Von meinem 13. bis zum 18. Lebensjahr gibt es kaum ein Foto, auf dem meine Beine zu sehen sind. Sommer wie Winter zog ich lange Hosen an, unter Miniröcken trug ich stets eine Leggings. Seit ich angefangen hatte, mich mit meinem Äußeren zu beschäftigen und mich mit anderen zu vergleichen, war ich extrem unzufrieden mit meinen Beinen. Abgesehen davon, dass sie bei einer Körpergröße von 1,57 Meter etwas kurz geraten sind, fand ich meine Oberschenkel zu dick. Am meisten störte mich das Fett an der Innenseite. Ich fragte mich, wie ich nur an den Beinen abnehmen kann. Heute kenne ich die Antwort.

Warum (fast) alle an den Beinen abnehmen wollen

Kennst du eine Frau, die völlig zufrieden mit ihren Beinen ist? Ich ehrlich gesagt nicht. Und das ist wahnsinnig traurig, wenn man bedenkt, was sie alles für uns leisten. Dank unserer Beine können wir kilometerweit laufen, schnell rennen und hoch springen. Und dafür ist es völlig unerheblich, ob sie lang oder kurz, dick oder dünn sind.

Doch endlos lange, makellose Beine gelten noch immer als Zeichen für Attraktivität und ein Schönheitsideal, das es zu erreichen gilt. Deshalb strampeln wir auf Ergometern, besuchen Spinning-Kurse, ernähren uns salzarm und verzichten am Abend Kohlenhydrate. Haben wir dadurch schlanke Beine? Leider nicht.

Achtung: Hinter unnatürlich dicken, angeschwollenen Beinen kann auch eine Krankheit stecken. Eine Betroffene hat uns erzählt, was ein Lipödem ist und was du dagegen tun kannst.

Wie deine Beine aussehen, bestimmt vor allem deine Genetik. Foto: Unsplash/Mathilde Langevin

Das musst du wissen, wenn du an den Beinen abnehmen willst

Wenn du an den Beinen abnehmen willst, solltest du einige Fakten kennen. Diese könnten dich zunächst entmutigen. Vielleicht helfen sie dir aber auch, deinen Körper mehr zu akzeptieren und weniger streng mit dir zu sein.

1. Wie deine Beine aussehen, ist genetisch bedingt

Das ist leider die wabbelige Realität. Wie lang und dünn deine Beine sind, ist vor allem eine Frage der Genetik. Du kannst trainieren und dich gesund ernähren – und trotzdem dicke Beine haben. Deshalb ist es eigentlich absurd, einem Körperideal entsprechen zu wollen, das man einfach nicht erreichen kann.

Noch dazu gehört es zur Genetik einer Frau, dass überschüssiges Fett vor allem an Oberschenkeln, Hüften und Po gespeichert wird. Es ist also völlig natürlich, dass Beine Fettpolster haben. 

2. Du kannst nicht gezielt an den Beinen abnehmen

Auch wenn dir Zeitschriften und Influencer:innen etwas anderes sagen: Du kannst nicht gezielt an den Beinen abnehmen. Um an den Beinen abzunehmen, muss dein gesamter Körperfettanteil gesenkt werden. Das geht mit Hilfe eines Kaloriendefizits.

Ob dann ausgerechnet die Fettpolster an deinen Beinen als erste verschwinden, ist jedoch fraglich. Denn wie deine Fettpolster verteilt sind und welche der Körper als erste hergibt, ist – wie schon erwähnt – Veranlagung.

3. Durch Beintraining werden deine Beine nicht schlanker

Ja, Squats und Joggen trainieren deine Beinmuskeln. Das Fett wegtrainieren kannst du aber leider nicht. Du wirst sicherlich merken, dass deine Beine stärker werden und sich straffer anfühlen. Dünner werden sie dadurch aber nicht – im Gegenteil. Durch die neu gewonnene Muskelmasse können deine Beine sogar an Umfang zulegen.

Weiterlesen: Diese Übung trainiert deinen gesamten Unterkörper.

An den Beinen abnehmen: So geht’s (nicht)

Bitte versteh mich nicht falsch: Dieser Artikel soll dich keinesfalls demotivieren oder davon abhalten, Sport zu machen. Ich persönlich hätte nur gern früher gewusst, dass es nicht möglich ist, gezielt an den Beinen abzunehmen, statt mich ständig zu fragen, was ich eigentlich falsch mache. Mal ganz abgesehen davon, dass meine Beine aus heutiger Sicht auch damals schon völlig okay waren und ich sie nicht hätte verstecken müssen.

Stattdessen versuche ich, mich einigermaßen ausgewogen zu ernähren und zweimal die Woche zum Sport zu gehen. Und siehe da: Seit ich akzeptiert habe, dass meine Beine gar keinem Ideal entsprechen können, bin ich damit zufriedener denn je.

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