Das Kamasutra bietet mit seinen insgesamt sieben Büchern etliche Sexstellungen. Manche davon sind jedem bekannt und andere sind dagegen nur etwas für echte Verrenkungskünstler:innen. Bei wmn testen wir jede Woche eine andere Sexstellung in unserer Sexperience und berichten offen und ehrlich von unseren Erfahrungen. Diese Woche habe ich mich an die Elektrisierende Rutsche gewagt, die auf den ersten Blick anatomisch gar nicht möglich zu sein schien. Wie es dann doch klappte und warum dieser Versuch mein einziger bleiben wird, liest du hier.

Du denkst, du weißt bereits alles über Sex? Mona & Lisa klären im Wein&Weiber-Podcast über Sexmythen auf.

Die Sexstellung Elektrisierende Rutsche in der Theorie

Beim ersten Betrachten der Fotografie, die meine Kollegin mit Hilfe von Barbie-Puppen angefertigt hatte, dachte ich mir nur: Wie soll das denn bitte gehen? Diesen Winkel kann der Penis meines Partners doch niemals einnehmen! Also zeigte ich auch meinem Partner das Bild und erklärte ihm, wie die Stellung funktionieren soll:

Elektrisierende Rutsche
Von diesem Bild ist die Rede… Credit: wmn © Fanziska Wolf

Die Frau liegt bei dieser Stellung gemütlich auf dem Bauch. Dabei kann sie den Oberkörper leicht anheben wie bei der Sphinx, oder aber sie legt den Oberkörper ab. Der Mann setzt sich nun von hinten auf die Frau und stellt seine Füße ungefähr auf Hüfthöhe neben sie ab. Seine Arme stütze er für zusätzlichen Support hinter sich ab. Nun dringt er mit seinem Penis in sie ein und bewegt sich vor und zurück – bzw. rutscht elektrisierend vor und zurück.

Mein Partner war ebenfalls skeptisch und meinte, ich solle mir besser eine Stellung aussuchen, die auch funktioniert. Doch nicht mit mir! Immerhin wird die Elektrisierende Rutsche nicht ohne Grund im Kamasutra stehen. Das wird schon irgendwie gehen, dachte ich mir.

Übrigens kann die Stellung auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren oder auch umgekehrt wie beim Pegging funktionieren! Die weiteren Beschreibungen folgen jedoch meiner heterosexuellen Sichtweise.

Vorspiel
Vor jedem Sexperiment steht ein richtig gutes Vorspiel. Und daneben jede Menge Gleitgel. Credit: Foto: Kailee Mandel/ ffgimages via canva.com /

Die Sexstellung Elektrisierende Rutsche in der Praxis

Die Theorie versprach kompliziert zu werden. Doch daran wollten wir zunächst nicht denken. Erst mal ging es darum, so richtig in Stimmung zu kommen. Also warfen wir uns nackt ins Bett und begannen mit einem Vorspiel, das es in sich hatte. Wie bei jeder sexperience musste ich meinen Partner zügeln, mich nicht gleich schon zu Beginn zum Höhepunkt zu bringen, da wir immerhin noch eine Mission vor uns hatten: den ultimativen Test, ob die Elektrisierende Rutsche umsetzbar & orgasmustauglich ist.

Ich legte mich auf den Bauch, während mein Partner sich mit etwas Gleitgel startklar machte und war bereits ab diesem Punkt Fan von der Stellung: „Geil, hier muss ich ja einfach nur rumliegen und nicht mitarbeiten.“ Tatsächlich hängt die gesamte Arbeit bei dieser Stellung am aktiven Part. In diesem Fall also an meinem Partner, der ganz schön ins Schwitzen kommen sollte.

Er setze sich auf mich und stellte sehr schnell fest, dass die Stellung nicht funktioniert, wenn man sich hinten aufstützt. Er versuchte es also freihändig und führte seinen Penis problemlos in mich ein. Ich war beinahe überrascht, dass die Stellung etwas abgeändert, doch so problemlos funktionierte. Ich schloss meine Augen und versuchte, die Elektrisierende Rutsche zu genießen.

Was mir direkt auffiel: Mein Partner kann in dieser Stellung verdammt tief eindringen – Gesetz dem Fall, er stützt sich nicht hinten ab. Diesem Höhenflug wurde allerdings ein Dämpfer durch die Eintönigkeit der Bewegung verpasst. Es ist ein einfaches Rein-Raus-Spiel, welches auch durch etwas mehr Variation in Tempo und Rhythmus nicht an mehr Reiz gewinnt. Zum Orgasmus könnte ich so jedenfalls nicht kommen. Und auch das tiefe Eindringen ist nicht immer von Vorteil. So hatte ich das Gefühl, dass er in diesem Winkel immerzu gegen meine Blase drückt.

Couple Bed
Auch mein Partner war wenig überzeugt & das, obwohl er es gewohnt ist, den aktiven Part einzunehmen. Credit: oneinchpunch/ Shutterstock

Und mein Partner? Der fühlte sich nach eigener Aussage wie Mr. Krabs in seiner hockenden Stellung und konnte der Rein-Raus-Bewegung ebenso wenig abgewinnen. Mal ganz davon abgesehen, dass ihm nach kurzer Zeit der Schweiß den Rücken runterlief bei so viel Beinarbeit. Ein Orgasmus war also auch für ihn nicht in Aussicht. Erst nach einem Stellungswechsel kamen wir beide zum ersehnten Orgasmus.

Unter der Dusche, die wir danach gemeinsam nahmen, fragte ich noch einmal genau nach. Ich wollte wissen, was mein Partner von der Stellung hielt. Er meinte, dass ein hinten Aufstützen, wie es theoretisch vorgesehen ist, absolut unmöglich war. Und wenn man die Verrenkung dennoch hinbekommt, nimmt der Penis einen grenzwertigen Winkel ein, der Sexunfälle wahrscheinlich macht. Da müsste der Penis halbsteif sein, damit das funktioniert, schloss er sein Fazit ab.

Die wmn sexperience: Warum diese Stellung nicht in mein Repertoire aufgenommen wird

Meine Erkenntnis dieser sexperience? Sexstellungen, die zuvor unmöglich aussehen, funktionieren in der Regel doch recht gut. Zumindest, wenn man sie an sich anpasst. Außerdem mochte ich sehr, dass ich in dieser Stellung einfach liegen und genießen konnte.

Mein größtes Problem bei der Elektrisierenden Rutsche liegt darin, dass ich in der Bauchlage nur schwerlich ein Sexspielzeug benutzen und auch mein Partner weder meine erogenen Zonen, geschweige denn meine Klitoris zusätzlich stimulieren kann. Das gehört für mich beim Sex einfach dazu. Daher wird diese Erfahrung mit der Stellung meine vorerst letzte bleiben.

Sportlichkeitslevel: Für den passiven Part ist es wie Urlaub. Für den aktiven Part ist es ein schweißtreibendes Work-out.

Intimität: Kein Blickkontakt. Keine Küsse. Keine Stimulation erogener Zonen. Das nenne ich mal fehlende Intimität.

Orgasmusgarantie: Wer ohne zusätzliche Stimulation kommen kann und A-Punkt-Orgasmen haben kann, könnte hier auf seine Kosten kommen. Alle anderen nicht.

Für wen ist diese Sexstellung geeignet?

Obwohl die Elektrisierende Rutsche nicht in mein Repertoire an Sexstellungen aufgenommen wird, würde ich dennoch jedem empfehlen, diese Stellung auszuprobieren. Warum? Weil der ganz spezielle Winkel dieser Stellung vielleicht den ein oder anderen zu ganz neuen Höhenflügen verhelfen kann und weil Sexperimente nicht nur verdammt viel Spaß machen, sondern als Paar auch zusammenschweißen. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Rutschen!

Mehr Sexperiences: