Laut Greenpeace wird jedes fünfte Kleidungsstück so gut wie nie getragen. Allein in Deutschland liegen eine Milliarde Kleidungsstücke ungenutzt im Schrank. Währenddessen produziert die Fast Fashion Industrie fröhlich weiter. Am Ende landet vieles entweder in der Altkleidersammlung und wird höchstens zu Reinigungstüchern verarbeitet – oder landet direkt im Müll. Das ist alles andere als umweltfreundlich. Weder hier, noch in den asiatischen Produktionsländern, in denen für eine einzige Jeans bis zu 7.000 Liter Wasser verbraucht werden. 

Das Problem: Unsere Kleidung besteht zumeist aus Mischgewebe. Zur Baumwolle gesellen sich eine Menge zusätzliche Materialien, wie zum Beispiel Polyester. Das macht das Recyceln von Klamotten schwierig. Deswegen wird Baumwollkleidung – getragen oder nicht getragen – am Ende meist verbrannt. Jetzt ist erstmals eine kleine Recycling-Revolution geglückt: Forschern ist es gelungen, recycelte Baumwolle herzustellen.

Plastikberge Februar 2020 in Indien Mikroplastik
Die Plastikberge richten vor allem in den Produktionsländern riesige Verschmutzungen an.(Photo: istock.com/Subodh Agnihotri)

Recycelte Baumwolle spart Ressourcen

Üblicherweise wird bei der Klamottenproduktion Zellstoff aus Holz zu Textilfasern, beziehungsweise Viskosefasern, verarbeitet. Das Forscherteam des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung in Potsdam hat im Auftrag des schwedischen Unternehmens re:newcell, dass sich auf nachhaltige Kleidung spezialisiert hat, ein Verfahren entwickelt, mit dem die verschiedenen Fasern in der Kleidung getrennt werden können. Der reine Baumwoll-Zellstoff kann so zu Viskosefasern weiterverarbeitet werden.

Was ist daran besonders nachhaltig?

Viskose ist erst einmal ein pflegeleichter, robuster und feuchtigkeitsregulierender Stoff. Die von den Forschern hergestellten Viskosefasern bestehen aus reiner Zellulose, der Basis von Viskose, der normalerweise aus dem Holz von Buchen, Fichten, Bambus oder Eukalyptus gewonnen wird. Erst durch den Zusatz von chemischen Mitteln, wird daraus ein synthetischer Stoff. 

Reine Zellulose verrottet und trägt damit nicht zur Mikroplastik-Verschmutzung bei, ganz im Gegensatz zu Polyester. Die erdöl-basierten Fasern nehmen immer noch gut 60 % des Weltmarktes ein

Fast Fashion Modegeschäft
Die Fast Fashion-Industrie pfeift auf Nachhaltigkeit.(Photo: unsplash.com/Artem Beliaikin)

Laut den Forschern lässt sich die recycelte Naturfaser-Baumwolle als alternative Zellstoff-Basis etablieren und auch in der Massenproduktion einsetzen. Ob die Fast Fashion-Industrie endlich schrumpft, wird sich zeigen. Zumindest treibt es die nachhaltigen Entwicklungen in der Modeindustrie an und die Hoffnung lebt, dass die Greenpeace-Studie das nächste Mal nicht mehr ganz so dramatisch ausfällt.

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