Nein, bei Ayurveda geht es nicht nur um Stirngüsse und Linsengerichte. Die indische Philosophie hält Tipps für jede Jahreszeit parat – so auch, wie du Ayurveda im Sommer für dich nutzen kannst. Hier sind 6 Tricks, mit denen du die Hitzewelle überstehst.

Was die Ayurveda-Lehre im Sommer empfiehlt

Der Sommer kann eine schöne, aber auch anstrengende Zeit sein. Man schläft schlechter, die Verdauung spielt verrückt und man schwitzt gewaltig. Die indische Lehre des Ayurveda gibt zahlreiche Tipps, wie man durch die heiße Jahreszeit kommt. Um diese berücksichtigen zu können, sollte man schon einmal von den Grundprinzipien des Ayurveda gehört haben.

Laut der indischen Philosophie gibt es drei Lebensenergien, die sogenannten Doshas, samt ihren zugehörigen Elementen und Prinzipien. Diese lauten:

  • Vata, Elemente Wind, Luft und Äther, Bewegungsprinzip
  • Pitta, Elemente Feuer und Wasser, Feuer- und Stoffwechselprinzip
  • Kapha, Elemente Erde und Wasser, Strukturprinzip

Sowohl der Mensch selbst, als auch die Tages- und Jahreszeiten werden laut der ayurvedischen Lehre von den drei Doshas bestimmt. Je nach Jahreszeit herrscht eine dieser Energien vor:

  • Februar bis Juni (Frühling): Kapha
  • Juni bis Oktober (Sommer und Herbst): Pitta
  • Oktober bis Februar (Herbst und Winter): Vata

Nach den Vorstellungen des Ayurveda herrschen im Sommer also die Energie des Pitta vor, die sich insbesondere auf den Stoffwechsel auswirkt. Um diese im Gleichgewicht zu halten, gibt es einige Empfehlungen. Diese betreffen sowohl die Ernährung, als auch den Lebensstil im Allgemeinen.

Mit diesen 6 Tipps aus dem Ayurveda kommst du leichter durch den Sommer

Schlechter Schlaf, Kreislaufprobleme, geschwollene Beine: Die heiße Jahreszeit verlangt uns einiges ab. Die meisten Tipps helfen jedoch nur für kurze Zeit.

Die ayurvedische Lehre entstand vor Tausenden von Jahren. Bis heute werden die ganzheitlichen Kenntnisse aus dem Ayurveda in Indien, Nepal und Sri Lanka angewandt – Ländern, in denen es im Sommer oft bis zu 40 Grad heiß wird.

1. Mit ayurvedischen Snacks abkühlen

Du liebst es, dich im Sommer mit kalten Snacks zu erfrischen? Good news: Auch im Ayurveda ist Naschen erlaubt. Dabei sollte jedoch der Grundsatz beachtet werden: Je natürlicher, desto besser. Statt zur fertigen Eiswaffel zu greifen, könntest du dir eine leckere Nicecream aus gefrorenen Bananen zubereiten. Oder wie wäre es mit einem fruchtigen Smoothie?

2. Lieber warm statt kalt essen und trinken

Im Sommer haben wir oft wenig Lust auf warme Mahlzeiten und greifen daher gerne zu Rohkost und Salat. Doch was besonders frisch und leicht zu sein scheint, belastet unseren Stoffwechsel.

Je größer die Hitze im Sommer, umso mehr Pitta-Energie, heißt es im Ayurveda. Um einen Ausgleich zu schaffen, reduziert der Körper die Stoffwechselaktivität. Die Verdauungskraft nimmt ab und der Appetit bleibt aus. Greifen wir zu gedünstetem Gemüse statt knackiger Rohkost, erleichtern wir unserem Körper die Verdauung.

Dasselbe trifft auf eiskalte Getränke zu. Sie schwächen unsere Verdauung, da der Körper sie erst auf eine entsprechende Temperatur erhitzen muss. Die Folge: mehr Anstrengung und Energie wird benötigt. Die ganzheitliche ayurvedische Ernährungs- und Gesundheitsberaterin Katharina Döricht alias Tasty Katy gibt einen weiteren Tipp: „Damit man trotzdem einen kühlenden Effekt beim Trinken hat, kann man ins Wasser frischen Zitronensaft, Gurkenscheiben oder Limettenscheiben hinzugeben.“

3. Auf kühlende statt erhitzende Lebensmittel setzen

Intensive Geschmacksrichtungen wie sauer uns salzig gelten als Pitta-steigernd. Stattdessen sollte vermehrt auf süße, bittere und herbe Lebensmittel gesetzt werden.

Eine besondere Rolle im Ayurveda spielen Gewürze. Als geeignet für die heiße Jahreszeit gelten Kardamom, Koriander, Fenchel und Ingwer. Zu den kühlenden Lebensmitteln zählen Kokos, Weintrauben, Zucchini, Gurken, Avocado, Papaya, Bananen, Kürbis, Karotten, Spargel, Brokkoli, Blumenkohl, Basmati-Reis, Weizen und Hüttenkäse.

Verzichtet werden sollte auf Rote Bete, Auberginen, Rettich, Tomaten, scharfe Paprika, Zwiebeln, Knoblauch, Hirse, Mais, Buchweizen, Quark, Käse und rotes Fleisch.

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4. Yin Yoga statt Power Yoga

Dass es nicht gerade für einen kühlen Kopf sorgt, bei 35 Grad durch die Sonne zu joggen, dürfte klar sein. Auf der Liste der geeigneten Sportarten für den Sommer ist Yoga natürlich mit dabei. Doch es gibt auch entsprechende Stile, die für jede Jahreszeit mehr oder weniger geeignet sind.

So empfiehlt der Ayurveda, im Sommer weniger auf dynamische Stile wie Vinyasa, Ashtanga oder Bikram Yoga zu setzen. Als kühlend und entspannend gelten Hatha und Yin Yoga. Außerdem gibt es spezielle Pitta-reduzierende Yogasessions.

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5. Massiere dich mit kühlenden Ölen

Massagen spielen im Ayurveda – nicht nur im Sommer – eine große Rolle. Je nach verwendetem Öl können Massagen wärmende oder kühlende Effekte mit sich bringen. Während im Winter eine Massage mit erwärmtem Sesamöl eine Wohltat ist, haben Mandel- und Kokosöl eine kühlende Wirkung. Sie sind laut Ayurveda in der Lage, angestaute Wärme freizusetzen und bringen dich so frisch und entspannt durch den Sommer.

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6. Nutze die frühen Morgenstunden

Im Ayurveda steht man gern mit dem Sonnenaufgang auf. In Deutschland würde das in den Sommermonaten bedeuten: zwischen 4 und 5 Uhr. Dann wacht man in der Vata-Zeit auf, die mit Leichtigkeit, Kreativität und Frische lockt.

Auch wenn es nicht ganz so früh ist: Es kann hilfreich sein, wichtige Aufgaben des Tages bereits auf die frühen Morgenstunden zu legen. Dann ist es noch angenehm kühl, die Gedanken sind frisch und der Körper voller Energie.

Fazit: Mit Ayurveda trotzt du der Hitzewelle

Auch wenn der ein oder andere Tipp zunächst ungewöhnlich klingen mag: Die Grundsätze des Ayurveda haben sich über Jahrtausende bewährt. In manchen Teilen Indiens und Sri Lankas hat die ayurvedische Lehre sogar einen höheren Stellenwert als die Schulmedizin. Und: Ausprobieren schadet bekanntlich nicht.

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