Prokrastination beschreibt das Aufschieben von anstehenden Aufgaben und Tätigkeiten. Vor allem Studierende und Menschen, die sich in ihrem Job ebenfalls selbst organisieren müssen, sind davon betroffen. Doch warum neigen wir dazu, Dinge immer wieder aufzuschieben? In diesem Artikel zeigen wir dir vier verschiedene Ursachen für Prokrastination.

Was ist Prokrastination?

Das Wort Prokrastination setzt sich aus den lateinischen Wörtern pro und crastinum zusammen, was übersetzt so viel wie für morgen bedeutet. Aufgaben werden also immer wieder auf morgen verschoben, bis sie entweder gar nicht mehr oder auf dem letzten Drücker erledigt werden.

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Wer immerzu alles aufschiebt, droht irgendwann in seinen Aufgaben zu ertrinken. Credit: Getty Images/ Malte Mueller

Prokrastination sorgt letzten Endes aber nicht nur für Zeit-, sondern auch für ordentlich Leidensdruck. Stress und ein schlechtes Gewissen sind die steten Begleiter eines jeden Prokrastineurs oder einer jeden Prokrastineurin. Bei vielen kann sich das gar zu einer psychischen Störung weiterentwickeln, die häufig mit körperlichen Begleiterscheinungen einhergeht: Verspannungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Magen- und Verdauungsprobleme und eine allgemeine innere Unruhe sind nur einige Beispiele dafür.

Auch für die mentale Leistung tut die Prokrastination nichts. Denn wer immerzu aufschiebt und kein ausgeklügeltes Zeitmanagement hat, neigt zum Bulimie-Lernen und gibt Quellen unsauberer an. Wenn du mehr über das Thema Prokrastination erfahren möchtest und wissen willst, wie man sie überwindet, wirst du hier fündig.

Die häufigsten Ursachen der Prokrastination

Dieses Sprichwort wird wohl jeder kennen: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Und doch tun wir es immer wieder. Aber wieso schieben wir Dinge auf? Welche Ursachen hat Prokrastination?

Die Medizinstudentin und TikTokerin @josefineholum beschäftigt sich viel mit dem Thema und hat auf ihrem Account bereits eine ganze Reihe von Videos zum Thema gepostet. Unter anderem meint sie, dass es verschiedene Prokrastinations-Typen und vor allem verschiedene Ursachen von Prokrastination gibt…

1. The Performer aka. der Deadliner

Zunächst stellt sie den Performer-Typen vor. Dieser Typ prokrastiniert solange, bis die Deadline direkt bevorsteht. So zwingen sich die Performer auf den letzten Metern zu maximaler Konzentration. Performer meinen, sie können unter Druck einfach am besten arbeiten.

Ursache der Prokrastination: Laut Josefine würde dieser Typ die Aufgaben aufgrund des eigenen Perfektionismus aufschieben. Der hemmt sie allerdings, überhaupt mit einer Aufgabe zu starten.

Die Lösung: Daher sollten nicht die Deadline oder das angestrebte Ziel, sondern besser der Moment des Anfangens in den Fokus treten. Die Devise lautet also: einfach anfangen!

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Wie lässt sich Prokrastination abstellen? Ganz leicht, indem man einfach anfängt. Credit: Getty Images/ Malte Mueller

2. The Overbooker aka. die Busy Bee

Overbooker sind Meister:innen darin, ihren Kalender voll zu knallen und allen unter die Nase zu reiben, wie busy sie doch sind. Von außen betrachtet könnte man meinen, dass dieser Typ richtig was wegarbeitet. Vielmehr nutzt dieser Prokrastinations-Typ die vielen Aufgaben aber als Ausrede dafür, nichts zu tun.

Ursache der Prokrastination: Diese Form der Prokrastination grenzt an selbstzerstörerisches Verhalten. Denn der Overbooker sorgt für Chaos, welches ihn von der Arbeit abhält. Schlicht, weil er sich nicht mit der Herausforderung der Arbeit auseinandersetzen möchte.

Die Lösung: Wer dieser Prokrastinations-Ursache auf den Zahn fühlen möchte, muss sich in erster Linie selbst reflektieren. Warum vermeidet man die Aufgabe? Hat man Angst, sie nicht zu meistern? Sind die Erwartungen anderer zu hoch? Muss man dafür vielleicht aus seiner Komfortzone heraustreten?

3. The Self-Depricator aka. Mr. & Mrs. Schuldgefühl

Dieser Typ prokrastiniert, weil er sich selbst einfach viel zu großen Druck macht. Er ist alles andere als faul, arbeitet hart und geht mit sich selbst am allerhärtesten ins Gericht. Sitzt dieser Typ für fünf Minuten ohne Aufgabe herum, fühlt er sich direkt schlecht. Auch wenn er total müde und erschöpft ist.

Ursache der Prokrastination: Das Problem des Self-Depricators ist, dass er sich einfach nicht genug Auszeiten gönnt. So gelangt dieser Typ in einen Teufelskreis. Denn wer immerzu arbeitet, ohne sich Pausen zu genehmigen, wird immer schlechtere Ergebnisse abliefern und immer weniger gebacken bekommen.

Die Lösung: Dieser Typ muss sich Möglichkeiten schaffen, um die eigenen Batterien wieder aufzuladen. Der Tag hat nur 24 Stunden und besteht nicht nur aus Arbeit.

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La Dolce fare niente: Das süße Nichtstun sollte sich jeder ab & an gönnen. Denn nur so lassen sich Aufgaben konzentriert bewältigen. Credit: Foto: imago images/Cavan Images /

4. The Novelty Seeker aka. der Trendhascher

Den letzten Typen, den Josefine vorstellt, nennt sie liebevoll den shiny object seeker, also jemand, der von schimmernden Objekten angezogen wird bzw. leicht abzulenken ist. Dieser Typ hat jede Woche ein neues Projekt am Start, bringt aber kein einziges davon zum Ende. Dieser Typ ist sehr begeisterungsfähig und packt Dinge direkt an, ist aber auch schnell davon gelangweilt und sucht sich etwas Neues.

Ursache der Prokrastination: Wer permanent arbeitet, aber nie Resultate sieht, brennt auf Dauer aus. Die Prokrastinations-Ursache liegt hier schlicht daran, dass zu viele Tabs geöffnet sind.

Die Lösung: Dieser Typ muss sich dazu zwingen, ein Projekt fertigzustellen. Neue Ideen sollen nicht direkt angegangen, sondern nur aufgeschrieben werden. To-Do Listen sind dafür ideal.

Der beste Tipp gegen Prokrastination: Einfach anfangen

Zum Schluss gibt uns Josefine auf TikTok einen weiteren wichtigen Tipp mit auf den Weg. Ganz gleich, welche Ursache Prokrastination nun hat: Ist der Anfang gemacht, liegt der schwerste Teil bereits hinter dir. Viele scheuen sich davor, mit dem Lernen zu beginnen, weil sie wissen, welcher enorme Zeitaufwand dahintersteckt. Die TikTokerin meint daher, man solle sich nicht das Ziel setzen, für drei Stunden zu lernen, sondern nur für fünf Minuten. 80 % werden nach ihrer Aussage danach weiter machen, weil nicht das Lernen das Problem beim Prokrastinieren ist, sondern das Anfangen.

Also: Stell dir beim nächsten Mal einen Wecker auf fünf oder zehn Minuten, in denen du dich zum konzentrierten Arbeiten zwingst. Du wirst sehen, dass du bald schon freiwillig auch nach dem Klingeln weitermachen wirst!

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