Wieso darf man eigentlich die Apfelschale mitessen und soll die der Birne liegenlassen? Ist da etwas Wahres dran, oder ist das nur Quatsch? Wir haben uns die Inhaltsstoffe der Obstschalen angeschaut und können dir erklären, was die Schalen so bedenklich macht.

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Die meisten Obstschalen kann und sollte man mitessen. Credit: Foxys Forest Manufacture/Shutterstock / Foxys Forest Manufacture/Shutterstock

Äpfel und Birnen sollte man nicht vergleichen, ist klar. Vor allem dann nicht, wenn es metaphorisch gemeint ist. Wir müssen es heute aber doch tun, denn es gibt noch immer einige Ungereimtheiten bei der Frage: Darf man die Schale von Birnen genauso mitessen wie von Äpfeln? Solltest du dich das auch schon einmal gefragt haben, oder – noch schlimmer – noch nie gefragt haben, dann lies jetzt weiter.

Äpfel & Birnen: Die Schale des Obstes

„Die Schale von Obst ist das Gesündeste an der gesamtem Frucht.“ So haben es die meisten von uns von Kindesbeinen an gelernt. Denn „In der Schale stecken doch die meisten Vitamine.“ Und generell stimmt das auch. Die Bundesforschungsanstalt (BFE) in Karlsruhe untersucht die Wirkungen und Nebenwirkungen von verschiedensten Obstsorten ständig und kommt zu folgenden Schlüssen:

Obst sollte laut Verbraucherexperten am besten immer mit der Schale verzehrt werden. Ja, auch Ananas, Kiwis und Bananen gehören zu den Obstsorten, die man mit der Schale essen darf und sollte. Diese sind allerdings sehr bitter und schmecken nicht jedem.

Was kann die Schale von Obst generell?

  • Die Konzentration von Ballaststoffen, Mineralien und Vitaminen ist in der Obstschale ungleich höher als in der eigentlichen Frucht.
  • Besonders die Schale von Kernobst wie Äpfeln, Birnen und Pfirsiche besitzen besonders viele Mineralien.
  • Problematisch können vor allem Pestizide werden, die sich um der Schale des Obstes ziehen. Experten sprechen aber davon, dass man die Schale trotz der Pestizide mitessen könne. Man müsse das Obst nur gründlich mit warmem Wasser abwaschen. Allerdings ist die Menge an Pestiziden, die deutschen Supermärkten auf dem Obst gefunden werden, nicht hoch genug, um ungesund für den Menschen zu sein. Selbst ungeputztes Obst ist also gesünder als geschältes Obst.

Apfelschale: Das ist so besonders an ihr

Die Schale von Äpfeln scheint einem schon beinahe magische Kräfte zu haben, wenn man sich die Schlüsse der Bundesforschungsanstalt (BFE) anschaut. Wir zeigen euch anhand eines handelsüblichen Apfels (ca. 100 Gramm) mit Schale, was alles darin steckt.

  • In der Schale des Apfels sind beispielsweise 70 mal mehr sekundäre Pflanzenstoffe vorhanden als im Fruchtfleisch des Apfels.
  • Darin stecken circa 4,4 Gramm Ballaststoffe. Ohne die Schale sind es weniger als die Hälfte. Ballaststoffe sind wichtig für die Verdauung.
  • Darin stecken Vitamine en mas: 8,4 Milligramm Vitamin C, 98 sogenannte ‚Internationale Einheiten‘ (IE) von Vitamin A. Ohne die Schale sind es noch 6,4 Milligramm Vitamin C und 61 IE Vitamin A.
  • Der Wirkstoff Quercetin, der vor allem in der Apfelschale steckt, kann Atemprobleme mildern. Außerdem soll dadurch sogar Krebs besser vorgesorgt werden.
  • Der Wirkstoff Urolsäure ist wichtig für die Bildung von Muskeln und braunem Fettgewebe. Braunes Fett ist vor allem dann wichtig, wenn du eine Frostbeule bist, denn es hält dich warm. Natürlich kann durch die Bildung von Muskeln die Kalorienverbrennung angeregt werden.
Birne
Die Schale der Birne: Lecker, aber gefährlich? Credit: baibaz/ getty Images via canva.com /

Birnenschale: Vorsicht ist geboten

Auch in der Schale der Birne stecken die meisten gesunden und guten Stoffe des Obstes, die der menschliche Körper braucht. Auch hier finden sich mehr Mineralien, Ballaststoffe und Vitamine als im Rest des Fruchtfleisches. Vitamin C und A, Folsäure, Kalium, Calcium, Eisen finden sich in der Birne en mas! Wer eine Birne am Tag isst, der braucht danach kein Vitamin C mehr zu sich zu nehmen. Allerdings gibt es auch Grund zur Verunsicherung.

  • In der Birne (100 Gramm) steckt eine hohe Konzentration Arbutin (4,8 Milligramm). Arbutin ist ein Stoff der bei der Verdauung in Hydrochinon umgewandelt werden kann. Das ist erst einmal nicht schlimm.
  • Tierversucher haben aber herausgefunden, dass Hydrochinon krebserregend wirken kann. Und diese wiederum kann laut Tierversuchen Krebs erregen. Das haben Untersuchungen am Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam ergeben.
  • Der Studienleiter Michael Blaut sagte dazu: „Ob und welche Rolle dieser Prozess für die Entstehung von Darmerkrankungen wie beispielsweise Darmkrebs spielt, können wir zum derzeitigen Zeitpunkt nicht sagen.“
  • Es ist bereits klar, dass der menschliche Körper 64 bis 75 % des Hydrochinons abbauen und durch Urin ausscheiden kann. Doch was mit dem Rest genau passiert, ist eben unklar.
  • Das Fazit der Expert:innen ist: „Wer sehr oft und viele Birnen essen, die Birnen vor dem Verzehr lieber schälen.“

Fazit: Eigentlich jedes Obst mit Schale, aber…

Wieder einmal kommen wir zu dem Fazit: Die Menge macht’s! In der Schale der allermeisten Obstsorten stecken die besten Stoffe der gesamten Frucht. Die Vitamine, Ballaststoffe, Mineralien, Folsäure, Kalium, Calcium und Eisen sollte man auf keinen Fall unterschätzen. Die moderne Ernährung ist ungesund genug, als dass wir anfangen Obst zu schälen. Obstschalen können nicht nur den Stoffwechsel anregen und die Fettverbrennung steigern.

Nur bei Birnen sollte man aufpassen. Wer wirklich großer Birnenfanatiker ist, der sollte die Schale besser entfernen. Und immer merken: Jedes Obst waschen! Pestizide gehören selbst in geringen Dosen nicht zu einem guten Snack.

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