Vor zwei Tagen folgte Alice Weidel endlich der Einladung von Markus Lanz und setzte sich zu ihm in die mittlerweile beliebteste Talk-Sendung Deutschlands. Lange, so sagte es Markus Lanz, habe Weidel auf sich warten lassen. Der Talkmaster hatte immer wieder Anfragen an sie verfasst, doch ohne Erfolg. Weidel hatte sich nun endlich dazu breitschlagen lassen, sich mit Lanz auf eine Talkrunde aufzulassen. Weidel musste sich auf diese Talkrunde einlassen, denn immerhin will sie Spitzenkandidatin für die AfD werden.

Alice Weidel steht für sehr konservative und eher schlecht gelaunte Politik. Dennoch hat sie sich in der Partei ein echtes Standing erarbeitet. Sie hat gute Chancen. „Wir wollen uns integrativ in den Dienst der Partei stellen und bitten um die Unterstützung der Parteimitglieder“ sagte Weidel im Gespräch mit Markus Lanz über sich und den Parteichef Tino Chropalla, die gemeinsam Spitzenkandidat:innen sind.

In unserem Podcast „Wein & Weiber“ haben wir ein Gespräch mit einer Coronaleugnerin geführt.

Die AfD bereitet sich auf die Wahlen vor

Auch wenn es noch keinen Spitzenkandidierenden gibt, ist klar, in welche Richtung die AfD sich weiterhin entwickelt. Das Wahlprogramm der AfD hat sich nämlich im Großen und Ganzen nicht geändert: Es geht um mehr Sicherheit in Deutschland, weniger Zuwanderung aus anderen Ländern, keine Genderpolitik und natürlich weniger Lockdownmaßnahmen. Außerdem soll Deutschland raus aus der EU – ein Dexit ist nach AfD-Politiker:innen wieder mal auf dem Wahlprogramm.

Dabei kommen die AfD-Mitverantwortlichen immer mal wieder mit Aussagen um die Ecke, die einen einfach zum Schmunzeln bringen müssen:

Der Verfassungsschutz ist so verfassungswidrig, dass er so verfassungsfeindlich ist, dass er selbst überwacht werden müsste.

Björn Höcke im April 2021

Björn Höcke antwortete dies, als er damit konfrontiert wurde, dass die AfD generell vom Verfassungsschutz überwacht werden soll.

björn höcke
Björn Höcke von der AfD am 20. Januar 2021. Jens Maier ist nicht dabei. Foto: imago images/Jacob Schrter / Credit: Foto: imago images/Jacob Schrter /

Das Motto der AfD: „Deutschland, aber normal.“

Was hat es mit dem neuen Wahlspruch der AfD auf sich? Nach eigener Einschätzung steht dieser Spruch für Eigenverantwortung und verantwortungsbewusstes Handeln und Entscheiden.

Die Bürger Deutschlands sollen sich also selbst gegen Corona schützen. Bundesweite oder nur länderweite Maßnahmen für den Infektionsschutz sind nicht gewollt. Die AfD will für Normalität sorgen.

Julie Kurz von der Tagesschau fasst die Gefahren hinter den Aussagen der AfD kurz zusammen (10.04.2021):

  • Sie stelle sich als bürgerlich da, obwohl sie das nicht isst.
  • Sie sagen normal ist einfach schön, aber dabei streuen sie selbst Hass in der Gesellschaft. Ist das ein Täuschungsmanöver?
  • Julie Kurz ist sich sicher: Die AfD hat eine eigene Vorstellung der Normalität: Keine EU, keine Coronavorschriften, kein Klimaschutz. Das ist eine idealisierte Realität, die nicht mit der Gegenwart zusammenbringen lässt.

Fazit – Die AfD kann nicht normal, auch wenn sie will

Wenn man der AfD Glauben schenken sollte und sie aufgrund der „Normalität“, die sie versprechen, wählt, könnte das tatsächlich gefährlich werden. Was für die AfD als „normal“ bezeichnet wird, ist es eigentlich nicht. Wir sind in einer weltweiten Pandemie und wir müssen uns auch dem Klimawandel stellen. Die AfD würde diese Probleme gerne einfach ignorieren und die „Bürger:innen“ entscheiden lassen.

Wie sieht es eigentlich bei den Querdenkenden aus? Wir haben euch an anderer Stelle bereits berichtet, wie der Querdenken-Chef Michael Ballweg angeblich sein Geld verdient.

Die Querdenkenden stehen jetzt unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Leider macht sie das noch gefährlicher.