Coronavirus Supermarkt Ansteckung
Supermärkte haben eine Maschine erfunden, die uns um unser Kleingeld bringt. Credit: Foto: Yazgi Bayram/ istock / Yazgi Bayram/ istock

Wir sehen unsere Freunde nicht mehr, sagen Veranstaltungen ab oder arbeiten im Homeoffice – nur um uns nicht mit dem Coronavirus anzustecken. Dennoch verlassen die meisten von uns immer noch das Haus, um frische Lebensmittel einzukaufen.

Nur: Wie hoch ist das Risiko eigentlich, sich im Supermarkt mit dem Coronavirus anzustecken? Für uns und das Personal? wmn geht der Frage auf den Grund.

Corona Ansteckung im Supermarkt: Wie hoch ist das Risiko?

Wir können euch erst einmal beruhigen. Mehrere Untersuchungen haben bis jetzt gezeigt, dass die Supermärkte kein Treiber der Corona-Pandemie sind. Auch wenn man dazu sagen muss, dass etwa 75 % aller Coronafälle nicht mehr auf ihren Ursprung überprüft werden können. 

Aber auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)  hat nun eine Einschätzung für das Risiko einer Ansteckung mit einer Corona-Infektion im Supermarkt für die Mitarbeiter herausgegeben. Ihre Erkenntnisse beruhen auf epidemiologischen Daten.

Und das ist das Ergebnis: Da der Kontakt zu den Kunden nur kurz ist, ist das Risiko einer Infektion für die Mitarbeiter nicht sehr hoch. Denn laut der BAuA spielen die Dauer und die Zahl der Kundenkontakte eine entscheidende Rolle für das Infektionsrisiko.

So haben Beschäftigte in einem Supermarkt ungefähr zu 84 Kunden am Tag Kontakt. Im Discounter steigt die Zahl sogar auf 131. Pro Kunde dauert die Kontaktzeit ungefähr zwei Minuten. Aber Virologen gehen davon aus, dass es erst ab einer Kontaktdauer von 15 Minuten zu einem Hochrisikokontakt kommt.

Im Video erfährst du, welche 6 Maßnahmen dich vor dem Coronavirus schützen können.

Das Risiko, sich im Supermarkt mit dem Coronavirus anzustecken, ist laut der Autoren beim Bezahlvorgang an der Kasse am höchsten. Deshalb müssen gerade dort die Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen zuverlässig eingehalten werden.

Nichtsdestotrotz weist die Organisation darauf hin, dass auch die räumliche Nähe zu infizierten Personen eine Rolle für das Infektionsrisiko spielt.

Untersuchung aus den USA kommt zu einem anderen Ergebnis

Etwas höher stufen US-Forscher das Risiko einer Ansteckung mit Corona im Supermarkt ein. Sie haben in Boston, Massachusetts, 104 Mitarbeiter eines Lebensmittelgeschäfts untersucht. Demnach wurde jeder fünfte Mitarbeiter (20%) positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Laut dieser kleinen Stichprobe haben die Mitarbeiter damit ein höheres Risiko, sich mit dem Virus anzustecken als die normale Bevölkerung, wo der Wert unter zwei Prozent liegt. 

So verringern wir die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus im Supermarkt

Die Untersuchungen zeigen, dass das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus im Supermarkt für uns Verbraucher gering ist. Und für die Mitarbeiter etwas höher ausfallen könnte, doch letztlich von der Nähe zu den anderen Kunden und der Kontaktdauer abhängt.

Dennoch werden wir natürlich trotz der Pandemie Lebensmittel und alltägliche Dinge einkaufen müssen, was die altbekannten Schutzmaßnahmen natürlich umso wichtiger macht– damit wir uns vor einer Infektion schützen.

Dazu gehört der nötige Sicherheitsabstand zu den anderen Kunden sowie zum Personal. Das Tragen eines Mund-Nasenschutzes, die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln und das regelmäßige Reinigen der Oberflächen, eine gute Durchlüftung, die Begrenzung der Kundenanzahl im Laden und Schutzschilde, die das Personal an der Kasse schützen

Und: Was für die Mitarbeiter des Supermarktes gilt, gilt auch für uns Verbraucher. Nämlich, dass wir uns möglichst kurz in den Supermärkten aufhalten sollten, wenn wir unser Infektionsrisiko senken wollen.

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