Es waren Orte wie Simmern-Rheinböllen oder Lauenau, die im letzten Jahr Schlagzeilen machen. Der verheerende Grund für ihre unrühmliche Bekanntheit: eine Wasserknappheit vor Ort. Denn wochenlang regnete es nicht, die Temperaturen kletterten nach oben und gleichzeitig stieg die Wassernachfrage.

Die Kommunen waren zum Handeln gezwungen. Um Wasser zu sparen, stellten sie zahlreiche Verbote auf. So durften die Einwohner:innen nicht mehr ihre Planschbecken mit Wasser befüllen, den Garten sprengen oder das Auto auf dem eigenen Grundstück waschen.

Das große Problem dabei: Was im letzten Jahr passiert ist, könnte sich in Zukunft wiederholen. Davor warnen nun Expert:innen.

Wasserknappheit: Warum das Problem schlimmer werden könnte

Obwohl Deutschland ein wasserreiches Land ist, steht die Trinkwasserversorgung vor großen Herausforderungen: Der Niederschlag ist je nach Region sehr unterschiedlich verteilt und der Klimawandel verschärft das Problem zusätzlich. Eine Lösung dafür? Nannte Armin Schuster, der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungshilfe und Katastrophenschutz (BKK), im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Ich will keinen Alarm schlagen, dazu ist es noch zu früh. Aber ein ressourcenschonender, nachhaltiger Umgang mit Wasser sowie eine erhöhte Selbstschutz- und Selbsthilfefähigkeit in der Bevölkerung bei extremen Wetterlagen ist bereits heute sehr angezeigt.“

Wasserknappheit in Deutschland: Das müssen wir tun

Um der Wasserknappheit vorzubeugen, will das BKK eigenen Angaben zufolge fast 60 Millionen Euro in die Sanierung von Trinkwassernotbrunnen, Verbundleitungen und die Notstromversorgung der Wasserversorger pumpen.

Doch um das Problem der Wasserknappheit zu lösen, dürften in Zukunft auch weitere Ideen gefragt sein. Etwa smarte Bewässerungen des eigenen Gartens. Oder die Renaturierung von Flüssen und Auen, also die Wiederherstellung von ihren natürlichen Zuständen und vor allem auch eine nachhaltigere Landwirtschaft. Aber damit nicht genug. Auch die Flächenversiegelung, also die Betonierung, Pflasterung und Asphaltierung des Bodens müsste gestoppt werden, damit der Niederschlag besser in den Boden einsickern und dort Wasservorräte auffüllen kann.

Wassermangel
Wasserknappheit könnte zunehmend zum Problem werden. Foto: rclassenlayouts / rclassenlayouts/ istock

Doch längst ist es nicht mehr nur die Wasserknappheit, die durch den Klimawandel zum großen Problem werden könnte. Sondern die Erderwärmung erhöht auch das Risiko für Waldbrände und extreme Wetterwechsel. Das Bundesamt für Bevölkerungshilfe und Katastrophenschutz bereitet sich deshalb auch auf diese verheerenden Folgen vor.

Schuster erklärte im Interview, dass sein Amt schon jetzt darüber nachdenkt, was passiert, „wenn die Folgen des Klimawandels nicht früh genug gestoppt werden können“. Sein Fazit: Nicht nur der Staat hat die Aufgabe vorzusorgen, sondern auch alle Bürgerinnen und Bürger.

Übrigens: Wir haben bereits im letzten Jahr über den Wassermangel in vielen deutschen Kommunen berichtet und Lösungsvorschläge gesammelt. Du findest sie hier.