Letztens stieß ich auf ein Video, in der sich eine lesbische Frau lang und breit über ihre Sexualpartnerin beschwerte: „Sie liegt immer nur da, sie ergreift keine Eigeninitiative und lässt sich immer von vorne bis hinten verwöhnen. Was für eine Pillow Princess.“ Bei diesen Worten horchte ich auf: Eine Pillow Princess? Was sollte das denn sein? Das hatte ich noch nie gehört.

Eine kleine Netz-Suche verriet mir, dass eine Pillow Princess oder auch eine Pillow Queen tatsächlich feststehende Ausdrücke sind. Ihre Bedeutung ist genauso einfach wie verlockend: Sogenannte Kissen-Prinzessinnen sind Frauen, die beim Sex einfach nur nehmen und nicht geben. Das musste ich ausprobieren.

In der wmn-sexperience zeige ich euch, was die Pillow Princess kann und für wenn sich dieses Sex-Abenteuer eignet.

Pillow Princess: Das steckt dahinter

Laut Urban Dictionary kann man Pillow Princesses vor allem in der lesbischen und queeren Community finden. Diese Frauen erhalten sehr gerne Oralsex von ihren Partner:innen und können ihn zu einhundert Prozent genießen. Sie sind aber nicht dazu bereit, den Oralsex zurückzugeben. Wer mit einer Pillow Princess schläft, muss also die ganze harte Arbeit selbst machen.

Pillow Princess: Jeder Mensch kann eine sein

Der erste Gedanke, der mir beim Lesen der Beschreibung einer Pillow Princess kam, war: „Wieso sollten eigentlich nur Frauen als Pillow Princesses tituliert werden?“ Meiner Erfahrung nach gab es einige Männer da draußen, die sich diese Bezeichnung mehr als verdient hatten.

Übrigens: Ich bin eine heterosexuelle Frau. Die Praktiken, die ich in diesem Artikel beschreiben werde, beziehen sich also auf Sex zwischen Mann und Frau. Sie können aber ebenso gut unter homosexuellen Paaren ausgeführt werden.

Nehmen wir nur mal meinen Exfreund als Beispiel: Er ließ es sich unfassbar gerne mit dem Mund besorgen. In allen erdenklichen Stellungen und zu jeder möglichen Tageszeit. Auch beim penetrativen Sex lehnte er sich gerne zurück und genoss die Aussicht, anstatt seine Energie in die Hüften zu stecken. Heute würde ich ihn wohl zeitweise als Pillow Prince bezeichnen.

Jeder Mensch, der Sex genießt, kann meiner Meinung nach zeitweise ein Pillow Prince oder eine Pillow Princess sein. Das ist auch überhaupt nicht schlimm. Solange beide Partner:innen mit dem Sex zufrieden sind und niemand dauerhaft zu kurz kommt, ist das eine wunderbare Art, einen gemütlichen Orgasmus zu bekommen.

Die Pillow Princess in der wmn sexperience

Ich selbst bin sehr gönnerhaft beim Sex und freue mich über jedes Stönen und jeden Freudenschrei, den ich aus der anderen Person herauskitzeln kann. Komme ich dabei manchmal zu kurz? Definitiv. Ist es deshalb an der Zeit, dass ich mich als Pillow Princess ausprobiere? Sowasvon!

Frau Unterwäsche
Lohnt sich so ein multipler Orgasmus überhaupt? Foto: Polina Zimmermann/ Canva / Foto: Foto: Polina Zimmermann/ Canva /

Die Vorbereitung auf die Pillow Princess

Sex einzuleiten, fällt mir normalerweise nicht schwer. Es reicht eine zu enge Umarmung mit meinem Partner oder ein etwas zu leidenschaftlicher Begrüßungskuss und wir beginnen damit, uns gegenseitig auszuziehen. Sollte er an einem Tag keine Lust auf Sex mit mir haben, dann kann ich ihn meist dennoch durch liebevolles Streicheln des Genitalbereichs in die richtige Richtung führen.

Redaktionstipp: Was hältst du eigentlich davon, dich zum Sex mit deinem Partner überreden zu lassen? Ist Pflichtsex ein No-Go oder ein To-Do bei euch? Wir haben das Thema Pflichtsex in einer Beziehung bereits an anderer Stelle besprochen.

Die Vorbereitung auf Sex als Pillow Queen läuft ganz anders ab. Statt mit Berührungen und Taten, musste ich meinem Partner meine Wünsche mit Worten erklären. Für Menschen, die sehr gerne Sex-Talk betreiben, ist das bestimmt eine Erfüllung. Mir war es ein bisschen unangenehm.

Der Akt der Pillow Princess

Wir lagen gemeinsam auf der Couch und ich sagte ihm, dass ich gerne kommen würde und schaute ihn so verführerisch an, wie es mir möglich war. Sonst tat ich nichts und blieb einfach liegen. Es dauerte ein wenig, bis er verstanden hatte, dass nicht mehr viel von meiner Seite kommen würde. Spätestens, als ich seine Hand zwischen meine Beine schob, war ihm bewusst, was von ihm erwartet wurde.

Er grinste mich an und begann, mit seinen Fingern an mir zu arbeiten. Zu streicheln, zu küssen und schließlich auch mit den Fingern in mich einzudringen.

Als echte Pillow Princess wollte ich aber noch mehr als das. Ich ließ mich noch tiefer in die Couchkissen fallen und fragte nach Zunge und Vibrator. Er war überrascht darüber, dass ich keine Anstalten machte, ihn ebenfalls zu berühren, doch ging er meiner Forderung gerne nach.

So kannst du dich in der Pillow Princess verwöhnen lassen:

  • mit den Fingern (Handjob)
  • mit dem Vibrator
  • mit der Zunge
  • mit dem Penis (penetrativer Sex)

Wie bereits erwähnt, mag ich es sehr, wenn auch die andere Person beim Sex ihren Spaß hat und selbst in meiner Rolle als Pillow Princess konnte und wollte ich das nicht ablegen. Ich fragte ihn also, ob er sich selbst anfassen könne, während ich es mir mit dem Vibrator besorgte. So hatten wir beide etwas von der sexperience der Pillow Princess.

  • Sportlichkeitslevel: Überhaupt nicht anstrengend.
  • Intimität: Sehr hoch.
  • Orgasmus-Chance: Sehr hoch.

Fazit: Worum geht es eigentlich bei der Pillow Princess?

Als Pillow Princess muss man seine eigenen Bedürfnisse sehr genau kennen, sonst bringt dir diese Stellung herzlich wenig. Wenn du nicht kommunizieren kannst, wie du am liebsten geleckt wirst oder wo der Vibrator anzusetzen ist, dann wird dir diese sexperience weniger gut gefallen.

Bevor ich die Pillow Princess ausprobierte, dachte ich, dass ich mich auf keinen Fall bewegen dürfte und bloß starr daliegen müsse. Dem war aber nicht so. Mein Partner gab sich alle Mühe, um mir einen schönen Orgasmus zu besorgen. Deshalb ließ ich ihn durch Töne und Bewegungen wissen, wie gut er das machte.

Ausschließlich am Receiving End vom Sex zu sein und nicht am Giving End, ist definitiv eine Herausforderung, die wahrscheinlich nur Paare miteinander genießen können, die ihre gegenseitigen Bedürfnisse gut kennen und sich gut aufeinander einlassen können.

Mein Partner tat mir gerne den Gefallen, dass ich mich vollkommen gehen lassen konnte, während er nicht zum Höhepunkt gebracht wurde. Allerdings, so sagte er es mir später, wolle auch er das nicht zur Gewohnheit werden lassen. Sex ist immer ein Geben und ein Nehmen. Er konnte die Kritik der lesbischen Frau im Video also durchaus nachvollziehen.

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