„Scheiße, Kacke, Mistarsch, Dreckschleuder.“ Fluchen tut in manchen Momenten richtig gut. Wenn wir uns beispielsweise über die Autofahrkünste des Partners oder der Partnerin aufregen. Oder wenn das Essen gerade im Ofen verbrutzelt, während man gerade dem Paketdienst die Tür öffnet. Es gibt unzählige Situationen, in denen es sinnvoll ist sich aufzuregen. Denn zu fluchen bedeutet deinen Emotionen freien Lauf zu lassen und ihnen genug Raum zu geben.

Wenn deine Eltern dir also immer eingebläut haben: „Lass das sein mit dem Fluchen, das schickt sich nicht.“ Dann haben sie damit zwar recht, doch das bedeutet trotzdem, dass wir in den richtigen Momenten Fluchen dürfen und sogar sollen. Was intelligente Beleidigungen sind und was du lieber sein lassen solltest.

Intelligente Beleidigungen: So schlau bist du eigentlich

Dass Fluchen eigentlich ein Zeichen von Intelligenz ist, wollen die meisten Menschen (vor allem in gehobenen Alter) nicht so ganz wahrhaben. Doch tatsächlich steht das Fluchen aus zweierlei Gründen für einen kreativen und entwickelten Geist. Wir zeigen dir, warum das so ist und was eine intelligente Beleidigung von einer schlechten Beleidigung unterscheidet.

1. Fluchen ist emotionale Intelligenz

Zu fluchen bedeutet, sich mit seiner eigenen Psyche und seinen Gedanken auseinanderzusetzen. Wer flucht, der weiß ganz genau, was er fühlt. Vielleicht Wut, vielleicht Trauert, vielleicht Verzweiflung. Wissenschaftler:innen Kristin Jay und Timothy Jay haben in einer großflächig angelegten Studie herausgefunden, dass die Proband:innen, die öfter fluchten, mit ihren Gefühlen besser umgehen konnten und auch die anderer besser einzuordnen wussten.

2. Fluchen fördert den Wortschatz

In der gleichen Studie wurde herausgefunden, dass das Fluchen den eigenen Wortschatz beeinträchtigt. Und zwar zum Guten. Die Fluchenden haben einen kreativeren und ausgeprägteren Wortschatz. Denn Beleidigungen sind oft sehr individuell gehalten. Besonders kreative Menschen sind eher dazu geneigt sich Schimpfwörter auszudenken und ihre grauen Zellen kreativ zu nutzen. In der Studie sollten die Proband:innen in einer Minute so viele Wörter mit einem bestimmten Anfangsbuchstaben sagen wie möglich. Anhand der Antworten konnten die Studienleitenden herausfinden, wie fließend jemand die eigene Sprache spricht (in diesem Fall Englisch) und wie kreativ er oder sie mit Worten umgehen kann. Bei der Studie kam heraus, dass diejenigen, die mehr Schimpfwörter kannten, gleichzeitig auch eine größere Anzahl andere Worte kannten und viel besser mit ihnen umgehen konnten.

Je mehr Beleidigungen du kennst, desto größer ist wahrscheinlich also auch dein Wortschatz.

Intelligente Beleidigungen – So geht es

Nun weißt du, dass es bereits von Intellekt zeugt, wenn du überhaupt Flüche nutzt. Aber Vorsicht ist geboten: Einfach nur irgendwelche bösen Wörter in deine Umwelt zu werden schadet dir genauso wie deinen Mitmenschen. Denn mal ganz ehrlich: Beleidigungen, so intelligent sie auch sein mögen, sind immer eine Gradwanderung. Du kannst damit Freundschaften, Beziehungen und sogar Ehen zerstören. Also pass bloß auf, dass deine Beleidigungen im rechten Maß ausgesprochen werden und die richtigen Menschen treffen. Wenn du dir darüber im Klaren bist, dann kannst du anfangen dir deine intelligenten Beleidigungen zurecht zu legen. Wir zeigen dir drei Dinge, die du bei einer intelligenten Beleidigung besser nicht tust.

  1. Gestikulieren: Bei einer intelligenten Beleidigung geht es darum, etwas verbal zu äußern. Dein Wortschatz vergrößert sich und du wirst kreativer. Das passiert allerdings nicht, wenn du anderen Menschen den Vogel oder gar den Stinkefinger zeigst. Solltest du das Bedürfnis haben, im Straßenverkehr jemandem den Stinkefinger zu zeigen, rechne mit einer heftigen Geldstrafe.
  2. Unkreativ sein: Die gesamte Übung des intelligenten Beleidigens will dir deine Kreativität aus den grauen Zellen saugen. Das geht aber nur, wenn du offen für Neues bleibst und keine alten Kamellen hervorholst. Nutze deine Umwelt und dein Leben als Inspiration und binde diese in deine Beleidigungen mit ein. Auch wenn dein Opa noch gesagt hat: „Mein lieber Herr Gesangsverein!“ hat das nichts mit deiner Lebensrealität zutun, also lass dir etwas Neues einfallen.
  3. Manche Tabus sind wirklich tabu: Auch wenn du stinkwütend bist, heißt das noch lange nicht, dass du einfach frei herausposaunen solltest, was du mal irgendwo aufgeschnappt hast. Rassistisches und Diskriminierendes solltest du am besten generell aus deinem Wortschatz streichen, sonst passiert dir nachher noch so etwas wie dem deutschen Radrennen-Olympiatrainer, der seinen Schützling angefeuert hatte mit „Hol die Kameltreiber“.

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