In der Corona-Krise setzen Politiker auf den Einfluss von Influencern. Was soll das? Hier erfährst du, was hinter der Strategie steckt.

Es sind außergewöhnliche Zeiten, in denen wir leben. Und außergewöhnliche Zeiten erforden außergewöhnliche Maßnahmen. So lässt es sich zumindest erklären, dass Politiker im Kampf gegen das Coronavirus auf Influencer setzen.

Warum ausgerechnet Influencer das Coronavirus stoppen sollen

Wir schauen nach Italien, ein Land, das die Pandemie mit voller Härte wieder erfasst hat. Die Infizierten-Zahlen steigen und die Regierung sucht nach einer Möglichkeit, das Virus stoppen. Eine Lösung, so scheint es, sind da Influencer. Italiens berühmtestes Blogger-Pärchen wurde von Regierungschef Giuseppe Conte um Hilfe gebeten. Chiara und Fedez Ferragni sollen sich öffentlich dafür einsetzen, Maske zu tragen.

Eine Bitte, der die beiden auch nachkommen. In einer Insta-Story ruft Fedez seine 11,1 Millionen Follower deshalb auch dazu auf, den Mund-Nasen-Schutz zu tragen und erklärt: Leute, wir sind in einer sehr, sehr, sehr heiklen Situation. Mit einer einfachen Geste könnten wir irgendwie eines der schlimmsten Szenarien vermeiden.“ In seiner Hand hält er den Mundschutz und appelliert: „Benutzt die Maske!

Und auch seine Partnerin Chiara Ferragni erinnert ihre fast doppelt so vielen Follower daran, sich an die Maskenpflicht zu halten.

Das Video von Fedez wurde mehrfach in den Sozialen Medien geteilt.

Im Kampf gegen Corona: Auch deutsche Städte setzen auf Influencer

Aber nicht nur Italien, sondern auch der Norden Deutschlands setzt auf Influencer, um für die Einhaltung der Corona-Regeln zu werben. So posiert der Influencer Vu Dinh in der Bremer Innenstadt mit Jeansjacke, Hoodie und Mundschutz über dem Gesicht und einem Schild in der Hand vor der Kamera.

Auf dem kleinen Plakat steht der Hashtag „#Für Bremen“. Dazu schreibt Dinh: „Ich bin gerne mal ein Spaßvogel […]aber ich möchte über ein ernstes Thema berichten[…] Es ist viel, viel cooler, wenn wir aufeinander achtgeben wenn wir uns an die Vorgaben wie Maske und Abstand halten!“

Vinh Dunh setzt sich für die Einhaltung Corona-Regeln ein.

Zusammen mit anderen Influencern soll er genau die Menschen erreichen, die nicht immer die Zeitung lesen und die Fernsehnachrichten schauen. Eingefädelt wurde das Projekt von den Bremer Gesundheits- und Wirtschaftsressorts sowie der Senatskanzlei und der Wirtschaftsförderung Bremen.

Aber längst ist Bremen nicht allein mit seiner ungewöhnlichen Kommunikationsstrategie in der Krise. Die Stadt Berlin probierte es zwar nicht mit Bloggern, aber zuletzt mit einem provokativen Plakat, auf dem eine alte Frau den Maskenmuffeln einen Mittelfinger zeigt. Nachdem es nicht nur Lob, sondern auch heftige Kritik für die Kommunikation gab, soll das Plakat aber in Zukunft nicht mehr aufgehängt werden.

Das provokative Plakat in Berlin wurde kritisiert.

Influencer für die Krisenkommunikation: das Fazit

Auch wenn die Kooperationen mit den Influencern gerade sehr viel Aufmerksamkeit erhalten: Es ist nicht das erste Mal, dass Städte mit Influencern kooperieren. So haben Berlin und Hof bereits in der Vergangenheit auf Blogger gesetzt, um mehr junge Menschen in die Innenstadt zu ziehen. Aber dass Politiker in einer Krisensituation wie dieser nicht nur auf Ärzte, Wissenschaftler oder Experten setzen, sondern bewusst auf Lifestyle-Blogger, ist dennoch sehr ungewöhnlich. Spannend bleibt deshalb die Frage, wie erfolgreich die Kooperationen waren und ob auch Angela Merkel irgendwann zu ihrem Telefonhörer greift und die Nummer von Deutschlands berühmtester Fitness-Influencerin Pamela Reif wählt.

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