Code Red: Die Erde befindet sich in einem Kampf mit sich selbst. Während auf der einen Seite die Unwetter und Regenschauer ganze Städte wegtragen, stehen andere Landkreise in einer solchen Hitzewelle da, dass man schmelzen will. Nun ist der Code Red ausgerufen worden – Das klingt nicht nur ziemlich fatal, das ist es auch. Denn schon jetzt sind sich Expert:innen sicher, dass die globale Erderwärmung sich auf mehr belaufen wird als das Pariser Klimaabkommen es vorschreibt.

Am Montag ist der neue Klimabericht des Weltklimarates (IPCC) herausgekommen und er verheißt bei weitem nichts Gutes. “It’s just guaranteed that it’s going to get worse,”, „Es wird garntiert noch schlimmer.“ sagte die Co-Autorin des Klimaberichts des IPCC Linda Mearns. “Nowhere to run, nowhere to hide.” „Man kann nicht wegrennen oder sich verstecken.“

Code Red: Klimabericht zeigt die Auswirkungen der Menschen auf die Erde

In dem Dokument geht es um die teilweise unaufhaltsamen und beängstigenden Folgen des menschengemachten Klimawandels. Mithilfe von Daten und Berechnungen über die letzten 2.000 Jahre konnten die Wissenschaftler:innen herausfinden, dass sich die Erde in den nächsten neun Jahren auf einen mittelwertigen Temperaturanstieg von 1,5 Grad gefasst machen muss. Das ist eine erschreckende Zahl, denn sie ist viel zu hoch.

Während des Pariser Klimaabkommens aus dem Jahre 2015 haben sich die 195 UN-Staaten darauf geeinigt, dass es einen maximalen Temperaturanstieg von 2 Grad geben darf. Dieser rückt in sehr beängstigende und greifbare Nähe.

zwei Frauen demonstrieren gegen den Klimawandel
Klimastreiks werden immer mehr.

Der Klimawandel: „Das ist doch ganz normal“

Die Erde und ihr Klima verändern sich nicht erst seitdem es Menschen gibt. Unsere Welt ist im ständigen Wandel und das ist vollkommen normal. Es gab bereits Eiszeiten, als wir Menschen noch nicht einmal Affen waren. Das ist weithin bekannt. Politiker:innen (vor allem von der AfD) nehmen diese Tatsache gerne als Vorwand, um gegen die Klimapolitik zu wettern. Ihrer Meinung nach ist der Klimawandel kein menschengemachtes Problem und darum bestehe auch kein Handlungsbedarf. Erst gestern in der Tagesschau erklärte Beatrix von Storch, dass wir den Klimawandel nicht auf die politische Agenda des Bundestages setzen sollten.

Der Klimabericht des Weltklimarates spricht aber eine ganz andere Sprache. So sind die Forscher:innen sich sicher, dass die Deforestation der Wälder und das Verbrennen von fossilen Brennstoffen unter anderem dazu geführt haben, dass es in letzter Zeit viel schlimmere Unwetter in Europa und der gesamten Welt gebe. Die Wetterextreme nehmen derzeit viel stärker zu als normalerweise. So gibt es zum Beispiel deutlich heftigere Regenschauer, mehr Wirbelstürme und mehr Hitzewellen als je zuvor.

Erst kürzlich haben wir gesehen, was auch in Europa passieren kann, wenn der Klimawandel kickt: Überschwemmungen in Ahrweiler, Erdrutsche in Italien und Waldbrände in der Türkei und Griechenland.

Italien macht gerade einiges durch: 48-Grad-Rekord

Italien scheint dieses Jahr einiges durchzumachen. So haben die Überschwemmungen und die Erdrutsche am Comer See zunächst dazu geführt, dass die Bevölkerung dort nicht mehr sicher war. Nun droht hier eine Hitzewelle, die ihresgleichen sucht. Das britische Magazin Metro.uk spricht von einer „tödlichen Hitzewelle“, denn sie bricht fast alle Rekorde. Wetterexpert:innen sagen Temperaturen von 48 Grad Celsius voraus. Diese hohen Temperaturen sind nicht nur ungewöhnlich, sondern auch gefährlich für Mensch und Tier. Vor allem Süditalien wie Sizilien und Sardinien werden von der Hitzewelle betroffen sein.

Code Red ist ausgerufen – diese Städte sind betroffen

Der sogenannte Code Red wird dann ausgerufen, wenn Städte oder Landkreise unter besonders schweren Wetterbedingungen leiden werden. Diesen gibt es nun für 13 Städte in Italien – unter anderem Mailand, Florenz und Bologna. Auch Venedig ist bereits von übertretenden Ufern betroffen gewesen.