Das Wort „Schwarzfahren“ hat für viele immer einen bitteren Beigeschmack hinterlassen, auch wenn damit eigentlich nur das Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln ohne Fahrschein gemeint war. Jetzt setzt sich die BVG aber gegen den bitteren Beigeschmack des Wortes ein und möchte es aus allen zukünftigen Kampagnen verbannen.

Auf Empfehlung von Berliner Senat: Wort „Schwarzfahren“ bald tabu

An sich kommt der Begriff „Schwarzfahren“ von dem jiddischen Wort „Shvarts“, was so viel bedeutet wie arm. Schwarzfahrer waren also damals „Armfahrer“. Dieses Wort hat sich bis heute im Umgang mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gehalten. Das soll sich aber laut BVG und Berliner Senat nun ändern.

Die BVG bezieht sich mit dieser Entscheidung auf das „Diversity Programm“ des Berliner Senats vom September 2020, so BVG-Sprecherin Petra Nelken zu rbb24. Laut Nelken muss der Begriff nirgendwo gestrichen werden, da er ohnehin nur einmal in einer Kampagne verwendet wurde. Anstatt „Schwarzfahren“ wird nun die Rede von „Fahren ohne Fahrschein“ sein.

Entscheidung der BVG stößt auf positiven Anklang

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Bund (ISD) hatte nur Positives über die Entscheidung der BVG zu sagen. Der negative Anklang dieses Wortes wird nun verbannt. Außerdem, so der Sprecher der Initiative, Tahir Della, ist auf diese Weise Schwarzes nicht mehr mit Negativem konnotiert. Damit merzt die BVG nicht nur einen Begriff aus, sondern bezieht Stellung gegen Rassismus und für Diversity.

Auch wenn der Begriff nicht rassistisch angelegt ist, so kann sich dessen Bedeutung über die Jahre hinweg ändern, so ISD-Sprecher Della gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Es ist also sinnvoll zu überprüfen, wie Sprache mit Blick auf aktuelle Entwicklungen wirkt und benutzt wird. Die BVG geht in diesem Zusammenhang einen großen Schritt in die richtige Richtung und zeigt eine Vorbildfunktion für andere Unternehmen.

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