Eine neue Studie aus der Schweiz zeigt, dass wir Dating-Apps zur Partnersuche bisher unterschätzt haben. Denn sie können locker mit Beziehungen aus dem echten Leben mithalten. Was Online-Beziehungen den Paaren aus dem Real Life voraushaben, erfährst du hier.

Online-Dating ist im Trend, aber auch „Online-Beziehungen“?

Besonders in den jüngeren Generationen Y und Z sind Datingapps Gang und Gebe zur Partnersuche. Zwar kennen wir alle dir Tücken aka die vielen Fuckboys- und girls, die uns das Leben auf Tinder und Co. nicht gerade erleichtern, doch wir kennen eben auch mindestens ein Paar, was sich genau dort kennengelernt hat.

  • Glaubst du nicht? Allein in unserer kleine Umfrage zur Erfahrung mit Dating-Apps haben sich drei Paare Online kennen gelernt.

Trotzdem haben Dating Apps wie Tinder und seine Alternativen einen ziemlich schlechten Ruf in Sachen Beziehung und wer sich einmal durch die Profile swiped, sieht das schon im Vorstellungstext: „Wir erzählen unseren Eltern, dass wir uns im Supermarkt kennengelernt haben.“, steht dann dort. Denn selbst der Supermarkt klingt romantischer als eine App.

Online-Beziehungen sind weniger wert?

So ist zumindest der allgemeine Konsens in der Öffentlichkeit. „Die Beziehung kann ja nicht halten, wenn man sie mit einem Wisch weiter swipen kann.“, schwingt da oft mit. Aber dem ist gar nicht so. Gina Potarca, die Leiterin der Studie fand nämlich heraus, dass online-gefundene Beziehungen genauso gut sind wie die aus dem echten Leben.

Sie untersuchte dazu die Daten von 3.254 Paaren aus der Schweiz, die sich online (Apps, Websites oder Social Media) und offline kennengelernt hatten. Die Pärchen wurden außerdem zu ihren längerfristigen Intensionen in der Beziehung befragt. Das erstaunliche Ergebnis: Paare, die sich onlinekennen gelernt hatten, zeigten einen größeren Wunsch bald zusammen zu ziehen. Und Online-Paare, die noch nicht zusammen wohnten, waren glücklicher in der Beziehung als nicht-zusammen-wohnende Offline-Paare.

Und es gab noch mehr interessante Ergebnisse: Frauen, die ihre:n Partner:in über eine Dating-App gefunden hatten, gaben einen größeren Kinderwunsch an. Außerdem waren Online-Paare diverser in Sachen Bildungshintergrund, was konkret bedeutet, dass mehr Frauen mit höherem Abschluss nun mit Partnern mit niedrigerem Abschluss zusammen waren.

Online-Beziehungen sind genauso happy wie Paare, die sich offline kennen gelernt haben.

Warum ist das so?

Wieso unterscheiden sich Online-Paare in Sachen Zusammenwohnen, Kinderwunsch und Diversität? Gina Potarca erklärt PsyPost gegenüber, dass es daran liegen könnte, dass die Online-Paare oft nicht den gleichen Freundeskreis teilen würden. Dadurch ist der Wunsch größer, sich öfter näher zu sein durch eine gemeinsame Wohnung. „Man könnte auch schlussfolgern, dass der pragmatische Ansatz, den man zum Onlinedaten braucht […], dazu führt, dass Paare kleinere Schritte in Richtung Ehe machen wollen.“, schlussfolgert Potarca.

Den Bildungsunterschied erklärt sie mit dem Wechsel von echten sozialen Netzwerken wie dem Freundeskreis und Arbeitsplatz (in welchen oft ähnliche Bildungsabschlüsse herrschen) hin zu den Online-Netzwerken, wo Menschen aus unterschiedlichen Bubbles zusammen finden.

Das macht die Partnersuche über Dating-Apps aber nicht leichter

Denn die Studie untersuchte nur bereits gefestigte Beziehungen. Über die Rate von Online-Profilen, die nur auf die schnelle Nummer aus sind oder die „Abschlussrate“ an erfolgreichen Beziehungen über Tinder und Co. sagt das also nichts aus.

Immerhin wissen die Beziehungssuchenden nun, dass sich das Onlinedaten lohnen kann und Partner:innen dort schneller bereit sind, zusammen zu ziehen und (Frauen zumindest) bald Kinder haben wollen.

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