Ich bin Literatur-Studentin und alle, die in diese Fachrichtung studieren, haben mindestens schon einmal etwas von Little Women gehört. Für diejenigen, die sich nicht so sehr mit Literatur-Klassikern auskennen oder beschäftigen, wird spätestens Timothée Chalamet in seiner Rolle als Laurie in der Verfilmung des Klassikers für Klarheit bezüglich dieses literarischen Werkes gesorgt haben.

Egal, ob du nur die Verfilmung kennst oder das gesamte Buch gelesen hast: Die Themen dieser Geschichte werden immer aktuell sein. Und deshalb ist das dieswöchige #BookoftheWeek auch die Geschichte der March-Schwestern.

Wie Buchverfilmungen uns ein Verständnis für Literatur-Klassiker geben können

Nicht jede:r hat einen Zugang zu großen Dramen wie Stolz und Vorurteil oder eben Little Women. Das zweite hat immerhin mit seinen zwei veröffentlichten Teilen über 1000 Seiten und ist in einer relativ schwierigen Art geschrieben, wenn man sich nicht mit altertümlichen englischen Formulierungen auskennt.

Doch hat man sich einmal eingelesen, will man gar nicht mehr aufhören, etwas über das Leben von Amy, Jo, Beth und und Meg zu lesen. Wenn du allerdings Probleme damit hast, dich in diese Bücher und ihre komplexen Handlungen einzufinden, können Buchverfilmungen hervorragend helfen.

Little Women Szene
Die Verfilmung von „Little Women“ aus dem Jahr 2019 ist super, um in die Geschichte der Schwestern reinzufinden. Foto: IMAGO / Cinema Publishers Collection

Little Women wurde schon mehrere Male verfilmt. Doch erst 2019 machte die Regisseurin Greta Gerwig die March-Schwestern wieder richtig en vogue. Mit einer Starbesetzung rund um Saoirse Ronan, Florence Pugh, Emma Watson und Timothée Chalamet wurde dieses wunderschöne Period-Drama zu einem der besten Filme der letzten Jahre. Und nicht nur das. Diese Buchverfilmung zeigte auch, dass viele Themen, die damals aktuell waren, auch heute noch unheimlich wichtig sind.

Wenn du also den Film geliebt hast, wird es sich lohnen, auch in das Buch reinzulesen. Dieses gibt es jetzt übrigens in unzähligen wunderschönen Ausgaben. Wenn du also ein:e Cover-Buyer:in bist, wie ich übrigens auch, wirst du nicht nur an der Geschichte, sondern auch an der Ästhetik des Buches deine wahre Freude haben.

„Little Women“ von Louisa May Alcott: Zeitlose Romantik trifft auf Feminismus

Ich gebe es zu: Das erste Mal, als ich Little Women gelesen habe, war ‚gezwungenermaßen‘ im Rahmen eines Seminars. Ich habe öfters Probleme mit Literatur-Klassikern, da ich einfach keinen Bezug zu ihnen finden kann. Bei Little Women war es allerdings anders.

Der Roman wurde das erste Mal im späten 19. Jahrhundert in zwei Teilen veröffentlicht. Die Geschichte verfolgt das Leben der Schwestern Meg, Jo, Beth und Amy, die gemeinsam mit ihren Eltern in Neuengland aufwachsen. Von der ersten Liebe bis hin zur weiblichen Emanzipation wird hier nichts ausgelassen. Doch vor allem der Feminismus, der durch Jo (die eigentlich Josephine heißt und nur Jo genannt werden will) verkörpert wird, erhält in dieser Geschichte eine besondere Rolle.

Denn Jo will arbeiten. Jo möchte nicht nur umgarnt werden wie Amy oder Meth. Sie möchte mehr sein als ein weibliches Hausfrauen-Objekt, welches nur für die Erziehung der Kinder gebraucht wird. Deshalb schreibt sie schon als junges Mädchen an ihren eigenen Geschichten, die sie zum Ende der Bücher sogar publizieren darf.

Allein für diesen Aspekt lohnt sich das Lesen des Buches ungemein. Wenn du erst einmal mit der ungewohnten Sprache warm geworden bist, wird es dir sicherlich ein Fest sein, etwas über die lustigen und auch teilweise dramatischen Abenteuer der March-Schwestern zu lesen.

Kampf gegen Rollenbilder: Was uns „Little Women“ alles lehren kann

Jo würde sicherlich mit Stolz auf die heutige (vor allem weibliche) Gesellschaft schauen. Denn auch wenn in vielen Teilen der Welt das weibliche Geschlecht noch unterjocht wird und wir noch immer nicht hundertprozentig gleichberechtigt sind, merkt man seit geraumer Zeit eine Veränderung. Frauen gehen auf die Straße, kämpfen für ihre Rechte und zeigen, dass die Rollenbilder der Frau einfach nur veraltet sind.

Frauenrechte
Jo kämpfte in „Little Women“ schon damals für die Gleichberechtigung von Frauen. Foto: Jacob Lund via canva

Genauso wie bei Little Women wollen Frauen arbeiten und auch das gleiche Geld wie Männer bekommen. Das Buch, welches übrigens starke autobiografische Züge trägt, stellt außerdem in Bezug zu Jo etwas in den Hintergrund, was in der damaligen Zeit fast undenkbar war: die Liebe.

Achtung, Spoiler: Laurie, der reiche Nachbarsjunge der March-Schwestern, verliebt sich langsam, aber sicher in Jo. Und das gerade, weil sie so anders ist. Die beiden werden beste Freunde und Jo fühlt sich bei Laurie endlich angekommen und akzeptiert – bis dieser ihr seine Liebe gesteht, die sie einfach nicht erwidern kann und auch nicht will.

Liebe, Drama und Feminismus: All das kann „Little Women“

In der Forschung wird unter anderem davon ausgegangen, dass Jo eher ein Mann sein will als eine Frau. Doch im Buch wird immer wieder klar, dass Jo gerne ein Mädchen ist – sie möchte nur einfach die Privilegien, die auch ein Mann hat. Und genau das ist richtig und auch gut so.

Der erste Teil von Little Women kam 1868 raus. Zu der damaligen Zeit galt es als regelrechter Skandal, wenn man als Frau mehr wollte ‚als ihr zustand‘. Doch genau deshalb wird der Literatur-Klassiker nie an Aktualität verlieren. Für Frauen wird es immer ein Kampf sein, sich gegen die alteingesessenen Rollenbilder durchzusetzen. Doch wenn Frauen wie Jo es damals schafften, besteht weiterhin die Hoffnung, dass auch wir es in unserer Zeit schaffen können.

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