Unser Immunsystem schützt uns vor Infekten und hält uns gesund. Um es zu unterstützen, treiben wir Sport an der frischen Luft, nehmen Vitamine zu uns, meiden Stress, wo es nur geht und üben uns in einer gesunden Schlafhygiene. Was viele dabei vergessen? Neben dem Immunsystem des Körpers verfügt auch unsere Psyche über eine Art Immunsystem. Wie man das anständig wartet und mentale Stärke trainiert, liest du in diesem Artikel.

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Mentale Stärke für einen gesunden Körper & Geist

Ein schwaches Immunsystem des Körpers macht anfällig für Infekte und lässt die Leistungsfähigkeit einbrechen. Zudem verhindert es, dass wir uns rundum wohlfühlen. Gewissermaßen bedingt unser körperliches Immunsystem so auch unser mentales. Am besten wird dieser Zusammenhang beim Thema Stress ersichtlich.

Stress bedeutet nämlich nicht nur ein mentales Ungleichgewicht, sondern bewirkt auf Dauer auch, dass unsere Immunzellen im Blut sinken. In der Folge sind die natürlichen Killerzellen weniger aktiv und die spezialisierten T-Lymphozyten teilen sich langsamer. Einfach gesagt: Stress lässt uns schneller krank werden.

Daher sollten das körperliche sowie das mentale Immunsystem immer zusammen betrachtet werden. Ein Apfel oder andere immunboostende Lebensmittel allein genügen in einer Zeit, in der die Stresssymptome überhandnehmen längst nicht mehr. Wer gesund und stark durchs Leben gehen möchte, muss auch seine mentale Stärke trainieren.

Frau Stress
Einfach mal nichts tun und faul sein ist wichtig für die eigene Gesundheit. Denn wir stehen heute ständig unter Stress. Credit: IMAGO / Westend61

3 Tipps, um auf Dauer mentale Stärke zu trainieren

Wer seiner mentalen Gesundheit etwas Gutes tun möchte, sollte folgende Tipps beherzigen…

1. La dolce fare niente

Wir sind nie nicht beschäftigt. Selbst in unserer Freizeit, die bei einem Vollzeitjob durchaus rar gesät ist, sind wir permanent verplant, haben das Gefühl, etwas tun zu müssen – und sei es nur, dass wir uns zum 50. Mal Gilmore Girls reinziehen.

Wer seine mentale Stärke trainieren möchte, tut jedoch gut daran, einfach mal gar nichts zu machen. Lege die Beine hoch und richte den Blick gen Himmel oder Decke. Lasse deine Gedanken schweifen und erlaube dir, mal nirgends gebraucht zu werden. Wer das für eine halbe Stunde durchhält, ist bereits ein:e wahre:r Meister:in in Sachen Entschleunigung. Wenn du mehr über das süße Nichtstun lesen möchtest, wirst du hier fündig.

2. Digital Detox

Wann bist du das letzte Mal mit der Bahn gefahren, ohne dein Smartphone vor lauter Langeweile aus der Tasche zu ziehen? Wann hast du das letzte Mal einen Tag ohne das Internet oder zumindest ohne soziale Netzwerke verbracht? Wenn du nun sehr lange nachdenken musst, ist es mal wieder höchste Zeit für den sogenannten Digital Detox.

Dabei solltest du dir zwecks deiner mentalen Stärke erlauben, einfach mal vor der (digitalen) Welt die Augen zu verschließen und dich allein auf dich fokussieren. Alles, was in diesem Moment zählt, ist die Frage danach, wie es dir geht und was du jetzt brauchst, um dich wieder vollkommen glücklich zu fühlen. Und dann gehe laufen, ohne Musik. Gehe spazieren, ohne Instagram. Oder gönne dir ein Entspannungsbad, ohne Netflix.

3. Erde dich

Viele Menschen wissen gar nicht, wo ihnen der Kopf steht, bis sie in ihren Jahresurlaub an den Strand fahren. Ungefähr ab Woche zwei fällt ihnen dann wieder ein, welche Träume und Wünsche sie eigentlich vom Leben haben. Was ihnen wirklich wichtig ist. Doch diese späte Erkenntnis sollten wir allesamt vorziehen und uns auch im Alltag erlauben. Was dabei hilft? Meditation, gute Lektüre, Tagebucheinträge und Sporteinheiten – alles, was den Kopf abstellt und erdet.

Frau Meditation
Meditieren holt runter und erlaubt dir langfristig, mentale Stärke zu erlangen. Credit: max-kegfire / Getty Images via canva.com

4. Den inneren Mittelfinger zücken

Permanent wollen wir es allen recht machen: den Eltern, der:m Chef:in, der:m Parter:in. Wir schlagen keine Bitte ab, üben uns darin, stets zu lächeln und geben alles, um unser bestes Selbst zu sein. Immerhin erwartet das man von uns und was die anderen denken ist vielen ungemein wichtig. Doch im Sinne der mentalen Stärke sollten wir alle öfter mal den inneren Mittelfinger zücken.

Damit meine ich nicht mehr und weniger, als eigene Grenzen zu ziehen, öfter mal Nein zu sagen und Aufgaben bewusst abzulehnen. Und zwar nicht erst dann, wenn wir uns schon völlig erschöpft fühlen. Sondern wenn wir tief in uns wissen, dass wir jetzt einfach mal eine Pause von allem brauchen.

5. Therapie

Wer merkt, dass sich die mentale Stärke nicht durch Selbstregulierung einstellt, sollte zudem in Betracht ziehen, eine Therapie zu beginnen. Hier können zusammen mit einem:r Expert:in Lösungen gefunden werden, um innere Balance zu finden und Wege, diese auch tatsächlich zu erreichen.

Mentale Stärke braucht den Blick nach innen

Mentale Stärke erlangt vor allem, wer sich Zeit für sich nimmt und sich traut, sich mit sich auseinanderzusetzen. Zuletzt sei verraten, dass sich das mentale Immunsystem ebenso wenig über Nacht stärken lässt wie das körperliche. Dafür braucht es Geduld, Routinen und den Willen für eine gesunde mentale Zukunft.

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