein Bein ist angewinkelt und eines leicht ausgestreckt, damit er sein Gleichgewicht halten kann. Die Frau setzt sich nun ihm zugewandt auf seinen Schoß und umschlingt ihn mit ihren Armen.

Der Mann kann ihren Po anfassen und so über die Stoßtiefe und den Rhythmus mitbestimmen. Wenngleich diese Sexstellung darauf ausgelegt ist, dass die Frau in erster Linie der aktive Part ist und den Ton angibt.

Bei der Wippe kommen sich beide Partner:innen unglaublich nah: Intimität, Berührungen, Küsse und tiefe Blicke werden besonders groß geschrieben. Man kommt nicht umhin, diese Stellung als sitzenden Kuschelsex zu beschreiben. Doch kann Frau in dieser Position wirklich so entspannt kommen, wie die Theorie es verspricht?

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Die Sexstellung Wippe verspricht kuschelig & orgasmisch zu sein. Stimmt das wirklich? Ich habe es getestet. Credit: Franziska Wolf

Die Sexstellung Wippe in der Praxis

Wie immer warnte ich meinen Partner bereits am Montag vor und erzählte ihm, dass eine sexperience anstünde. Sein verschmitztes Lächeln verriet mir, dass er sich wie immer auf die neue Stellung freute. Sogar so sehr, dass wir sie noch am gleichen Tag ausprobierten…

Nach einem ausgiebigen Vorspiel in der liegenden 69er-Stellung bat ich ihn, sich hinzusetzen. Ein Glück verfügt unser Bett über ein bequemes Kopfteil, an dem er sich gemütlich zurücklehnen konnte. Und auch mir sollte dieses Kopfteil in der Sexstellung der Wippe große Dienste leisten, da ich mich hier festkrallen konnte.

Ich setzte mich also vorsichtig auf seinen Schoß und ließ ihn sanft in mich eindringen. Am tiefstmöglichen Punkt verweilten wir für einen Moment und gaben uns ganz unseren Küssen hin. In der Tat: Die Wippe hält, was sie in Sachen Intimität und Kuschelei verspricht. Ich würde mich gar zu dem Urteil hinreißen lassen, dass ich bisher keine romantischere Stellung ausprobiert habe.

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Die Wippe gehört eindeutig zu den romantischsten Stellungen in meinem Repertoire. Credit: Getty Images/ Marin

„Ich liebe ich nichts mehr als das Gefühl, wenn er tief in mir steckt und mich voll ausfüllt.“

Um das Liebesspiel richtig in Fahrt zu bringen, begann ich nun, mich rhythmisch auf und ab zu bewegen, sodass sein Penis hinaus- und wieder in mich hineingleiten konnte. Jedoch nie zu weit, denn erstens wollte ich ein Abknicken des Penis vermeiden und zweitens liebe ich nichts mehr als das Gefühl, wenn er tief in mir steckt und mich voll ausfüllt.

Als mir nach kurzer Zeit die Beinkraft ausging, übernahm er den aktiven Part. Er packte mich am Hintern und schob mich auf und ab. Ich griff mir parallel mein liebstes Lovetoy und stimulierte meine Klitoris, da mein Partner in dieser Stellung leider keine helfende Hand parat hatte.

Die andere Hand stützte ich derweil am Kopfteil. Während ich dem Höhepunkt immer näher kam, wurde mein Griff in das Polster immer fester. Den Ausschlag meines Orgasmus hat aber erst die Zunge meines Partners gegeben, der begann, an meinen Nippeln zu saugen, die sanft zu lecken und sie zu küssen. Es dauerte ab diesem Moment keine Minute, bis ich gemütlich in den Orgasmus gewippt wurde.

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Die Wippe stimuliert tatsächlich den G-Punkt und lässt ihn besonders tief eindringen. Credit: Getty Images/ Marin

Und mein Partner? Der war so damit beschäftigt, mir bei meinem Weg zum Höhepunkt zuzusehen, dass er fast sich selbst vergaß. Nach einem Stellungswechsel in die Doggy-Stellung kam jedoch auch er voll auf seine Kosten.

Die weekly sexperience: „Das war die romantischste Stellung, die ich je ausprobiert habe.“

Die Sexstellung der Wippe hat mir genau das gegeben, wonach ich verlang habe: einen entspannten, unaufgeregten Orgasmus. Wer auf innigen Slow Sex steht, über etwas Beinkraft verfügt und beim Sex gerne den Ton angibt, ist mit dieser Stellung aus dem Kamasutra daher bestens beraten. Mein Fazit:

  • Sportlichkeitslevel: Mittel, wenn man die Wippe langsam angeht
  • Intimität: Romantischer geht es kaum. In dieser Stellung werden Zungenküsse auf ein ganz neues Level gehoben.
  • Orgasmusgarantie: Wer einen sensiblen G-Punkt hat, aber auch wer sich nicht scheut, zusätzlich Hand anzulegen, kommt hier mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Höhepunkt.

Die Wippe als Sexstellung bedeutet pure Intimität

Abschließend bleibt mir nichts übrig, als diese Sexstellung nur wärmstens zu empfehlen. Und zwar nicht nur, weil sie mir gute Dienste geleistet hat. Sondern weil Sexperimente jeder Art die Beziehung stärken können und dabei helfen, dass ihr den Körper und die Vorlieben des anderen besser kennenlernt. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Wippen!

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