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Kalorien zählen: 5 Gründe, warum es dich krank machen kann

Musst du aus gesundheitlichen Gründen Gewicht verlieren, kann Kalorien zählen beim Abnehmen helfen. Doch du solltest aufpassen: Die Zählerei kann dir auch schaden!

Frau Küche traurig
Wenn deine Gedanken nur noch ums Essen kreisen, solltest du mit dem Kalorien zählen besser aufhören. Foto: Getty Images / Igor Ustynskyy

Zählst du die Kalorien in deinem Essen? Es kann gute Gründe geben, das zu tun. Vielleicht möchtest du gesünder werden und Gewicht verlieren, vielleicht willst du überprüfen, ob du genug Nährstoffe zu dir nimmst, oder du beschäftigst dich einfach gern mit deinem Essen. Doch du solltest wissen: Kalorien zählen kann auch krank machen. Wir zeigen dir, wie du herausfinden kannst, ob dein Verhalten noch gesund oder bereits bedenklich ist.

Kalorien zählen kann sinnvoll sein

Die Kalorien zu zählen, kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn du Gewicht verlieren möchtest. Denn um abzunehmen, musst du wissen, wie viel Energie dein Körper täglich benötigt und wie viel du ihm zuführst. Lieferst du deinem Körper weniger Kalorien, als er braucht, nimmst du ab. Nur wenn du die Kalorien in deiner Nahrung zählst, weißt du, wie viel du essen kannst, um im Kaloriendefizit zu bleiben.

Wer sein Gewicht halten will, aber immer viel Hunger und großen Appetit hat, kann das Kalorien zählen ebenfalls nutzen, um seine Energiezufuhr nicht zu übersteigen. Und auch Personen, die aus gesundheitlichen Gründen zunehmen sollten, kann es helfen, Kalorien zu zählen.

Wann Kalorien zählen krankhaft wird

Doch Kalorien zählen kann auch problematisch werden. Zum Beispiel dann, wenn deine Gedanken nur noch um Essen kreisen und du statt Lebensmitteln nur noch Kalorien auf deinem Teller siehst. Wir haben 5 Gründe aufgelistet, warum du das Kalorienzählen besser sein lassen solltest:

1. Kalorien bestimmen nicht den Wert eines Lebensmittels

100 Kalorien sind nicht 100 Kalorien: Du kannst damit einen Apfel essen, aber auch einen Schokoriegel – oder ein Ei. Alle drei Lebensmittel enthalten völlig unterschiedliche Nährstoffe. Du siehst: Es geht nicht nur um Kalorien.

Schokolade oder Apfel
Die Schokolade enthält schlechte, der Apfel gute Kalorien? Ganz so einfach ist es nicht! Foto: Getty Images / Peter Cade

2. Kalorienreduzierte Produkte sind oft Mogelpackungen

Du kaufst lieber Light-Produkte, weil diese weniger Kalorien haben und angeblich gesünder sind? Dann bist du leider auf ein falsches Werbeversprechen reingefallen. Denn viele Produkte haben zwar weniger Kalorien – enthalten dafür aber mehr Zucker oder andere ungesunde Zusatzstoffe, um den Geschmacksverlust wieder auszugleichen. Noch dazu isst man von kalorienreduzierten Produkten häufig mehr – und trickst sich damit selbst aus.

3. Du kannst dein Essen nicht mehr genießen

Lebensmittel sind nicht nur Energielieferanten. Sie schenken uns Genussmomente, wecken Erinnerungen, sorgen für Geselligkeit und trösten uns an schlechten Tagen. Ja, auch das ist okay. Solange es nicht zur Gewohnheit wird. Was du gegen emotionales Essen tun kannst, liest du hier.

4. Kalorien zählen kann Essstörungen begünstigen

Wenn sich deine Gedanken nur noch ums Essen drehen, du nur noch am Rechnen bist und vielleicht sogar von Lebensmitteln träumst, befindest du dich bereits in einer gefährlichen Abwärtsspirale. Denn wer permanent Kalorien zählt und sich nur noch damit beschäftigt, hat ein hohes Risiko dafür, eine Essstörung zu entwickeln. Betroffene merken das leider häufig erst dann, wenn sie allein nicht mehr aus der Gedankenspirale rauskommen.

Solltest du Anzeichen für eine Essstörung bei dir selbst oder einer Person aus deinem Bekanntenkreis feststellen, wende dich bitte online an die Beratungsstelle der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder an das Info-Telefon unter  0221 892031.

5. Du kannst dein Sättigungsgefühl verlieren

Wenn du permanent darauf achtest, eine bestimmte Anzahl an Kalorien zu dir zu nehmen und diese Grenze nicht zu übersteigen, verlierst du dein natürliches Gefühl für die Einschätzung von Mengen. Durch die ständige Restriktion übergehst du dein Hungergefühl – bis du es irgendwann komplett ignorierst. Ein gefährlicher Zustand, der z. B. Essanfälle fördern kann.

Weiterlesen: Fitness-Influencerin Sophia Thiel hat offen über ihre Essanfälle gesprochen und was ihr geholfen hat, aus der Essstörung herauszukommen.

Besser als Kalorien zählen: Nährstoffe checken

Wenn es dir vor allem darum geht, gesund und fit zu bleiben, kann es sinnvoller sein, deine Lebensmittel auf den Gehalt ihrer Nährstoffe zu überprüfen, statt Kalorien zu zählen. Nimmst du genug Calcium zu dir? Bist du Veganer:in und musst auf deine Eisenzufuhr achten? Oft ergibt sich durch die aufgenommene Menge an Nährstoffen schon die für dich passende Anzahl an Kalorien.

Bei der Auswahl der Lebensmittel hilft es auch, Kalorien und Nährstoffe in Relation zu setzen. In diesem Artikel erfährst du, wie das geht. Übrigens ist es völlig natürlich, hin und wieder etwas mehr als den eigenen Energiebedarf zu sich zu nehmen. Dein Körper kann das gut ausgleichen.