Die Tagesthemen um 22:15 bereiten eigentlich immer verlässlich die Geschehnisse und Ereignisse des Tages auf und erklären selbst hochpolitische Themen für Otto-Normalverbrauchenden. So war es auch gestern Abend (24.08.2021). Doch eines war gestern anders als sonst. Nachdem Caren Miosga mit ihrer Berichterstattung fertig war, bekam Sven Plöger Sendezeit. Auch das ist nichts Besonderes, immerhin ist er der Wettermann der Tagesthemen. Allerdings unterbrach Plöger seinen Wetterbericht, um auf ein ihm sehr am Herzen liegendes Thema aufmerksam zu machen. Welches das ist und warum er das tat, erfährst du hier.

Tagesschau: Wettermann Plöger mit wichtigem Anliegen

Wie immer beginnt der Wettermann Sven Plöger seine Anmoderation und gibt einen kleinen Ausblick auf das Wetter. Doch dann: „Bevor ich darüber spreche, möchte ich noch kurz etwas anderes sagen…“ Plöger geht im Folgenden auf eine gerade erst herausgekommene Studie ein. Die Studie wurde nach dem Hochwasser in NRW vor wenigen Wochen (Mitte Juli 2021) aufgesetzt und durchgeführt.

In Ahrweiler und Umgebung sind 220 Menschen an den Folgen der Starkregenkatastrophe gestorben. Die Fluten kamen überraschend, denn einen solchen Niederschlag hatte es wohl seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland noch nicht gegeben. Teilweise kamen 93 Liter pro Quadratmeter herunter.

Worum geht es in der Klimawandel-Studie?

Die Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen dem Unwetter und dem Klimawandel und wurde von der World Weather Attribution in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) erstellt. Plöger zufolge geht es hier um die sogenannte Attributionsforschung. Das Ergebnis stellt er in den Tagethemen vor: Durch den bereits bestehenden Klimawandel soll das Unwetter begünstigt worden sein: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich solche Katastrophen ereignen, liegt bei 1,2 Mal (20%) bis 9 Mal höher als ohne den Klimawandel, so die Studienergebnisse.

Ein anderes Beispiel: Deutschland ist nicht das einzige Land, das mit Unwettern durch den Klimawandel zu rechnen hat. In Kanada sind dieses Jahr Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius gemessen worden. Hier, im kanadischen Lytton, liegen laut der Studie die Wahrscheinlichkeiten eines klimawandelindizierten Unwetters 150 Mal höher als normalerweise.

19.04.2021: Schon einmal wurden die Tagesthemen unterbrochen

Wir wagen einen Blick in die Vergangenheit: Die Tagesschau wird nicht oft für persönliche Anliegen unterbrochen, doch auch der Wettermann Karsten Schwanke hat das bereits im Frühling dieses Jahres getan. Auch damals war es um den Klimawandel gegangen.

April 2021: Karsten Schwanke macht aufmerksam

Noch bevor Schwanke das Wetter abgefrühstückt hatte, wollte er den Tagesthemen-Zuschauenden einen wichtigen Hinweis mit auf den Weg geben. „Übrigens“ sagte er „Heute kam ja der Klimabericht der WHO heraus. Und nur mal einen Punkt herausgegriffen: Der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt sich weiterhin.“

Schwanke zeigt eine Grafik, die den Anstieg der Meere weltweit darstellt. „Seit den 80er-Jahren stiegen unsere Meere kontinuierlich. Das wirklich Bedenkliche ist aber, dass diese Kurve sich gen Ende zuspitzt und beschleunigt.“ Karsten Schwanke stellt das in Verbindung mit den deutschen Meeren Nordsee und Ostsee. Wenigstens Letzteres wird nämlich bei einem weiteren Anstieg der Meere schnell über ihre Ufer treten.

Mal eben den Klimawandel angesprochen

Karsten Schwanke hat in seinem Wetterbericht mal eben so ganz nebenbei den Klimawandel erwähnt und uns gleichzeitig kritisiert. Vielleicht hat er es auch geschafft, dass die deutsche Bevölkerung sich für den Klimabericht der WHO interessiert.

Was hat der Klimabericht sonst noch ergeben?

Schon letztes Jahr gab es einen Klimabericht der WHO. Damals war noch eine echte Verbesserung der Klimabedingungen weltweit zu verzeichnen. Da aufgrund der Coronapandemie das Leben und die Industrie weltweit heruntergefahren wurden, konnte der Planet wieder aufblühen. Das ist laut WHO Bericht 2021 wieder vernichten worden.

2020 war eines der drei wärmsten je registrierten Jahre

Der Klimabericht befasste sich mit dem Abschluss des Jahres 2020 und errechnete die globale Durchschnittstemperatur. Diese lag gut 1,2 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Das wärmste Jahr war 2016. Danach folgten 2019 und 2020. Die zehn Jahre von 2011 bis 2020 waren das wärmste Jahrzehnt.

Der Bericht bestätigt, was wir alle schon wissen

Es ist für uns alle nichts Neues: Klimawandel is happening, Freunde! Der WHO-Bericht beschreibt ihn sogar als „unerbitterlich“. Es wird deshalb empfohlen, sich auf Extremwetterlagen einzustellen, die erhebliche Schäden anrichten können. Und das nicht nur auf der anderen Seite der Welthalbkugel, sondern eben auch bei uns.

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