Der Ursprung der Welt (im Original: L’Origine du monde) von Gustave Courbet ist ein im Jahr 1866 entstandenes Ölbild auf Leinwand, das nur gut 46 x 55 groß ist. Es zeigt, wie der Künstler durch den Titel bereits erwähnt, die Entstehung der Welt. Eine Vulva. Eine wunderschöne behaarte Vulva. Doch es gibt ein großes Problem bei diesem Bild.

Die Vulva – Gustave Courbet ist mutig

Das erste Gemälde der Welt, das eine Vulva zeigt, ist eigentlich eine Hommage an die Frau und den weiblichen Körper. In dem Portrait zeigt er die Weiblichkeit in ihrer Gänze und ihrer Vollkommenheit – fast. Denn eine entscheidende Kleinigkeit hat der Künstler vergessen.

Wie sieht der Ursprung der Welt aus?

Das Portrait zeigt nicht viel mehr und nicht viel weniger als eine behaarte Vulva: Eine Frau liegt nackt au einem Bett, für Betrachtende ist aber der Kopf nicht sichtbar. Im 19ten Jahrhundert sorgte das Gemälde für einige Empörung unter der Gesellschaft. Damals waren nackte Frauenkörper etwas Versteckenswertes. Sex, Körperbehaarung und Weiblichkeit wurden nie so offensichtlich dargestellt.

Die Entstehung der Welt von Gustave Courbet. Credit: Hulton Fine Art Collection

Der Fehler in Der Ursprung der Welt

Der Ursprung der Welt, so wunderbar das Gemälde auch sein mag, beinhaltet einen gravierenden Fehler. Der abgebildeten Vulva fehlt nämlich ein sehr wichtiges Detail: Die Klitoris. Schaut mal ganz genau hin. Jedem Menschen, der sich einigermaßen mit der Klitoris der Frau auskennt, fällt der Bildfehler direkt auf. Zwischen den beiden Schamlippen befindet sich hier nämlich nichts weiter als Haut und schwarzer Schamhaarflaum.

Übrigens: Eine Klitoris ist fast immer sehr gut sichtbar. Es gibt nur wenige Frauen, bei denen die Vulva so geformt ist, dass der kleine Hautlappen nicht zwischen den Schamlippen hervorlugt. Die verschiedenen Formen der Klitoris findest du hier.

Klitoris uterus scheide vagina vulva
Hier sehen wir ein Beckenboden und die Klitoris von innen. Credit: Foto: istock.com/ilbusca /

Warum die Klitoris fehlt, ist nicht offiziell bestätigt. Es haben sich aber bereits verschiedene Künstler:innen und Kuntwissenschaftler:innen damit beschäftigt und eines kommt bei der Frage nach der Klitoris immer wieder auf: Gustave Courbet, der Skandalmaler, wusste wahrscheinlich gar nicht, wie wichtig die Klitoris für die Frau ist.

Damals, im 19ten Jahrhundert, war die weibliche Libido so unwichtig wie heute ein Sack Reis in China. Der Mann dominierte das Sex-Leben zweier Ehepartner. Er kümmerte sich um seinen eigenen Orgasmus. Dass auch die Frau dazu in der Lage war, ganz wunderbare Orgasmen zu haben, war den Männern herzlich egal.

Übrigens: Wenn ihr euch mal richtig ärgern wollt, dass lest euch diesen Guide aus dem 19ten Jahrhundert durch. Er enthält Sex-Tipps für eine gute Ehefrau.

Somit war auch nicht allgemein bekannt, dass die Klitoris eines wichtigsten Werkzeuge der Frau ist, um zum Orgasmus zu kommen. Viele Frauen können sogar nur klitoral kommen – alle anderen 11 Wege zum Orgasmus sind mit harter und anstrengender Übung verbunden.

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