Über Scheidenpilz wird selten gesprochen. Zu häufig wird er mit mangelnder Hygiene oder einem ausgeprägten Sexleben assoziiert. Dabei gehören vaginale, bakterielle Infektionen zu den häufigsten Erkrankungen des weiblichen Genitalbereichs und sind nichts, für das du dich schämen musst. In diesem Artikel erklären wir dir, wie du den Scheidenpilz erkennen kannst und welche Behandlung am wirksamsten ist.

Scheidenpilz: So erkennst du ihn und das musst du tun

Sie sind auch keine Geschlechtskrankheit, treten meist unabhängig von sexueller Aktivität auf. Ursachen können hormonelle Veränderungen, Stoffwechselstörungen, extreme Intimhygiene, zu eng anliegende Kleidung, eine zuckerreiche Ernährung, ein geschwächtes Immunsystem, Medikamente (z. B. Antibiotika) oder Stress sein. Das sind die fünf häufigsten Symptome von Scheidenpilz:

Zum natürlichen Scheidenmilieu gehören Milchsäurebakterien. Die sogenannten Laktobazillen schützen deine Scheide vor Krankheitserregern. Sind zu wenige von den Milchsäurebakterien vorhanden, dann steigt der pH-Wert auf über 4,5 und das Risiko auf eine Pilzinfektion erhöht sich. Diese bakterielle Infektion macht sich durch folgende Symptome erkennbar:

Selbstbefriedigung bei Frauen
Scheidenpilz erkennst du an einer juckenden und brennenden Scheide. Credit: Unsplash / Unsplash

1. Jucken und Brennen der Scheide

Ein typisches Symptom, welches auf eine vaginale Infektion hindeutet, ist starker Juckreiz bis hin zu schmerzhaftem Brennen im Bereich der Scheide oder Vulva. Während sich dies anfangs nur leicht bemerkbar macht oder nur bei Berührung wahrgenommen wird, so wird es mit der Zeit immer stärker und unangenehmer.

2. Bröckeliger weißer Ausfluss

Ein weiteres typisches Symptom, an dem du einen Scheidenpilz erkennen kannst, ist ein weißlich cremiger bis bröckeliger Ausfluss aus der Scheide. Normalerweise ist dieser Ausfluss klar bis leicht milchig, bei einer vaginalen Infektion nimmt er bei betroffenen Frauen eine weiß-gelbliche Farbe an und ist deutlich dickflüssiger als gewöhnlich.

3. Unangenehmer Geruch

Auch unangenehmer Geruch aus der Scheide kann bei Pilzinfektion im Genitalbereich auftreten. Während bei einer gesunden Scheidenflora der Ausfluss aus der Scheide neutral und kaum zu riechen ist, entsteht bei einer vaginalen Infektion ein als streng und unangenehm wahrgenommener Geruch.

4. Gereizte Haut an der Scheide

Ebenfalls typisch für einen Scheidenpilz ist empfindliche und gereizte Haut im inneren oder äußeren Genitalbereich. Hierbei kann es sich um Rötungen der Scheide und Vulva, Schwellungen, trockene sowie rissige Haut oder Schleimhaut, Hautausschlag, Bläschen oder Pusteln handeln.

5. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Wasserlassen

Bei länger anhaltender Infektion können auch Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs auftreten. Bei einem gereizten Intimbereich ist daher zu empfehlen, kurzfristig auf Sex zu verzichten, um Verletzungen des Schambereichs vorzubeugen. 

Dein Partner wird das mit Sicherheit verstehen, denn auch Männer leiden häufig unter Pilzinfektionen. Ein weiteres Symptom, an dem du möglicherweise einen Scheidenpilz erkennen kannst, ist ein unangenehmes, brennendes Gefühl beim Urinieren.

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Scheidenpilz erkannt: So kannst du ihn behandeln

Es gibt wirklich keinen Grund, sich für Scheidenpilz zu schämen. Dieser ist zwar unangenehm und kann Schmerzen verursachen, jedoch kannst du ihn auch schnell wieder loswerden, wenn du lernst, Scheidenpilz schnell zu erkennen. Wenn dir die aufgeführten Symptome bekannt vorkommen, ist es ratsam, einen Gynäkologen aufzusuchen. Dieser kann dich dann weiter behandeln.

Anhand eines Abstrichs kann dieser in Kürze feststellen, ob es sich um einen Vaginalpilz handelt. Wenn dies der Fall ist, bekommst du zur Behandlung Cremes, Tabletten oder Zäpfchen verschrieben. Und du wirst sehen, schon nach wenigen Tagen gehört dein Scheidenpilz der Vergangenheit an und alles war halb so schlimm.

Solltest du besonders anfällig für Scheidenpilz sein, gibt es nicht verschreibungspflichtige Kuren (wie zum Beispiel Milchsäurezäpfchen), die du vorsorglich nutzen kannst, um deinen ph-Wert auszugleichen. Besprich auch das mit deinem Gynäkologen, denn er kann erkennen, woran ein „chronischer“ Scheidenpilz wirklich liegt und eine dauerhafte Behandlung festlegen. Ursachen können zum Beispiel eine sehr starke oder lange Regelblutung sein.

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Fazit: Scheidenpilz lässt sich leicht erkennen & kannst ihm vorbeugen

Natürlich gibt es auch ein paar einfache Tricks, um der Behandlung von Scheidenpilz zu entgehen durch einfaches Vorbeugen. Dabei musst du mit den Ursachen beginnen und deinen Körper stärken. Folgendes kannst du tun, um einen Scheidenpilz vorzubeugen:

Am einfachsten ist es, Scheidenpilz zu erkennen, wenn man seinen Körper ganz genau kennt und einschätzen kann. Auch Vulva-Watching kann dir dabei helfen, deinen Intimbereich besser kennenzulernen.

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