Am 24. Juli wurde der Tag der virtuellen Liebe zelebriert. Anlass genug für das Online-Dating-Portal Parship, die Ergebnisse einer Umfrage über die Liebe in der Zukunft zu veröffentlichen. Hier ging das Unternehmen unter anderem der Frage nach, wie Digital-Dating in der Zukunft ablaufen wird. Das Ergebnis: Jede:r Dritte kann sich vorstellen, sich zukünftig alle elf Minuten in einen Avatar statt in einen realen Menschen zu verlieben – aber von Anfang an.

Liebe in der Vergangenheit & Liebe in der Zukunft

Das Gefühl der Liebe mag über Jahrhunderte hinweg das Gleiche geblieben sein. Immerhin kann ich mich bis heute in die Gefühlswelt von Goethe hineinversetzen, der in lyrischen Versatzstücken von seinem gebrochenen Herz dichtet. Die Art und Weise, wie wir Liebe ausleben und wie wir Beziehungen führen, hat sich über die Jahre jedoch stark geändert. Vorbei sind beispielsweise die Tage der weiblichen Unterdrückung in Form von Zwangsheirat, Mitgift und der Küche als Ort der Frau.

Beziehungen sind heute gleichberechtigter denn je, neue Beziehungsmodelle gehören längst zur Normalität und gedatet wird schon lange nicht mehr nur im Real Life. Kaum ein Single verzichtet heutzutage auf das Online-Dating. Bei diesen rasanten Entwicklungen fragt man sich schon, wie die Liebe in der Zukunft wohl aussehen wird. Wie gut, dass Parship sich dieser Thematik angenommen und 1.000 Frauen und Männer zu ihren Vorstellungen zukünftiger Liebe befragt hat.

Parship malt ein Bild zukünftiger Liebe

Die Befragung von Parship ergab, dass 69 Prozent davon überzeugt sind, dass es zukünftig mehr Fernbeziehungen geben wird. Grund dafür sind die Globalisierung sowie der technische Fortschritt. Hinzu kommt, dass 43 Prozent erwarten, dass die Liebe in der Zukunft viel häufiger ausschließlich virtuell sein wird – sowohl Treffen als auch die Beziehung an sich fände ihnen zufolge zukünftig nur online statt.

Besonders interessant erscheint auch die Frage danach, ob Menschen Beziehungen mit Avataren oder mit Robotern eingehen werden. Der ersten Frage stehen ganze 41 Prozent der Männer aufgeschlossen gegenüber, wohingegen nur 27 Prozent der Frauen sich eine solche Vision vorstellen können. Dass eine Liebe in der Zukunft mit Robotern gelingen wird, daran glauben 34 Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen. Männer sind der digitalen Liebe gegenüber demnach etwas offener eingestellt.

Der Psychologe und Paarberater Markus Ernst arbeitet für Parship und ordnet die Ergebnisse ein:  „Was die Zukunft genau bringen wird, lässt sich natürlich nicht vorhersagen. Hier spielen zu viele Komponenten eine Rolle. Aber Tendenzen lassen sich doch erkennen: So hat sich zum Beispiel Online-Dating in den letzten 20 Jahren etabliert und wird wohl auch in Zukunft immer mehr Beziehungen stiften. Ein Blick nach Japan oder Süd-Korea zeigt, dass für einige Menschen offenbar auch Beziehungen mit Avataren oder Robotern vorstellbar sind.“

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Sexpuppen
Sexpuppen sind besonders jetzt beliebt wie nie Foto: Christophe Bertolin / Christophe Bertolin/ imago images

Onlinedating ist die Zukunft

Einig sind sich 61 Prozent der Befragten darüber, dass Dates zukünftig immer häufiger online stattfinden werden. 57 Prozent sagen zudem, dass auch die Partner:innensuche zukünftig nur noch online ablaufen wird. Und 47 Prozent sind sich sicher, dass auch Sex immer häufiger online über Sexting oder Messenger Calls ausgelebt wird. Auch ging Parship der Frage nach, ob man zukünftig ein passendes DNA-Match für sich finden kann.

Diese moralisch fragwürdige Möglichkeit schlugen immerhin 42 Prozent der Befragten nicht aus. Wenn auch keiner sagen kann, wie die Liebe in einigen Jahren oder Jahrzehnten tatsächlich aussehen wird, bleibt für mich nur eines zu hoffen: Dass Liebe auch in Zukunft als höchstes aller Gefühle gehandelt wird und die Generationen nach uns auch etwas mit unseren Überlieferungen anzufangen wissen.

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