Am 26- September 2021 findet die Bundestagswahl statt und derzeit ist der Wahlkampf der Parteien in vollem Gange. Viele alteingesessenen Wähler:innen sind sich bereits weit vor der Wahl darüber im Klaren, was sie wählen wollen. Andere fragen sich bei jeder Wahl aufs Neue: Was soll ich wählen? Diese Frage können wir dir leider nicht beantworten. Wir wissen aber, dass wir als Wählende täglich durch unser Umfeld beeinflusst werden. Woran liegt es eigentlich, dass wir wählen, was wir wählen?

Was soll ich wählen? Die Antwort ist vielfältig

Während sich die CDU, die SPD und die Grünen um das Kanzler:innenamt streiten, kommen gerade aber auch andere Meinungskonflikt ans Licht, mit denen sich die Parteien auseinandersetzen müssen. Afghanistan ist da nur ein Beispiel von vielen, das zeigt, wie krisensicher ein:e Bundeskanzler:innenkandidat:in ist. Gerade erst hat Annalena Baerbock sich im Sommerinterview Tina Hassel gegenüber rechtfertigen müssen. Auch sie sieht eine Krisenlage wie die in Afghanistan als Probe für ein:e deutsche:n Bundeskanzler:innenkandidat:in.

Weiterlesen: So musste sich Annalena Baerbock im Sommerinterview rechtfertigen.

Was beeinflusst die Wahl? Das sind deine Umweltfaktoren

Es ist jedem Menschen klar, dass die Wahlentscheidung nicht von ungefähr kommt. Viele Faktoren fließen in die eigene politische Meinung und di eigene Wahlentscheidung mit ein. So kannst du dir sicher sein, dass du umso vorsichtiger mit allzu radikalen Ansichten sein solltest. Meinungen anderer können sich unterschwellig in deinen Kopf setzen und so tun als wären sie schon immer deine gewesen.

  1. Lebenspartner:innen
  2. Eltern und Familie
  3. Freund:innen und Kolleg:innen
  4. Die Internetcommunity
  5. Die Nachrichten und Magazine, die du konsumierst
  6. Influencer:innen auf Social Media
  7. Diene direkt Nachbarschaft
  8. Die Stadt, in der du wohnst
  9. Das Bundesland, in dem du wohnst
  10. Dein Bildungsgrad
  11. Deine persönlich Krankheitsgeschichte
  12. Dein Job

All diese Faktoren und noch mehr beeinflussen deine politische Einstellung. wmn ist sich aber sicher: Vor allem in Faktor ist besonders wichtig: Besonders Lebenspartner:innen eine wichtige Rolle. In einer Bezieheung achten die meisten Menschen darauf, dass sie politisch an einem Strang ziehen.

Die Deutschen achten bei ihrer Partner:innnwahl sehr darauf, dass der jeweils andere sich politisch auskennt. 77% der Deutschen möchten jemanden an ihrer Seite haben mit politischer Kenne. Wir von wmn haben uns in unserem Umkreis umgehört und gefragt, inwieweit die politische Einstellung innerhalb einer Beziehung besprochen wird.

Wahlentscheidung in der Beziehung besprechen: Ja oder nein?

Die politische Einstellung ist nach wie vor ein Thema, das die Menschen spaltet. Freund:innen genauso wie die Familie und die Kolleg:innen. Richtig problematisch wird es aber erst, wenn es um die eigene Beziehung geht. Es kann durchaus passieren, dass eine Entscheidung wie die Wahl der Bundeskanzler:in dazu führt, dass Beziehungskrisen entstehen und Liebende sich auseinanderleben. Sollte man also in einer Beziehung über das eigene Wahlverhalten sprechen? 

“Was wählst du eigentlich?” Das ist eine beinahe so intime Frage wie “Auf was stehst du eigentlich beim Sex?”. Doch warum ist die Frage eigentlich so tabu? Sollten wir unsere Bundestagswahlentscheidungen für uns behalten oder sollten wir mit unseren Partner:innen darüber sprechen? Unsere Redaktion hat sich dazu Gedanken gemacht und dabei sind sehr unterschiedlich Meinungen herausgekommen. 

Was soll Monika (26) wählen?

Mein Freund ist politisch an einer ganz anderen Seite als ich. Das führt immer mal wieder zu Reibereien, über die wir aber später meist miteinander lachen können. Welche Partei und welche Bundeskanzler:innenkandidat:in ich wählen werde, würde ich ihm niemals sagen. Ich weiß, dass das nur Stress gibt. Ich bin ganz ehrlich: Ich habe keine Lust auf das Mansplaining, was darauf folgen würde. 

Was soll Sandra (27) wählen?

Ich bin in einer ganz frischen Beziehung. Alles ist noch aufregend und interessant und wichtig. Natürlich streifen wir auch immer mal wieder das Thema Politik und haben heiße Diskussionen. Wir bemerken aber, dass unsere politische Einstellung an manchen Stellen auseinandergeht. Gerade was die Wahlen angeht sind wir sehr unterschiedlicher Ansicht. Doch anstatt uns darüber zu streiten, belassen wir es einfach dabei. 

So langsam müssen wir uns für eine:n würdige:n Nachfolger:in von Angela Merkel entscheiden. Credit: Tagesthemen

Was soll Peter (35) wählen? 

Natürlich interessiert mich, was meine Partnerin wählt, aber ist das auch ok, das zu erfragen? Ich denke es ist abhängig davon, ob man die Entscheidung der Partner:in akzeptieren kann, oder versucht, die Entscheidung grundlegend zu beeinflussen. Ich persönlich überlasse es meiner Partnerin, mir ihre Entscheidung mitzuteilen. Egal, wie diese ausfällt, ich werde die Entscheidung akzeptieren und versuchen sie zu verstehen. Wir müssen uns nicht bei allen Dingen einig sein. Wir müssen aber auch nicht unbedingt für jedes Gesprächsthema ein riesiges Fass aufmachen. 

Was soll Wioletta (28) wählen?

Ja absolut. Mir ist die politische Meinung meines Partners sehr wichtig. Wir müssen nicht unbedingt dieselbe Partei wählen, aber wir sollten in meinen Herzensthemen übereinstimmen. Darüber sprechen wir viel und haben uns so auch viele Insights in politische Meinungen gegeben, die wir vorher nicht kannten.  

Inzwischen wird es oft schon beim Daten politisch. Bei Bumble kann man seine politische Richtung angeben und danach filtern und bei Tinder stehen immer öfter politische Slogan in der Bio. Ich finde das gut, solang es keine extremen Formen annimmt, denn für manche Menschen ist ihre politische Ausrichtung extrem wichtig. 

Was soll ich wählen? Es ist noch immer deine Entscheidung!

Halten wir fest: Den meisten Deutschen ist Politik durchaus wichtig. Zwar werden wohl bei weitem nicht alle Menschen bei der Bundestagswahl 2021 wählen gehen, aber es ist definitiv ein Anstieg im politischen Interesse in den letzten Jahren zu verzeichnen. So war die Wahlbeteiligung bei der letzten Europawahl die höchste seit 20 Jahren. Es gingen hier 13 % mehr Menschen wählen als bei der letzten Europawahl. Wir sind gespannt, was bei der Bundestagswahl 2021 passieren wird.

Ein Interesse für Politik sollte aber auch immer mit einer gewissen politischen Bildung einhergehen, so die Meinung der wmn-Redaktion. Sich allzu sehr von seinem Umfeld beeinflussen zu lassen, kann die eigene eigentliche Meinung zu sehr unterminieren. Auch und gerade was Politik angeht, sollte man sich selbst treu bleiben und mit gutem Gewissen wählen gehen können. Wer sich ein wenig informieren will, der kann ab dem 02.09.2021 Gebrauch vom Wahl-O-Mat machen. Diesen findest du hier.

Wir von wmn geben keine Wahlempfehlungen. Jedem Menschen ist es komplett selbst überlassen, was er oder sie bei der Bundestagswahl wählen will. Alles, was wir tun wollen, ist zu informieren und dazu aufzurufen überhaupt in die Wahlkabine zu gehen.