Wenn du eine wichtige Entscheidung fällen musst, beziehst du dann immer deine Liebsten mit ein? Das kann nicht schaden, doch tatsächlich kann es sinnvoll sein, Entscheidungen ab und zu alleine zu fällen

Entscheidung alleine Fällen: Die erste Option ist immer die beste? 

Wissenschaftlerinnen der Universität in Kalifornien (Berkeley, USA) und der Harvard University (Cambridge, USA) fanden heraus, dass Menschen eher dazu neigen, sich für die zuerst angebotene Entscheidungsmöglichkeit zu entscheiden. In einem Teil des Experiments wurden den Versuchspersonen zwei Produkte präsentiert wurden. Sie entschieden sich dabei eher für das zuerst präsentierte. 

Wissenschaftler:innen der Universität des Saarlandes konnten mithilfe der Untersuchung von Hirnströmen innerhalb einer Studie herausfinden, dass Entscheidungen beeinflusst werden, indem wir etwas wiedererkennen. Die Versuchspersonen entschieden sich eher für einen Gegenstand, der bei Ihnen ein Vertrautheitsgefühl auslöste. Die Wissenschaftler:innen konnten somit anhand der EEG-Daten sogar Entscheidungen vorhersagen, obwohl sie das Vorwissen der Versuchspersonen nicht kannten. Alles basierend auf einem Vertrautheitsgefühl

Aber ist die erste Entscheidung immer die beste? Ein Effekt zeigt uns, wie wir klügere Entscheidungen treffen können. 

Frau sitzt am Schreibtisch
Viele Entscheidungen trifft man am besten alleine. Foto: Pexels / ANTONI SHKRABA

Der „Inner Crowd Effekt“ und seine Auswirkung

Den Begriff „Inner Crowd Effekt“ haben vor allem zwei niederländische Forscher geprägt: Philippe van de Calseyde von der TU Eindhoven und Emir Efendić von der Universität Maastricht. Sie veröffentlichten vor kurzem eine Studie, deren Titel zusammenfassend aussagt: „Eine abweichende Perspektive einzunehmen verbessert die Genauigkeit quantitativer Schätzungen“. Oder einfacher gesagt: Wer sich nicht nur auf das eigene Urteil verlässt, sondern sich auch mit Alternativmeinungen auseinandersetzt, erzielt bei Schätzungen bessere Ergebnisse. Aber wie soll uns das bei der eigenen Meinungsfindung unterstützen?      

Mit der Bezeichnung „Inner Crowd“, also deiner inneren Menschenmenge, beziehen sich de Calseyde und Efendic auf die englische Wendung „wisdom of the crowd“. Sie lässt sich mit „Intelligenz der Masse“ übersetzen und besagt, dass eine Sammlung verschiedener Meinungen zu einem Thema insgesamt weniger Raum für Fehler zulässt als die Meinung einer einzelnen Person. Auch wenn diese Einzelmeinungen selbst nicht immer unbedingt fehlerfrei sind, ergeben sie einen besseren Näherungswert als für sich allein. 

Laut der Studie müssen solche verschiedenen Meinungen nicht unbedingt auch von verschiedenen Personen kommen. Von der „Weisheit der Menschenmenge“ soll man auch profitieren können, wenn man selbst verschiedene Perspektiven auf eine Problemstellung einnimmt. Du führst also gewissermaßen eine innere Diskussion mit Andersdenkenden.         

Bevor du eine Entscheidung triffst, solltest du dich also laut dieser Theorie immer Fragen: Wie würde eine andere Person darüber denken? Und im nächsten Schritt: Bleibe ich immer noch bei meiner Meinung? Wenn du diese Diskussion mit dir selbst führst und dir diese zwei Fragen stellst, kannst du die Theorie ganz einfach anwenden, um nachweislich bessere Entscheidungen fällen zu können. 

Frau mit Handy in der Hand
Manchmal fragen wir andere nach ihrer Meinung. Foto: Pexels / Ketut Subiyanto

Entscheidung alleine Fällen: TikTok macht’s vor 

Was laut Expert:innen auf TikTok außerdem helfen soll, ist eine neutrale Haltung gegenüber der Sache einzunehmen. Ähnlich wie beim Inner Crowd Effekt. So gehst du an deine Entscheidung nicht emotional heran. Außerdem solltest du darauf achten, wie dein Körpergefühl ist. Fühlst du dich bei deiner Option A angespannt oder gelassener? So kannst du ganz einfach deine Entscheidung treffen. 

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