skandinavische mode
Wenn Copenhagen Fashion Week ist, wird es stylisch & nachhaltig zugleich. Hier: Annabel Rosendahl, Darja Barannik & Tine Andrea. Foto: Christian Vierig/Getty Images

Die Skandinavier:innen können einfach alles: Sie sehen umwerfend aus, leben in minimalistisch-stilvoll eingerichteten Häusern und sind wahnsinnig gut angezogen. Und natürlich sind sie Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Genug Gründe, sich einmal anzuschauen, was wir uns in Sachen Mode, Design und Produktionsstandards bei unseren Nachbarn abschauen können. Diese skandinavischen Mode-Labels solltest du kennen!

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Emili Sindlev ist eine Influencer- Ikone der skandinavischen Mode. Foto: Edward Berthelot/Getty Images

Mehr als ein Trend: Skandinavier sind Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit

Während in Deutschland noch immer mehr diskutiert als gemacht wird, nähern sich die skandinavischen Länder geradewegs dem 1,5 Grad- Ziel. Eine Untersuchung von Germanwatch und dem New Climate Institute hat im Herbst 2021 ergeben, dass Dänemark, Norwegen und Schweden die höchsten Ambitionen für mehr Klimaschutz zeigen. Das ist wenig verwunderlich, führt Skandinavien doch traditionell die Rankings der umweltfreundlichsten Länder an.

Dieses Engagement zeigt sich auch in der skandinavischen Mode. Das trifft sich deshalb so gut, weil sich das skandinavische Design nicht nur im Interior-Bereich, sondern auch in der Mode weltweit größter Beliebtheit erfreut. Wenn man sich den „Skandi-Chic“ einmal genauer anschaut, wird deutlich: Das skandinavische Erfolgskonzept liegt in der Verbindung zur Natur – und das auf allen Ebenen.

Skandinavische Mode: Liebe zur Natur statt Geldmacherei

Skandinavien ist aufgrund seiner umwerfenden Natur ein beliebtes Reiseziel. Davon profitieren natürlich auch Skandinavier:innen, die in Großstädten leben: „Es ist sehr einfach, in die Natur zu kommen. Man kommt von Stockholm aus in 20 Minuten an wunderschöne Seen und Wälder“, sagt Sebastian Westin, der Gründer des Taschenlabels Sandqvist.

Wer die Natur liebt, schätzt sie und tut sein Bestes, sie zu schützen. So ist Nachhaltigkeit für viele skandinavische Mode-Labels eine Selbstverständlichkeit und keine Marketing-Strategie, wie es hierzulande oft der Fall ist. Große Marken skandinavischer Mode wie Flippa K und Baum und Pferdegarten haben das Öko-Image nachhaltiger Fashion erfolgreich entstaubt und gehören zu den gefragtesten Labels der Welt.

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Flippa K ist eine der erfolgreichsten Labels aus Skandinavien. Hier trägt Elise Soho einen Mantel der Kult-Brand. Foto: Jeremy Moeller/Getty Images

Nachhaltige skandinavische Mode-Marken (für jedes Budget)

Die skandinavische Mode ist genau wie das Interiordesign geschmackvoll, zurückhaltend und vor allem: zeitlos. Statt nach Trends wird sich hier auf Qualität und Langlebigkeit konzentriert, Schnitte und Designs werden so gewählt, dass sie immer tragbar und einfach zu kombinieren sind. Wer sich eine Capusle Wardrobe aufbauen will, ist mit skandinavischer Mode gut beraten.

Die Klassiker der skandinavischen Mode: Flippa K & Baum und Pferdegarten

Wer in Metropolen wie Berlin und Kopenhagen modisch etwas auf sich hält, trägt Flippa K. Seit 1993 versorgt uns die schwedische Brand mit schlichter, aber stets stilvoller Kleidung, immer nach dem Motto: „internationale Mode im Geist und skandinavischer Stil im Herzen.“ Den skandinavischen Geist spürt man an der tollen Qualität, aber auch im Geldbeutel. Für ein Shirt aus nachhaltigem Tencel musst du um die 200 € rechnen, für eine lange Stoffhose knapp 300 €.

Im gleichen Preissegment bewegt sich ein weiterer Klassiker skandinavischer Mode, nämlich Baum und Pferdegarten. Das Label wurde 1999 in Kopenhagen gegründet – und zwar von zwei Frauen: Rikke Baumgarten und Helle Hestehave. Ihre zeitlosen und designorientierten Kollektionen sind voll von tollen Kontrasten und hohen Qualitätsstandards.

Beide Label legen großen Wert auf eine nachhaltige und faire Produktionsweise. Dabei liegt der Fokus auf der langfristigen Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Produzenten und eine hohe Transparenz der Käuferschaft gegenüber.

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Das skandinavische Label Designers Remix auf der Copenhagen Fashion Week. Foto: AFP PHOTO / SCANPIX DENMARK / JEPPE BJOERN VEJLOE +++ DENMARK OUT (Photo credit should read JEPPE BJOERN VEJLOE/AFP via Getty Images

Blanche, Bruuns Bazar & Co.: Nachhaltige Skandi-Labels für einen mittleren bis kleinen Geldbeutel

Markenkleidung von Flippa K oder Baum und Pferdegarten muss man sich leisten können. Für etwas kleinere Budgets gibt es in der skandinavischen Mode aber jede Menge Alternativen, die zwar noch nicht einen solchen Kult-Status erreicht haben, in Sachen Nachhaltigkeit und Design aber locker mit den großen Playern mithalten können.

Eines unserer liebsten Skandi-Labels für einen mittleren Geldbeutel ist Blanche. Die Gründerinnen Mette Fredin und Melissa Bech der dänischen Brand verrieten 2020 im Interview mit Beige, dass auch sie auf ein langfristiges Vertrauensverhältnis zu ihren Lieferanten bauen und faire Arbeitsbedingungen schaffen. Um Transportwege zu verkürzen, beschäftigen sie hauptsächlich europäische Lieferanten und verfolgen ihre Nachhaltigkeitsstrategien konsequent. Eine Bluse aus 100 % Bio-Baumwolle kostet um die 150 €.

Weitere tolle skandinavische Mode-Marken, die hohen Umweltstandards folgen und bezahlbar sind, sind Bruuns Bazar, Designers Remix, Hank Jobenhavn oder Won Hundred.

Noch etwas günstiger wird’s bei Minimum, die zugeben, noch „eine weite Strecke“ in Richtung vollständiger Nachhaltigkeit vor sich zu haben. Dabei ist das dänische Label schon besser als die meisten anderen: Es verwendet hauptsächlich nachhaltigere Fasern wie Tencel oder Bio-Baumwolle, nutzt umweltfreundliche Druckverfahren und entwickelt eine effiziente Abfallbewirtschaftung in ihrer Wertschöpfungskette. Eine Baumwollbluse kostet hier circa 60 €.

Zukunftsgerichtet: Was ist dir deine Kleidung wert?

Schaut man sich auf den Seiten skandinavischer Mode-Marken um, fällt auf, dass praktisch alle klarstellen, dass sie sich im Prozess einer Entwicklung zur vollständig nachhaltigen Produktion befinden. Dabei sind sie alle schon so viel weiter als die allermeisten anderen Fashion-Brands auf dem Markt – umgekehrtes Green Washing sozusagen. Während die Fast Fashion Industrie Nachhaltigkeit als Trend versteht und mit halb garen „Öko“-Labels wirbt, ist hier echter Wandel im Gange, der von Herzen kommt.

Dass ein Shirt für 15 € nicht wirklich „green“ sein kann, auch wenn als solches deklariert wird, müsste eigentlich jedem und jeder klar sein. Nachhaltige Mode ist teurer, ja, aber sie ist auch von einer dementsprechenden Qualität. Gerade bei den genannten skandinavischen Marken findest du Teile, die für die Ewigkeit designt sind, weil sie eben nicht der Mode folgen, sondern den Anspruch haben, jeden Trend zu überdauern. Und man muss ja nicht alles neu kaufen: Second Hand oder bei Vinted findest du Shirts von Flippa K schon ab 5 € – das ist dann doppelt nachhaltig.

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Du willst mehr Nachhaltigkeit in deinem Alltag integrieren? Unsere Redakteurin Anika stellt dir einige Tipps und Tricks vor.