Sie sind einfach nicht leise zu kriegen: Die AfD hat mal wieder eine Perle des Wahlkampfes losgelassen, über die wir nur den Kopf schütteln können. Während die Infektionszahlen gerade wieder steigen und die meisten Menschen sich davor fürchten, wieder ins Homeoffice oder sogar wieder in den Lockdown zu müssen, wirbt die AfD weiterhin fröhlich damit, die Masken ein für allemal abzuschaffen. Ihr Werbespruch „Lieber ohne Gummi als mit Maske.“ Witzig ist das gemeint, ist klar. Aber die AfD meint das Wahlplakat eben auch beinernst. Meine Meinung dazu.

Die Wahlplakate der AfD sorgen dieses Jahr ohnehin für Aufregung

Schon bevor der Wahlkampf für die Bundestagswahl richtig losgehen konnte, stand die AfD bereits in heftiger Kritik. Beispielsweise war der neue Wahlspruch „Deutschland, aber normal“ vielen Menschen bereits ein Dorn im Auge. Warum das so ist, erklären wir dir in unserem Erklärungsartikel zum AfD-Wahlspruch.

Heftige Diskussionen gibt es auch gerade über die AfD in Würztburg. Diese hatte ihre Plakate einfach neben einem Holocaust-Mahnmal aufgehängt. Die Bürger:innen sind darüber erbost. denn dieses Manöver war nicht nur respektlos, sondern auch illegal. Man darf Plakate nämlich nur im „öffentlichen Straßenraum“ anbringen und das ist das Holocaustmahnmal DenkOrt in Würzburg nicht. Die AfD hat aber bereits angekündigt, dass sie die Plakate wieder entfernen werde.

Das sind die neuen Wahlplakate der AfD

Die AfD hat sich in Sachsen mal wieder etwas ganz Besondores ausgedacht. Ein pseudo-sarkastisch-witziger Werbespruch soll die Menschen auf der Straße aufrütteln und sie endlich dazu bewegen die Maske zuhause zu lassen.

Gleichzeitig soll die Familienpolitik der AfD damit auf den Punkt gebracht werden. Wir brauchen mehr Babys in Deutschland, so die Aussage hinter dem Plakat.

Lieber ohne Gummi als mit Maske

AfD Wahlplakat

Die Partei AfD arbeitet am liebsten mit sehr viel Sarkasmus und Doppeldeutigkeiten. So auch bei diesem Plakat. Die Wahltreibenden haben sich den berühmten deutschen Spruch „Lieber Arm (arm) dran als Bein ab“ geschnappt und ihn kurzerhand umgedichtet. Mit diesem einfachen Kniff machen sie gleich zwei politisch sehr tragende Aussgen.

1. Aussage: Keine Abtreibungen

Dass die AfD als Partei Abtreibungen abschaffen will, ist weithin bekannt. Sie fährt eine (wie sie es nennt) Willkommenskultur für Kinder. In dieser ist es nicht vorgeschrieben, dass „in Deutschland jährlich rund 100.000 ungeborene Kinder getötet werden, was der Zahl der Einwohner einer Großstadt entspricht“, so steht es im Wahlprogramm der AfD.

Wer sich jetzt denkt „Das klingt irgendwie nach einer überholten Meinung“. Das ist es auch. Sie ist derzeit die einzige der großen Parteien, die sich gegen die Abtreibung aussprechen.

2. Aussage: Keine Masken

Noch immer hält die AfD an den verloren scheinenden Kampf um die Maskenpflicht fest. Sie hassen die Forderung, sich eine „Windel“ oder einen „Maulkorb“ umhängen zu müssen. Nach Ansicht vieler AfD-Anhänger:innen ist das der Inbegriff der Bevormundung durch den Staat und hat nichts mit Infektionsschutz zutun.

Was will die AfD damit bezwecken?

Warum die AfD sich immer mal wieder mit solchen und anderen Plakaten in die Nesseln setzt? Neue Wähler:innen können sie damit nicht akquirieren, doch sie halten die alten.

Ein weiteres Wahlplakat der AfD sollte die Wählenden stutzig machen

Aber das war ja noch lange nicht alles. Die AfD geht noch einen Schritt weiter und lässt eine deutsche Flagge auf ihre Plakate drucken. Dazu der Hashtag #Pride. Die Aussage hinter diesem Plakat ist auf den ersten Blick ersichtlich: Deutsche sollten stolz darauf sein dürfen Deutsche zu sein. Schon seit Jahren predigen viele AfD-Wählenden, die die Erinnerungskultur (Zweiter Weltkrieg) und die Willkommenskultur (Geflüchtetenkrise 2015) in Deutschland abschaffen wollen. Das drücken sie nun auch in ihrem neuen #Pride-Plakat aus. „Seid stolz auf Deutschland“ sagt das Plakat.

Die Bewegung #Pride ist aber ursprünglich nichts für deutsche Freund:innen der Vergessenskultur gedacht. Es geht bei dem Hashtag eigentlich darum Homosexualität und Queerness zu normalisieren. Die LGBTQIA+-Community ist noch immer in vielen Teilen der deutschen Gesellschaft nicht zu 100% angekommen. Nicht jede:r Homosexuelle traut sich, sich zu outen. In anderen Ländern ist Homosexualität aber noch immer eine Straftat und wird teilweise gar mit der Todesstrafe geächtet. Es scheint mir doch recht vermessen, wenn privilegierte Heterosexuelle sich dazu berufen fühlen, einer diskriminierten Minderheit ihre Hashtags zu klauen. Das hat einfach keinen Stil.

— Ann-Katrin Müller (@akm0803) August 19, 2021

Die Bewegung #Pride ist aber ursprünglich nichts für deutsche Freund:innen der Vergessenskultur gedacht. Es geht bei dem Hashtag eigentlich darum Homosexualität und Queerness zu normalisieren. Die LGBTQIA+-Community ist noch immer in vielen Teilen der deutschen Gesellschaft nicht zu 100% angekommen. Nicht jede:r Homosexuelle traut sich, sich zu outen. In anderen Ländern ist Homosexualität aber noch immer eine Straftat und wird teilweise gar mit der Todesstrafe geächtet. Es scheint mir doch recht vermessen, wenn privilegierte Heterosexuelle sich dazu berufen fühlen, einer diskriminierten Minderheit ihre Hashtags zu klauen. Das hat einfach keinen Stil.

Disclaimer: Wir von wmn geben keine Wahlempfehlungen. Jedem Menschen ist es komplett selbst überlassen, was er oder sie bei der Bundestagswahl wählen will. Alles, was wir tun wollen, ist zu informieren und dazu aufzurufen überhaupt in die Wahlkabine zu gehen.