Jucken, Brennen, Ausfluss: Fast jede Frau kennt diese unangenehmen Symptome. Und fast jede Frau weiß auch, was das bedeutet: Scheidenpilz! Meist helfen Präparate, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt, um die Infektion in den Griff zu bekommen. Doch manchmal wollen die Symptome einfach nicht verschwinden. Dann könnte auch eine Vaginitis, eine durch Bakterien verursachte Entzündung der Scheide, Ursache sein. Woran du eine bakterielle Vaginose erkennst und wie du dich vor allem im Sommer davor schützen kannst, erfährst du hier.

Was ist eine Vaginitis und wie entsteht sie?

Eine Vaginitis ist eine akute Scheidenentzündung. Manchmal lösen bestimmte Keime und Erreger die Erkrankung aus (primäre Vaginitis). Doch oft ist die Ursache auch ein bakterielles Ungleichgewicht (sekundäre Vaginitis).

Auslöser für eine primäre Vaginitis sind:

  • Bakterien
  • Parasiten
  • Viren
  • Würmer
  • Pilze

Ein bakterielles Ungleichgewicht entsteht z. B. durch:

  • starke Menstruation
  • Antibiotika
  • Seifen, Spülungen und Intim-Deos
  • Östrogenmangel
  • Tampons
  • Verhütungsmittel wie Diaphragma, Spirale
  • Medikamente
  • Diabetes
  • ungeschützter Sex mit häufig wechselnden Sexualpartner:innen

Bakterielle Vaginose

Die häufigste Erscheinungsform der Vaginitis ist eine bakterielle Vaginose. Sie wird also durch Bakterien ausgelöst. Diese kommen nicht zwangsläufig von außen, werden also nicht unbedingt durch Verkehr übertragen. Denn oftmals sind die Bakterien natürlicherweise in der Vagina vorhanden.

Verändert sich somit die Zusammensetzung der Bakterien in der Vagina, gerät das saure Milieu der Scheidenflora aus dem Gleichgewicht. Das heißt, die „guten“ Milchsäurebakterien nehmen ab und „schlechte“ Bakterien, z. B. Gardnerellen, nehmen zu. Somit wird der pH-Wert alkalisch und es kommt zu einer Vaginitis.

Warum ist Vaginitis vor allem im Sommer eine Gefahr?

Hitze, Schweiß und Feuchtigkeit sind leider die besten Voraussetzungen für die Ansiedelung schädlicher Bakterien. Außerdem sind wir im Sommer oft aktiver als in der kalten Jahreszeit. Tragen wir dann den ganzen Tag dieselbe Unterwäsche, schwitzen wir diese ordentlich durch. Aber vor allem synthetische Stoffe sind selten luftdurchlässig und tragen so zur Vermehrung der Keime bei.

Noch dazu haben wir bei der Hitze das Bedürfnis, uns öfter zu waschen. Produkte zur Intimpflege schaden aber meistens mehr, als nützlich zu sein. Sie stören die Scheidenflora und können schließlich zu einer Vaginitis führen.

Weiterlesen: Hier liest du, wie du deine Vagina im Sommer schützen kannst.

Wie unterscheidet man eine bakterielle Vaginose von einem Scheidenpilz?

Die Symptome einer bakteriellen Vaginose ähneln den Beschwerden von Scheidenpilz. Daher ist es gar nicht so leicht, herauszufinden, welche Erkrankung vorliegt.

Hier einige Unterschiede bei der Symptomatik:

Bakterielle VaginoseScheidenpilz
Fischartiger IntimgeruchNormaler Intimgeruch
Weiß-gräulicher, dünner AusflussWeiß-gelblicher, bröckeliger Ausfluss
Verschlimmerung der Symptome nach GeschlechtsverkehrSchmerzen beim Geschlechtsverkehr
selten Schwellung der Vulvahäufig Schwellung der Vulva
selten Rötung der Scheidehäufig Rötung der Scheide
Juckreiz und HautreizungenJuckreiz
BrennenBrennen beim Wasserlassen

Nice to know: Bei Scheidenpilz handelt es sich stets um eine Infektionserkrankung. Der Pilz benötigt eine Wirtszelle, um sich dort vermehren zu können, wohingegen Bakterien eigenständige Lebewesen sind.

Behandlung und Heilung von Vaginitis

Bei auffälligen Beschwerden solltest du in jedem Fall einen Termin bei eine:r Gynäkolog:in vereinbaren. Der Abstrich gibt Klarheit, ob es sich um einen Pilz, Bakterien oder etwas anderes handelt.

Wie lange es schließlich dauert, bis eine Vaginitis ausgeheilt ist, hängt davon ab, durch welche Erreger sie ausgelöst wurde, wie stark die Entzündung ist und wie schnell die Therapie beginnt. Doch mit den passenden Medikamenten sind die Symptome schnell in den Griff zu kriegen und die Vaginitis ist meistens innerhalb weniger Tage ausgeheilt.

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