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Studie zeigt: Nachts essen verändert, wie viele Kalorien dein Körper verbrennt

Eine neue Studie hat ergeben, dass es nicht nur darauf ankommt, was wir essen, sondern auch wann. Das passiert, wenn wir nachts essen.

Frau Kühlschrank nachts essen
Eine neue Studie hat ergeben, dass nachts essen Auswirkungen auf den Fettaaufbau hat. Foto: Getty Images/domoyega

Gerade an stressigen Tagen kommen wir oft erst spät abends dazu, richtig zu essen. Der Hunger ist dann verständlicherweise groß und die Mahlzeit fällt dementsprechend üppig aus. Dass das auf Kosten unseres Schlafes gehen kann, weißt du sicher. Vielleicht hast du dich auch schon mal mit vollem Magen nachts im Bett umher gewälzt. Doch nachts essen hat auch Auswirkungen darauf, wie viele Kalorien dein Körper verbrennt. Das hat eine neue Studie ergeben. wmn kennt die Hintergründe.

Mythos auf dem Prüfstand: Macht nachts essen dick?

Vielleicht hast du auch schon mal von dem Mythos gehört, dass spät abends essen dick macht. Anhänger:innen dieser Theorie begründen das damit, dass man sich nach dem Abendessen nur noch wenig bewege und dadurch die aufgenommenen Kalorien nicht mehr verbrennen könne. Diese Behauptung wurde mit dem Argument widerlegt, dass es egal sei, wann man isst – es kommt nur auf die Anzahl der Kalorien an.

Nun ist eine neue Studie erschienen, die diese Theorie erneut auf den Prüfstand stellt. Forscher:innen des Brigham and Women’s Hospital in Boston, USA, sagen: Wer spät abends isst, stört dadurch nicht nur seinen Schlaf. Eine zu späte Mahlzeit beeinflusst auch das Hungergefühl, die Energieverbrennung und den Fettabbau im Körper.

Wie eine frühere Studie gezeigt hatte, gibt es nämlich einen Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt, wann man etwas isst und einer Gewichtszunahme. „Frühere Untersuchungen von uns und anderen hatten gezeigt, dass spätes Essen mit einem erhöhten Risiko für Fettleibigkeit, erhöhtem Körperfettanteil und vermindertem Erfolg beim Abnehmen verbunden ist. Wir wollten verstehen, warum“, erklärt der Neurowissenschaftler Frank Scheer.

Studie untersucht, wie sich nachts essen auf den Körper auswirkt

An der Studie nahmen 16 Teilnehmer:innen mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 25 teil. Damit galten sie als übergewichtig oder adipös.

Das Experiment fand in 2 Runden statt. In der ersten Runde nahmen sie um 9 Uhr ihr Frühstück zu sich, um 13 Uhr ihr Mittagessen und um 18 Uhr ihr Abendessen. In der zweiten Runde, die einige Wochen später stattfand, wurden die Essenszeiten nach hinten verschoben. Die erste Mahlzeit gab es erst um 13 Uhr, die zweite um 17 Uhr und die letzte um 21 Uhr.

Beide Runden dauerten jeweils 6 Tage. Die Proband:innen wurden währenddessen genau untersucht. Es wurden Blutproben genommen, Umfragen gemacht und Messungen durchgeführt. Heraus kamen 3 wichtige Erkenntnisse.

Pizza
Pizza am Abend macht satt – doch zu spät solltest du sie nicht essen. Foto: gettyimages/ eclipse_images

Erkenntnis Nr.1: Wer später isst, hat mehr Hunger

Wie das Experiment zeigte, war der Hormonspiegel von Leptin, dem Hormon, welches das Sättigungsgefühl auslöst, 24 Stunden lang niedriger, als bei den Proband:innen, die bereits um 18 Uhr ihre letzte Mahlzeit einnahmen. Das bedeutet: Wer sein Abendessen schon früh isst, hat am darauffolgenden Tag weniger Hunger.

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Erkenntnis Nr. 2: Wer später isst, verbrennt langsamer Kalorien

Die Messungen ergaben außerdem, dass der Körper die Kalorien nur langsam als Energie verbrannte, wenn die letzte Mahlzeit des Tages erst um 21 Uhr aufgenommen wurde. Kalorien werden demnach schneller verbrannt, wenn man bereits früh zu Abend isst.

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Erkenntnis Nr. 3: Nachts essen hemmt den Fettabbau

Besonders interessant war die Auswirkung auf den Fettabbau. Nachts essen steigert laut den Ergebnissen des Experiments den Fettaufbau und verlangsamt den Fettabbau. Das erhöhe langfristig das Risiko, übergewichtig zu werden, so die Forscher:innen.

Fazit: Nie wieder nachts essen?

Wenn du dir jetzt vorgenommen hast, nach 18 Uhr keinen Bissen mehr zu essen, können wir dich beruhigen: Du darfst und sollst auch weiterhin abends essen – und auch nachts, wenn du Hunger hast. Da die Studie mit nur 16 Personen durchgeführt wurde, kann man das Ergebnis nämlich nicht auf die gesamte Menschheit übertragen.

Wichtiger ist es, zu beobachten, ob du ein spätes Abendessen gut verträgst, oder ob es dir möglicherweise schadet und dein Schlaf darunter leidet. Nicht zuletzt ist vor allem entscheidend, was du isst: Eine fettige Pizza wird dir vermutlich schwerer im Magen liegen als eine leichte Suppe.