Frau Schwarz Angezogen
Trauer bewältigen ist eine individuelle Angelegenheit. Doch gerade wer blockiert, schadet seiner mentalen Gesundheit.

Trauer bewältigen – positiv denken lernen statt zu verzweifeln

Trauer bewältigen erfolgt in Phasen oder Wellen. Doch egal welches psychologische Modell zugrunde liegt, diese 5 Tipps helfen, den Verlust stark durchzustehen.

Wovor hast du am meisten Angst? Viele werden nun den Verlust eines geliebten Menschen anführen. So schrecklich diese Vorstellung auch ist, so unausweichlich bleibt sie: Manche bleiben davon lange verschont, können sich vielleicht auf den herannahenden Tod der Person einstellen, andere ereilt es unverhofft und viel zu früh. 

Plakativ heißt es, dass für die Hinterbliebenen eine Welt zusammenbricht. Was das wirklich bedeutet, werden erst diejenigen verstehen, die selbst einen geliebten Menschen verloren haben und nun ihre Trauer bewältigen müssen. Zeit und Raum spielen nun keine Rolle mehr, Prioritäten, die wir sonst gesetzt haben, werden hinfällig und wir fühlen uns, als wären wir in Watte gehüllt

Trauern erfolgt nicht nach einem universalem Fahrplan, sondern immer individuell. Beim Trauern gibt es kein richtig oder falsch. Und dennoch: Sich das Trauern zu verbieten, oder es permanent zu unterdrücken, kann sich negativ auf unsere mentale Gesundheit auswirken. Darum hier ein paar Tipps, um mit dem Verlust besser fertig zu werden.

Frau Wasser
Zeit, ins kalte Wasser zu springen und sich seiner Trauer stark zu stellen.

Tipps, um den Verlust stark durchzustehen

Psychologen und Trauerforscher beschäftigen sich eingehend mit den Prozessen, die ein Trauernder durchmacht. Vor allem welche Trauerphasen durchlaufen werden oder, ob die Trauer nicht eher in Wellen aufkommt, hält die Forschung auf Trab.

Ganz gleich, ob man seiner Trauer einen Rahmen durch verschiedene Trauermodelle geben kann oder ob man frei von diesen Modellen trauert: Es gibt Abhilfe, um Trauer zu bewältigen und zugleich mental gestärkt aus dem Verlust hervorzugehen: 

1. Tränen laufen lassen & schreien

Geht ein geliebter Mensch von uns, haben wir das Gefühl funktionieren zu wollen, um bloß nicht den Halt zu verlieren. Daher ist es zunächst in Ordnung sich abzulenken oder den Tod zu verdrängen, um sich nicht völlig vom Schmerz umhauen zu lassen. 

Aber wenn Gedanken kommen, sollten sie nicht immer sofort unterdrückt werden. Wenn Tränen kommen, sollten sie nicht immer sofort weggewischt werden. Es ist wichtig, Emotionen zuzulassen – und wenn du so aufgeladen bist von Emotionen, dass du glaubst zu platzen: Dann schreie es auch einfach mal heraus. Scheiß auf Konventionen, du hast jedes Recht, dich so zu fühlen. Das beugt übrigens auch Panikattacken vor.

Beruhigung
Beim Verlust eines geliebten Menschen verschreiben nicht wenige Ärzte Beruhigungsmittel.

2. Aufgepasst bei Glücklichmachern

Ärzte verschreiben nur zu gerne Beruhigungsmittel und andere versuchen, sich mit dem Griff zur Flasche Abhilfe zu verschaffen. Gegen einen Schnaps nach der Beerdigung ist mit Sicherheit nichts einzuwenden. 

Doch gerade in schwierigen Zeiten sind wir besonders suchtanfällig, im Übrigen auch, wenn unsere Stresssymptome überhandnehmen. Also: Achte auf dich und versuche, deine Nerven lieber durch Yoga, Meditation und Sport zu beruhigen. So wirst du deiner Trauer gestärkt entkommen.

3. Falsche Zeit zum Schweigen

Wer trauert, sollte das nicht alleine tun. Nutze Redeangebote von deiner Familie und Freunden. Rede nur, worüber du reden möchtest. Vielen hilft es zum Beispiel, nur positive Erinnerungen hervorzuholen. Manche jedoch können sich kaum öffnen und fressen ihren Schmerz immer weiter in sich hinein. Dabei kommt es oft einer Befreiung gleich, denn löst sich erst die Zunge, lockert sich nicht selten auch der Kloß im Hals. 

Hier können Selbsthilfegruppen helfen, die es in jeder Gemeinde und in jedem Bezirk gibt. Egal wie ausweglos und schrecklich die Situation erscheint, es wird immer Menschen geben, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Wer partout nicht aus seiner Trauerspirale herauskommt, sollte auch nicht vor psychotherapeutischer Beratung zurückschrecken.

Schreiben
Viele setzen auf Briefe an den Verstorbenen, um mit dem Verlust umzugehen.

4. Trauerzeiten- und Rituale

Auch wer bereits wieder zurück ins Leben gefunden hat, sollte sich regelmäßig erlauben, an den Verstorbenen zu denken. Bilder, Videoaufnahmen oder Schriftstücke können dabei helfen. Wieder anderen hilft es ein Trauertagebuch zu führen oder aber Briefe an den Verstorbenen zu schreiben. Hier finden Worte Platz, die im Kopf zu viel Raum einnehmen.

5. Das Leben feiern

Bei all dem Schmerz um den Verlust, sollte man sich nie selbst aufgeben. Schon klar, das liest sich nun leichter, als es ist. Fakt ist aber, wer den Tod eines geliebten Menschen bewältigt, erfährt eine der wichtigsten Lektionen des Lebens: Der Tod gehört zum Leben dazu

Wer das verstanden hat, wird lernen, das Leben noch mehr wertzuschätzen und auch wieder mehr an sich selbst arbeiten. Wichtig ist es daher, sich nicht in Schuldgefühlen zu verlieren, sondern stark aus dem Verlust hervorzugehen.

Trauer zu bewältigen braucht Stärke & gibt Stärke

Mit Verlusten umzugehen ist nie leicht, nicht nach einer Trennung und nach einem Todesfall schon gar nicht. Jeder wird dabei an seine Grenzen kommen, allerdings auch verdammt viel über sich selbst lernen. Wer Trauer zulässt, sich mit ihr auseinandersetzt und schlussendlich nach vorne blickt, wird jedoch gestärkt aus dem Verlust hervorgehen. Der Tod lehrt uns, das Leben wertzuschätzen.

Weitere Artikel zur mentalen Stärke findest du ebenfalls bei uns: Zum Beispiel Tipps gegen das schlechte Gewissen, Tipps für mehr Selbstbewusstsein oder aber Wege, deine Trennung zu überwinden


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