Gerade jetzt, wo jeder Abend gleich aussieht, verfallen viele in den Netflix & Chill- Modus zu dem sich auch das eine oder andere Gläschen Wein genehmigt wird. Auf Dauer ist das logischerweise ziemlich schädlich für Körper und Geist. Wie schwierig die Alkoholentwöhnung tatsächlich ist, haben viele unterschätzt.

Doch der Alltag nimmt so langsam wieder Fahrt auf. Unsere Corona-Angewohnheiten sollten wir also schnell wieder ablegen.

Diese Rolle spielt Corona bei der Alkoholentwöhnung

Seit Monaten rutschen wir von einem Lockdown in den nächsten. Mal strikter, mal weniger streng. Was für Folgen die mehr oder weniger isolierte Zeit auf die Zukunft haben wird, lässt sich noch nicht so richtig absehen. Stress und Überforderung im Home Office, mit den Kindern, oder einfach mit der Gesamtsituation, sind für viele eine große Belastung, die am Abend meist erst mit etwas Alkohol abfällt.

Im Video: Die Psyche leidet – So beeinflusst das Corona-Virus unser Gehirn

Ob es seit der Pandemie mehr Alkoholiker gibt, lässt sich nicht genau sagen. Durch das „Silent Drinking“, also Trinken ohne Gesellschaft, ist die Gefahr groß, dass Alkohol zur Gewohnheit wird. Das bestätigen auch Suchtberater, die seit der Pandemie mit mehr Anrufen zu kämpfen haben. Der Bedarf einer Alkoholentwöhnung scheint im Moment also groß zu sein.

Zusätzlich war der Trend früh abzusehen. Vor allem zu Beginn der Regierungsmaßnahmen haben sich einige Menschen ordentlich eingedeckt. Wein, Bier und vor allem Mischgetränke wurden viel häufiger über die Kasse gezogen, als jemals zuvor.

Das alles bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass die Zahl der Alkoholiker nach oben geschossen ist. Ausgefallene Selbsthilfegruppen können ein Grund für häufigere Anrufe gewesen sein, geschlossene Kneipen und Bars relativieren die Alkoholeinkäufe.

Unsere Tipps zur Alkoholentwöhnung

Falls du das Gefühl hast, dass dich regelmäßige alkoholische Getränke an den einsamen Abenden auch heute in Versuchung bringen und weil dir Alkohol generell schadet, zeigen wir dir, wie du in Zukunft häufiger Mal eine Alkoholpause einlegst.

1. Ablenkung

Die beste Möglichkeit nicht zu trinken, ist nicht daran zu denken und dich mit Hobbys und Projekten abzulenken. Triff vereinzelt Freunde oder geh eine Runde spazieren an der frischen Luft. Außerhalb der eigenen Wohnung kommst du schnell auf andere Gedanken.

2. Alkohol nicht mit Entspannung gleichsetzen

Ein Bierchen oder ein Glas Wein am Abend entspannt bestimmt. Darauf kannst du dich auch gerne schon tagsüber freuen. Sobald du allerdings merkst, dass du bis zum ersten Schluck sogar unruhiger als üblich bist, steht nicht mehr die Entspannung im Vordergrund, sondern der Drang.

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Sehr gemütlich! Auf Dauer allerdings nicht so gesund.(Photo: istock.com/monkeybusinessimages)

Zeit, den Kopf anders freizubekommen. Mit Lesen, Filme schauen, Kochen, Meditieren und Sport kannst du dich genauso gut ablenken und vielleicht sogar noch besser erholen.

3. Wenig Salziges essen

Serienabende ohne Chips und Co. sind halb so schön. Allerdings verstärken diese den Durst. Alkoholische Getränke wiederum regen den Appetit auf Salziges an. Der typische Teufelskreis und bei einer Alkoholentwöhnung völlig kontraproduktiv. Als Snacks eignen sich unsere gesunden Süßigkeiten für zwischendurch viel besser.

4. Keine Vorräte anlegen

Für viele Corona-Hamster kommt dieser Tipp wahrscheinlich etwas zu spät. Für die zukünftigen Einkaufstouren ist es jedoch nicht schlecht im Hinterkopf zu behalten. Logisch: Ist kein Alkohol zur Hand, kann auch keiner getrunken werden. 

5. Benutze kleine Gläser

Du konntest am Weinregal nicht einfach so vorbeilaufen? Dann benutze am Abend einfach kleinere Gläser. Das macht es dir einfacher, weniger zu trinken. Wenn du ständig aufstehen musst, um etwas nachzufüllen, verpasst du ein Stück der Serie, oder kommst aus dem Lesefluss, je nach Beschäftigung. Entspannung geht anders. Das ist ein sanfter Weg, dich an die Alkoholentwöhnung heran zu führen.

Shotgläser Hochprozentiges
Nicht Schummeln! Hochprozentiges aus Shotgläsern zählt leider nicht.(Photo: shutterstock/Oleksandra Naumenko)

6. Grenznutzen im Blick behalten

Das erste Bier lässt sich super genießen. Das Zweite vielleicht auch noch. Das Dritte hat mit Genuss bereits weniger zu tun. Besonders, wenn du, wie zu Corona-Zeiten, alleine trinkst. Bedeutet: Der Grenznutzen nimmt beim Alkoholtrinken ab. Überlege dir gut, ab wann für dich Schluss sein sollte.

7. Analysiere dich selber

Versuche dein Verhalten nachzuvollziehen. Was oder welche Situationen lösen ein Verlangen nach Alkohol aus? Wirst du eher von Stress oder von Langeweile zum Trinken verleitet? Hast du schon einmal ausprobiert ein Glas Wein gegen einen Saft zu tauschen? Deine Gewohnheiten zu überdenken und dich selbst besser zu verstehen hilft dir, an ihnen zu arbeiten.

Alkoholentwöhnung: In Maßen genießen

Ab und zu etwas zu trinken, ist sicherlich nicht schlimm, schließlich ist laut einigen Studien ein bisschen Alkohol besser als keiner – alles in Maßen natürlich! Außerdem ist Alkohol nicht gleich Alkohol. Welche Spirituose am gesündesten ist, verraten wir dir hier.

Dennoch hat Alkohol ein großes Suchtpotenzial. Solange dir diese Anzeichen für Alkoholiker unbekannt sind, bist du weit entfernt davon, als Solcher zu gelten.

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