Politische Themen spielen in unserer Gesellschaft eine immer größere Rolle und auch bei Dating-Apps wie Tinder ist die politische Einstellung ein wichtiger Faktor für Matches. Das fand die Dating-App nun im Zuge einer Umfrage heraus. Grund für die Tinder-Studie war die kommende Bundestagswahl. So hat Tinder über ihr neues Feature Tinder Vibes nachgefragt, ob und wie wichtig die Politik bzw. politische Einstellungen beim Dating sind und wie man definitiv kein Date bekommt. 

Tinder Studie: Diesen Mann würden Frauen nicht daten 

Die Tinder Studie ergab, dass 60 Prozent der Frauen zwischen 18 und 22 Jahren niemals einen Mann daten würden, der eine andere politische Meinung vertritt als sie selbst. Die Männer auf der Dating-App finden eine nicht gemeinsame politische Meinung nicht ganz so schlimm.

So gaben nur 31 Prozent der Männer an, sich nicht mit Frauen zu verabreden, die politisch eine andere Meinung teilen, als sie selbst. Fast 50 Prozent der Männer sind sogar der Meinung, beim Dating darüber hinwegsehen zu können, wenn die Frau politisch komplett anders eingestellt ist. Von den Frauen könnten das nur 18 Prozent.

Übrigens: Diese Tinder-Studie belegt, dass Paare, die sich online kennengelernt haben, schneller zusammenziehen.

Menschen, die uns ähneln, sind uns sympathischer 

Doch warum wollen wir laut der Tinder-Studie bevorzugt Menschen daten, die dieselbe politische Meinung teilen wie wir selbst? Laut Wera Aretz, Professorin für Wirtschaftspsychologie an der Kölner Hochschule Fresenius, ist das relativ gängig: “Die Homophilie-Hypothese besagt ganz allgemein, dass eher Beziehungen zwischen Menschen entstehen, die ähnliche Merkmale aufweisen”. Dies wurde bereits in verschiedenen Studien belegt. So neigen Personen mit gleichen oder ähnlichem Bildungsniveau verstärkt dazu, sich in intimen Beziehungen zusammenzuschließen, so Aretz. 

Affäre
Gleich und Gleich gesellt sich gern, auch in der Politik. Credit: Getty Images/ Willie B. Thomas

Kein Wunder also, dass man sich einen Partner oder eine Partnerin wünscht, die auch in Sachen Politik die gleichen Ansichten teilt. Laut der Professorin spielt die Politik beim Dating jedoch eine individuelle Rolle. Demnach sei es entscheidend, wie wichtig einem selbst politische Ansichten und Überzeugungen sind: “Ist man politisch sehr aktiv und hat Politik einen hohen Stellenwert im Leben, wird man eher auch die politische Einstellung eines Gegenübers überprüfen. Die Politik nimmt dann also insgesamt einen höheren Stellenwert ein.”

Aber auch die Frage, wie radikal oder extrem die Einstellungen der anderen Person ist, spielt beim Dating eine Rolle. So würde laut einer Studie von LoveScout24 jede:r zweite Befragte einen politisch andersdenkende:n Partner:in tolerieren, wenn er oder sie keine radikale Partei wählt. Dass sich ein ein AfD-Wähler und eine Antifa-Aktivistin auf Tinder verabreden, ist also sehr, sehr unwahrscheinlich.