Vintage Mode ist schon ewig angesagt. Wir sagen dir, was wirklich alles Vintage ist, was den Erfolg ausmacht & warum sich der Hype lohnt.

Vintage ist erst einmal etwas Altes. Mit dem Wort können Autos, Möbel, Musikinstrumente und alle möglichen weiteren Dinge gemeint sein. „Vintage porn“ wird in Deutschland über 40.000-mal pro Monat bei Google in die Suchleiste getippt, aber das nur am Rande. Der „used look“ bei Kleidungsstücken ist schon lange nichts Neues mehr, dennoch erlebte Vintage Mode in den letzten Jahren einen riesigen Hype. 

Nicht jedes Teil ist gleich. Vintage Mode lässt sich in 3 Kategorien unterteilen

  1. Wirklich alte Kleidung, die bereits über 50 Jahre auf dem Buckel hat.
  2. Second Hand Kleidung von Flohmärkten und Secondhandläden, die bereits einen oder zwei Vorbesitzer glücklich gemacht haben und nun zum Schnäppchenpreis bekommen werden können.
  3. Vintage-Neuware, die mittlerweile zum Standardsortiment jeder Modekette gehören und als veraltete oder neue Kollektion in den Regalen hängen. Waschungen und Risse inklusive.

Vintage-Look Frau
Der Vintage-Look ist voll im Trend. Second Hand Shopping hat gleichzeitig viele Vorteile.

Darum ist Vintage Mode auf dem Vormarsch

Der Markt für gebrauchte Kleidung übertraf zwischen 2017 und 2019 das Wachstum der Neuware um das 21- fache. Wenn die Prognosen zutreffen, dass sich der Umsatz in den nächsten 5 Jahren verdoppelt und in 8 Jahren der Markt eineinhalbmal größer als der Fast Fashion Markt ist, wirds für Primark, H&M und Co. ganz schön eng. Die Gründe für den riesen Erfolg von Vintage Mode sind schnell gefunden.

1. Mehr Nachhaltigkeit

Die Abgründe der Fast-Fashion Industrie, Wegwerfgesellschaften und das große Recycling-Problem sind in vielen Köpfen angekommen. Der Vintage- und Second Hand-Trend setzt dagegen auf mehr Nachhaltigkeit. Wem das eintönige Angebot der gängigen Modeketten auf die Nerven geht, macht mit Vintage alles richtig und tut gleichzeitig etwas fürs Gewissen.

2. Kleidung mit Geschichte

Vintage ist glaubwürdig. Manche Kleidungsstücke haben scheinbar einen längeren Lebenslauf als der Träger selbst. Das ist zwar etwas nostalgisch gedacht, aber dafür ‚real‘. In Zeiten von Deepfakes und Fake News eine schöne Geschichte. 

Selbst wenn die „Destroyed Jeans“ aus einer neuen Kollektion kommt, ist sie gut fürs Ego. In einer zerrissenen Hose machst du viel eher den Eindruck, wilde Abenteuer gemeistert zu haben. Wahrscheinlich eine Lüge, die dich zumindest auf den ersten Blick interessanter macht.

3. Trendsettern nacheifern

Sobald Influencer auf Instagram und Co. mit alten Taschen, Sonnenbrillen oder Jacken posieren, deren modische Höhepunkte 20 oder mehr Jahre zurückliegen, ist der Hype darauf groß. Teures Beispiel: Die Fendi Kampagne über die Fendi Baguette mit Caro Daur und Sarah Jessica Parker ließ den Taschen-Trend wieder aufleben.

4. Exklusivität

Vintage muss nämlich nicht zwangsläufig billig sein. Besonders, wenn es sich um Einzelstücke handelt. Manche werden nicht auf den normalen Wegen verkauft. Wer eine Hermès Birkin Tasche haben möchte, blättert entweder einen fünfstelligen Betrag hin, oder muss sich für spezielle Exemplare im engeren Kreis der Marke festsetzen. Allein für die verschenkten Taschen gibt es Märkte, auf denen die Kostbarkeiten weiterverkauft werden.

5. Vintage als Investment

Gerade deshalb sind Wein und Oldtimer mittlerweile nicht mehr die einzigen Passion-Investments. Vintage Mode wird bald so heiß gehandelt, wie die aktuell krisensicheren Handtaschen. Dabei spielt natürlich besonders die Exklusivität eine Rolle. Wenn das Vintagekleid-, Hose oder Jeansjacke dann noch von Kendall Jenner herself mit Kaviar bekleckert wurde, steigt der Preis ins Unermessliche. 

Die teuerste Vintage-Mode aller Zeiten

Das sorgte für so manchen Rekord. Die Air Jordan 1985, die von Michael Jordan getragen und unterschrieben zum Verkauf freigegeben wurden, erzielten im Mai wahnsinnige 560.000 Dollar. Eine goldene Hermès Birkin Tasche mit 10.23 Karat Diamanten ging für 293.000 Dollar über den Auktionstisch. 

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