Vulva oder Vagina? – Die Hälfte der Männer kennt den Unterschied nicht. Das ergab bereits 2018 eine Studie im Auftrag von Eve Appeal. Aber auch Frauen geht es nicht viel anders. 2016 fand die britische Organisation heraus, dass 44 Prozent auf einer Darstellung nicht die Vagina zeigen konnten. Mit der Identifizierung der Vulva hatten sogar 60 Prozent Probleme.

Lange Zeit galten die weiblichen Geschlechtsorgane in der Wissenschaft und Medizin als kaum erforscht; die Lust der Frau war oft ein Tabu. Doch jetzt werden wir alle endlich aufgeklärt.

Vulva oder Vagina: Wie endlich alle den Unterschied erkennen

Eine Dokumentation nimmt dieses Thema unter die Lupe. Vulva und Vagina Einblicke in die weibliche Lust klärt darüber auf, was Mann UND Frau über das weibliche Genital wissen sollten. Seit 2020 ist sie auf der Homepage von 3Sat abrufbar und macht uns alle schlauer.

Gleich zu Beginn wird ein für alle mal klargestellt: Der Begriff „Vulva“ bezeichnet die äußerlichen Geschlechtsorgane. Dazu gehört der Venushügel, die Schamlippen und der äußeren Teil der Klitoris. Mit „Vagina“ ist nur der Teil gemeint, der die Vulva mit dem Muttermund und der Gebärmutter verbindet.

So komplex der anatomische Aufbau der weiblichen Geschlechtsteile ist, so lustbringend kann er aber auch sein. In der Spitze der Klitoris laufen ca. 8.000 Nervenenden zusammen – genau wie in der Eichel des Penis. Allerdings ist die Dichte dieser Rezeptoren bei der Frau 50 Mal höher als beim Mann. Die Klitoris ist also deutlich empfindlicher als der Penis.

Zentrum der weiblichen Lust: In der Doku werden Törtchen mit Zuckerguss in der Form einer Klitoris gezeigt.
Zentrum der weiblichen Lust: In der Doku werden Törtchen mit Zuckerguss in der Form einer Klitoris gezeigt.(Photo: obs/3sat/Moritz Bauer)

Form Farbe, Größe: Die Vielfalt der Vulva ist Normalität

Wie unterschiedlich die weiblichen Geschlechtsorgane aussehen können, haben die Forscher:innen im schweizerischen Luzern in der bisher größten Vulva-Studie der Welt untersucht. Dabei wurden die Genitalien von 657 Frauen im Alter von 15 bis 84 Jahren vermessen.

„Die Variationsbreite ist erheblich, sodass eine kleine Schamlippe eine Breite von 5 mm oder 5 cm haben kann – das ist alles noch normal„, erklärt Gynäkologe Andreas Günthert, Leiter der Studie. Auch Farben und Formen können stark variieren. 

In den letzten Jahren ist nicht nur in der Wissenschaft das Interesse an dem weiblichen Geschlechtsteil gestiegen. Frauen setzen sich häufiger mit ihren Vulven auseinander. Bei vielen steigt dadurch aber auch die Unsicherheit

Die Kanzlerin aller Orgasmen

Die Klitoris ist unsere Königin des Kommens, unsere Kanzlerin aller Orgasmen.

Sheila de Liz

Die Gynäkologin Sheila de Liz berät ihre Patientinnen mittlerweile nicht nur in ihrer Praxis in Wiesbaden, sondern auch via Youtube. Sie sagt: „80 Prozent aller Frauen kommen nicht durch den normalen Rein-Raus-Geschlechtsverkehr zum Orgasmus“. Die Buchautorin bestärkt Frauen darin, ihre Klitoris selbst zu stimulieren oder Sextoys einzusetzen.

 

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Dr. Sheila de Liz Official (@drsheiladeliz) am Mai 14, 2020 um 1:49 PDT

Sheila de Liz: Die Gynäkologin leistet Aufklärung bei vielen Frauen.

Die übrigen 20 Prozent erleben ihren Höhepunkt letztlich auch durch die Klitoris, allerdings sekundär, da sie weit ins Innere des Körpers ragt. Die Gynäkologin erklärt: „Es hängt also alles mit der Klitoris zusammen. Die Klitoris ist unsere Königin des Kommens, unsere Kanzlerin aller Orgasmen!“ Wichtig sei es, seinen Körper gut zu kennen. Das sei der Grundstein für ein erfüllteres Liebesleben.

Wo genau das Vergnügen entsteht und welche Erkenntnisse die Wissenschaftler in den letzten Jahren erlangt haben, könnt ihr hier in der Wissenschaftsdokumentation „Vulva und Vagina – Einblicke in die weibliche Lust“ auf 3sat ansehen!

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