Nachhaltig leben ist in Mode. Und das ist auch gut so und ist allerhöchste Zeit. Und auch wenn es ein unsexy Thema ist: Achtsames Shoppingverhalten ist eines der wichtigsten Themen, wenn es darum geht, mehr Nachhaltigkeit in den eigenen Alltag zu integrieren. Die konventionelle Modeindustrie ist eine riesige Belastung für die Umwelt. Deshalb zeigen wir dir, wie du deine Wäsche pflegen kannst, damit sie möglichst lange hält und nicht ständig neu gekauft werden muss.

Wir shoppen 5,2 Milliarden neue Teile pro Jahr

Laut einer Studie von Greenpeace legen sich die Deutschen pro Jahr im Schnitt 60 neue Kleidungsstücke zu. Auf das ganze Land gerechnet sind das 5,2 Milliarden Teile – Jahr für Jahr. Das meiste davon muss den Schrank schon bald wieder verlassen: Fast die Hälfte der Deutschen sortiert alle halbe Jahre Schuhe, Oberteile und Hosen aus, so das Ergebnis der Online-Umfrage unter etwa 1.000 Deutschen zwischen 18 und 69 Jahren.

92 % der Befragten gaben Verschleiß als häufigsten Grund für das Wegwerfen von Kleidung an. Vor allem Schuhe sind eine beliebte Wegwerfware in Deutschland. Etwa jede:r achte Befragte gab an, Schuhe weniger als ein Jahr lang zu tragen. 50 % sortieren ihre Schuhe nach einem bis drei Jahren aus. Das hört sich nicht nur nach viel unnötigen Müll an, das ist viel unnötiger Müll. Die Lösung? Wer länger happy mit seinen Klamotten ist, schmeißt auch weniger weg. Um das zu erreichen, werden wir uns mit dem (zugegeben unsexy) Thema Wäsche pflegen beschäftigen. Also, los geht’s!

Wäsche richtig pflegen: Endlich weniger wegwerfen

Wenn es darum geht, Wäsche richtig zu pflegen, spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Im Folgenden stellen wir dir die nachhaltigsten und wirksamsten Tipps vor, wie du richtig wäschst, trocknest und glättest. Dabei gibt es einiges zu beachten, zum Beispiel das Material deiner Kleider und mit welchen Mitteln verschiedene Arten von Flecken am schonendsten entfernt werden können.

Wäsche trocknet an der frischen Luft noch immer am besten. Foto: Pexels/ Karolina Grabowska

Lektion 1: Das richtige Waschen

Ist dir bei deiner Waschmaschine lediglich das Automatikprogramm geläufig? Dann darfst du dich auch nicht wundern, dass dein neues weißes T-Shirt nach zwei Wäschen grau ist. Wäsche sollte vor dem Waschen immer nach Farbe, Temperatur und Material sortiert werden. Mindestens die dunklen Sachen solltest du von heller und rein weißer Kleidung trennen. Die durch Mischwäsche entstehenden Verfärbungen sind sehr schwer zu entfernen und können so vermieden werden.

Ebenfalls wichtig, um Wäsche zu pflegen und die Umwelt zu schonen, ist das richtige Waschmittel. Du brauchst ein Vollwaschmittel für weiße und sehr dreckige Wäsche und ein Colorwaschmittel ohne Bleichmittel für alles andere. Inzwischen findest du in der Drogerie viele Produkte, die ohne Mikroplastik auskommen und bereits ab 30 Grad hygienische Sauberkeit garantieren.

Der nächste Schritt geht bereits in Richtung professionelles Waschen, denn hier verabschieden wir uns von dem Automatikprogramm der Waschmaschine. Hinweise, bei wie viel Grad deine Kleidung gewaschen werden darf, findest du immer auf dem Etikett. Natürliche Materialien wie Baumwolle können in der Regel im Standardprogramm bei 30 bis 40 Grad gewaschen werden. Kunstfasern wie Polyester hingegen gehören ins Programm „Pflegeleicht“. Viele Maschinen bieten außerdem weitere Programme wie „Wolle“, „Jeans“ oder „Handwäsche“ an – warum diese nicht auch nutzen?

Tipp: Achte darauf, die Waschmaschine nicht zu voll zu laden. Bei einigen Programmen darf sie nur zur Hälfte gefüllt sein. Das ist dir neu? Dann wage noch mal einen Blick in die Anleitung deiner Waschmaschine. Dort findest du alle Informationen, wie du deine Maschine und Wäsche richtig pflegst.

Lektion 2: Wäsche richtig trocknen

Du träumst von einem Wäschetrockner? Der ist zwar zugegebenermaßen praktisch, aber weder für die Umwelt noch für die Langlebigkeit deiner Klamotten hilfreich. Das Geld kannst du dir also sparen und auf altbewährtes Trocknen an der Luft zurückgreifen. Am besten trocknet Wäsche natürlich an der frischen Luft. Im Sommer solltest du allerdings darauf achten, dass empfindliche Stoffe wie Seide nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden. Das kann die Fasern angreifen, Farben ausbleichen und zu Flecken führen.

Tipp: Hast du dir auch schon mal einen Wollpulli auf einem Bügel getrocknet und dich hinterher über die total verzerrte Form geärgert? Das passiert dir nicht nochmal. Strick muss immer liegend getrocknet werden!

Lieber wenige Lieblingskleider als einen ganzen Schrank voll halbkaputter Billigware. Foto: Pexels/ Denys Mikhalevych

Lektion 3: Bügeleisen oder Steamer?

Bügeln ist natürlich ein gewisser Risikofaktor, wenn es darum geht, Wäsche zu pflegen. Brandflecken lassen sich nämlich nicht mehr entfernen. Besser ist es also, die Kleidung nach dem Waschen ordentlich aufzuhängen, sodass sie sich von selbst aushängt.

Wenn du doch mal bügeln musst, zum Beispiel bei Kleidung aus Leinen, solltest du ein gutes Dampfbügeleisen nutzen und auf die richtige Temperatureinstellung achten. Die meisten Eisen geben passende Einstellungen für die jeweiligen Materialien an. Leinen und Baumwolle bekommst du am besten mit Dampf glatt. Feine Stoffe solltest du mit einem feuchten Bügeltuch schützen.

Tipp: In vielen Städten ist das Leitungswasser sehr kalthaltig. Deshalb schwören geübte Bügler:innen auf destilliertes Wasser im Bügeleisen. Andernfalls kommt es nach einer Weile zu Verkalkungen und damit zu unschönen gelblichen Flecken auf der frisch gebügelten Wäsche.

Eine Alternative zum klassischen Bügeleisen ist der Steamer. Der hat den Vorteil, dass er ohne Bügelbrett auskommt und dass selbst empfindliche Stoffe wie Seide und schwer bügelbare Kleidungsstücke easy geglättet und aufgefrischt werden. Durch den heißen Dampfausstoß werden zudem Gerüche, Bakterien und Staubmilben entfernt. So kannst du die Haltbarkeit deiner Kleidung verlängern und gleichzeitig Waschgänge und Energie sparen. Den neuen tragbaren Steamer von Philips bekommst du für 49 € bei Amazon.  🛒

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Du willst deinen liebste Wollpulli waschen? Achte auf unsere Tipps. Foto: Getty Images/ Edward Berthelot /

Wäsche pflegen: Zwei Extra-Tipps für Seide & Baumwolle von Lala Berlin-Designerin

Die Gründerin der bekannten High-Fashion-Marke Lala Berlin Leyla Piedayesh hat sich ebenfalls die Frage gestellt, wie man Wäsche richtig pflegen kann. Zusammen mit Philips hat sie Tipps herausgegeben, wie du speziell Seide und Baumwolle zu einem langen Leben verhelfen kannst.

Tipp 1: Das hilft bei Schweißflecken auf Baumwolle

Baumwolle ist ein Naturmaterial, das atmungsaktiv, saugfähig und belastbar ist – was will man mehr? Allerdings hast sicher auch du schon die Erfahrung mit Deo- oder Schweißflecken gemacht, die bei Baumwollkleidung schneller zu entstehen scheinen. Dagegen gibt es laut Leyla Piedayesh wirksame Hausmittel: Kaisernatron, Gallseife, Zitronensäure oder auch Essigessenz haben sich gegen solche Flecken bewährt. Genauso gut wirkt klarer Alkohol oder ein Spritzer Waschbenzin – tatsächlich auch bei Blutflecken. Einfach auf ein Tuch geben und vorsichtig abtupfen. Aber Achtung, nicht reiben!

Tipp 2: So bleibt dir deine Seidenbluse lange erhalten

Seide ist ein sehr empfindlicher Stoff, den du am besten mit PH neutralem Seidenwaschmittel waschen solltest. Alternativ kannst du Kleidung aus Seide mit einem Teelöffel Weinessig mit kaltem Wasser für ca. fünf bis zehn Minuten einweichen lassen. Das Kleidungsstück vorsichtig hin- und herbewegen und in ein Handtuch einrollen, um restliches Wasser loszuwerden. Achtung: nicht wringen, drehen oder quetschen!

Wäsche pflegen statt wegwerfen: So einfach geht mehr Nachhaltigkeit

Es ist verlockend, sich ständig bei Fast Fashion-Giganten wie H&M und Co. mit neuen Trendklamotten einzudecken. Aber ist es nicht ein viel schöneres Gefühl, statt fünf neuer Kleider im Monat auf ein besonderes Stück zu sparen und dieses dann zu hegen und zu pflegen, um sich jede Saison aufs neue darüber freuen zu können? Wie wäre es zum Beispiel mit nachhaltiger Yoga-Kleidung, die bei der richtig Pflege ewig hält?

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