Hast du dich eigentlich auch schon einmal gefragt, ob man deinen Kontostand an deinem Aussehen erraten kann? Welche äußeren Merkmale zeigen Menschen in deinem direkten Umfeld, was du für Eigenschaften hast? Supermarkt-Kassierenden fällt es sehr viel leichter als anderen Menschen, diese Eigenschaften wahrzunehmen. Sie können in extremen Fällen sogar Alkoholiker:innen an der Kasse erkennen.

Mitarbeiter:innen bei Aldi, Lidl, Rewe und Co. sehen täglich Hunderte, wenn nicht Tausende Menschen in den Filialen ein- und ausgehen. Dabei bekommt man wohl eine Art Scannerblick für die Menschen. Eine Supermarkt-Kassiererin erklärte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, woran sie welche Art Kund:innen bewertet und erkennt.

Kassierende sind Menschenkennende

Als Kassierender an der Supermarktkasse wird man jeden Tag mit den unterschiedlichsten Gesichtern konfrontiert. Mal trifft man beim Bezahlen auf eine reiche Schnösel:in mit Gucci-Tasche und Dekorations-Taschen-Hündchen. Mal trifft man aber auch auf die Hippi-Kommune, die gerade dabei ist, sich mit Bio-Snacks fürs Wochenende einzudecken. Vorurteile sind Vorurteile, doch diese bestätigen sich wohl vor allem an der Supermarktkasse.

Eine Kassiererin erklärt, worauf sie achtet

Ulrike Schwerdhöfer hat der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärt, wie das Kassieren sie in den letzten 43 Jahren geprägt hat. Sie berichtete von ihrer Zeit bei Rewe, dass sie sehr viel über die Menschen gelernt hat und sie gut einschätzen kann. Die Mitarbeiterin ist heute stolze 67 Jahre alt und lässt uns an ihrer Weisheit teilhaben.

„Ich weiß genau, ob Kunden Geld haben oder nicht. Den Leuten mit viel Geld ist der Preis egal.“

  • Reiche Kund:innen kaufen das Teuerste und viel Bio.
  • Arme Kund:innen kaufen möglichst viele Sonderangebote.

Kassenscham: Warum sich viele Kunden für ihren Einkauf schämen

Die Kassiererin kann aber nicht nur den Füllstand des Portmonees der Kund:innen abschätzen. Sie kann auch erkennen, ob und wann sich eine Kund:in für den Einkauf schämt.

Die alte Leier: Kund:innen schämen sich, wenn sie Erotikzeitschriften oder Kondome kaufen.

Noch immer sind Männner teilweise peinlich berührt, wenn sie für ihre Freundinnen Tampons oder Binden kaufen müssen.

Viele Menschen mit Essstörungen (vor allem bei Bulimie) klagen darüber, dass die Kassierenden im Supermarkt sie für ihren Einkauf judgen könnten.

Wie steht es um Alkoholiker:innen?

Alkoholkranke Menschen haben ein ähnliches Problem beim Einkaufen. Viele von ihnen stehen im Supermarkt vor der Herausforderung eine „normale“ Menge Alkohol zu erstehen, auch wenn sie schon lange den Überblick darüber verloren haben, was die normale Menge an alkoholischen Getränken ist.

Supermarkt-Kassierende können sich natürlich nie darüber sicher sein, ob sie einen alkoholkranken Menschen vor sich haben. Es gibt aber auch hier Indizien, die dafür sprechen, dass jemand eine Alkoholsucht entwickelt hat: Relativ sicher können sich Kassierende an der Kasse sein, wenn ein:e Kund:in an einem Morgen oder Vormittag nichts anderes kauft als ein paar Biere oder eine Weinflasche. Am Morgen trinken viele Alkoholkranke noch nicht den „harten“ Stoff, sondern stimmen sich mit weniger Hochprozentigem auf den Tag ein.

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