Masturbation entspannt uns, hilft dabei Stress abzubauen und den eigenen Körper besser zu erforschen. Doch während die einen dabei nur an die vergangene Nacht denken oder ihr Kopfkino anschmeißen müssen, um zum Orgasmus zu kommen, setzen andere auf Pornos zur Selbstbefriedigung. Soweit, so gut. Doch wie gehen Frauen eigentlich damit um, wenn ihr:e Partner:in versaute Filmchen schaut? Und wie offen gehen sie mit dem Thema Selbstbefriedigung in einer Partnerschaft um?

wmn hat sich im Freundeskreis umgehört.

Selbstbefriedigung mit Pornos: Okay oder Grund zur Eifersucht?

Helena, 26 erklärt: „Ich bin seit fast fünf Jahren in einer Beziehung und gucke selbst regelmäßig Pornos zur Selbstbefriedigung, wenn ich Lust dazu habe, mein Partner nicht zu Hause ist oder mir langweilig ist. Ebenso guckt mein Partner ab und an Pornos, wenn er sich einen entspannten Abend zu Hause macht. Mich stört das überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil.

Ich reagiere, wenn ich es bemerke oder er es mir erzählt eher mit Neugierde und frage, was er geguckt hat. Wir wissen beide, dass Selbstbefriedigung zu einer gut funktionierenden Beziehung einfach dazugehört. Denn nicht immer haben beide Partner gleichermaßen Lust.

Manchmal masturbieren wir sogar als Vorspiel voreinander oder gucken zusammen Pornos, um so richtig in Fahrt zu kommen. Zum Glück sind wir uns bei der Filmauswahl meist einig und kommentieren, was uns gefällt und was so gar nicht geht.“

Wioletta, 27 erklärt: „Ich finde Selbstbefriedigung in einer Beziehung unglaublich wichtig und würde niemals von meinem Partner verlangen, dass er damit aufhört, nur weil wir zusammen sind. Umgekehrt erwarte ich das natürlich auch. Und wenn Pornos zur Selbstbefriedigung genutzt werden, dann ist das vollkommen in Ordnung.

In meiner derzeitigen Beziehung sprechen wir über Pornos, die uns neugierig gemacht haben, aber wir kennen nicht den gesamten Verlauf. Das muss auch nicht sein, ein paar Geheimnisse darf man auch geheim halten bis man soweit ist. Manchmal schauen wir auch einen Porno zusammen. Das macht uns beide heiß und liefert neue Ideen. Dafür haben wir aber auch eine Weile recherchiert, um die perfekten Videos für uns beide zu finden. „

Pornos
Nicht nur Männer können pornosüchtig werden. Foto: Dmitri Ma/ shutterstock / Dmitri Ma/ shutterstock

Meike, 30 erklärt: „Bevor unser Sohn zur Welt kam, hatten wir täglich Sex. Aber mit der Geburt vor einem Jahr hat sich unser Sexleben sehr verändert. Erst habe ich mich lange Zeit unwohl in meinem Körper gefühlt, weil sich der dicke Bauch nur langsam zurückgebildet hat und als wir es dann wieder ausprobiert haben, hatte ich Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, die dann abgelöst wurden durch viele schlaflose Nächte.

Kurzum: Abends bin ich total geschafft von dem Tag und habe nur selten Lust auf Sex. Mein Partner weiß mittlerweile schon, dass er sich von mir in den meisten Fällen eine Abfuhr einholt und guckt deshalb mehr Pornos zur Selbstbefriedigung als früher.

Leider ertappe ich mich immer wieder bei dem Gedanken, dass er die Pornodarstellerinnen bestimmt heißer findet als mich, die Vollzeit-Mutti. Und ja, das macht mich traurig. Aber auf der anderen Seite nimmt mir die Pornografie den Druck, auch im sexuellen Bereich performen zu müssen.“

Lena, 30 erklärt: „Ich bin ziemlich entspannt bei dem Thema. Mein Partner und ich reden offen darüber, weil Selbstbefriedigung (mit Pornos) etwas ganz Normales ist. Und ja, auch in einer Beziehung. Da wir häufig Sex haben, uns körperlich sehr nahe sind und viel kuscheln und er nie Potenzprobleme hat, bin ich total locker.

Aber was wäre, wenn wir keinen Sex mehr hätten oder er keine Lust mehr auf mich hätte, auf die Pornos jedoch schon? Dann könnte ich mir vorstellen, das ich das ganze Thema nicht mehr ganz so locker sehe.“

Hanni, 30 erklärt: „Ich glaube, ich fände es seltsam, wenn er sich nicht ab und zu mal selbst befriedigen würde und dafür Pornos guckt. Das ist doch vollkommen normal. Ich glaube, fast jeder Mann tut es. Und fast jeder Mann findet es geil. Ich im Übrigen auch, also warum sollte ich deshalb sauer sein?“

Nora, 32 erklärt: „Wir sind erst seit ein paar Wochen zusammen. Das Thema Selbstbefriedigung mit Pornos kam in der Zeit noch nicht auf den Tisch. Dazu ist die Beziehung noch zu frisch. Rein rational weiß ich, dass er sich ab und zu einen runterholt und dabei Pornos schaut und dass es vollkommen normal ist. Aber emotional gesehen bin ich schon sehr eifersüchtig, wenn ich daran denke, wie er sich andere, heiße Frauen anschaut.

Aber das liegt auch daran, dass ich vor einem Jahr die Beziehung zu meinem Ex-Partner beendet habe, weil er pornosüchtig war und er mir damit das Gefühl gegeben hat, nie gut oder schön genug zu sein.“

Lesetipp: Auch Frauen gucken Pornos. Auf welche SIE abfährt und wer die Lieblingsdarsteller sind, liest du hier.

Selbstbefriedigung mit Pornos: Wann wird es zum Problem?

Selbstbefriedigung mit Pornos stellt für viele Partner:innen kein Problem dar. Einige Mädels schauen die Filmchen selbst, um in Stimmung zu kommen oder genießen es, sie gemeinsam mit ihrem Partner anzusehen. Doch sobald das eigene Sexleben unter dem Pornokonsum leidet, kann sich der Schalter umlegen. Die Filmchen werden dann zum Problem.

Zurecht, wie eine Studie zeigt: Denn Forscher:innen haben einen hohen Pornokonsum mit sexueller Unzufriedenheit in Verbindung gebracht. Was jedoch die Wirkung und was die Ursache ist, ist noch unklar. Also, ob es etwa die Unzufriedenheit im Bett ist, die Männer dazu bringt, Pornos zu gucken oder ob es anders herum ist, weiß man bislang nicht.

Pornos Erektionsstörungen
Pornos stehen in engem Zusammenhang mit Erektionsstörungen Foto: franckreporter / franckreporter/ istock

Gleichwohl aber kann die Selbstbefriedigung mit Pornos auch Wunder wirken. Etwa, wenn die Filmchen die Fantasien beflügeln oder eine:r von beiden mehr Lust auf Sex hat und die Filmchen nutzt, um die Lust auszuleben und den oder die andere:n nicht zu bedrängen.

Ihr wollt drüber sprechen, wisst aber nicht wie?

Dir ist das Thema Selbstbefriedigung und Pornografie trotzdem nicht so geheuer? Du hast Bedenken? Dann solltest du sie offen und ehrlich ansprechen. Im Handumdrehen lassen sich so Missverständnisse und Sorgen aus dem Weg räumen oder Probleme identifizieren. Wichtig ist dabei, jedoch auf Ich-Botschaften zu setzen. Etwa:

  • „Ich habe Angst, dass du mich nicht mehr attraktiv findest“
  • „Ich mache mir Sorgen um unser Sexleben – liege ich damit falsch?“
  • „Ich bin total unentspannt, kannst du mir helfen, die Bedenken aus dem Weg zu räumen?“
In unserem Podcast „Wein & Weiber“ stellen wir uns auch die Frage, wie man am besten über Sex spricht.

Mehr zum Thema Selbstbefriedigung und Pornos gefällig? Dann lies hier, wieso Pornos Erektionsstörungen auslösen können, wieso eine Frau mit 10 Jahren pornosüchtig wurde und welche lustigen Pornonamen dich zum Schmunzeln bringen.