Es gibt Menschen, die macht Sport glücklich. Solche, die morgens aufwachen und sich freuen, den Tag auf ihrer Yogamatte oder einer Runde Laufen zu beginnen. Für manche Menschen ist das Fitnessstudio ihr zweites Zu Hause. Und dann gibt es noch Menschen wie mich.

Ich mag Sport. Irgendwie. Manchmal. Naja – Was muss, das muss eben. Und ich brauche oft eine Extraportion Motivation, um mich vom Sofa auf die Matte zu begeben. Das Gute ist, dass ich sehr anfällig für To-Do-Listen bin und dementsprechend halte ich mich auch gut an vorbereitete Fitnesspläne. Die Yoga Challenge von Youtuberin Mady Morrison mit ihrem Ein-Monats-Plan war also genau das richtige Format für mich.

Yoga Challenge: Den Inneren Schweinehund mit Struktur besiegen

Yoga ist nichts gänzlich Neues für mich. Vor Corona habe ich immer mal wieder einen Kurs besucht – mal mehr, mal weniger regelmäßig. Eigentlich hat es mir immer Spaß gemacht, aber das lag hauptsächlich an der Dynamik im Raum, an den anderen Teilnehmenden und an der hübschen Einrichtung Berliner Yoga Studios. Zuhause, allein vor dem Fernseher Yoga machen? Dazu konnte ich mich vor der Yoga Challenge nur selten durchringen. Mady Morrison, die Yoga-Youtube-Lehrerin mit der angenehmsten Stimme der Welt (es gibt natürlich noch ganz viele andere Yoga-Youtuber:innen), war es, die mich dazu motivieren konnte, an ihrer 30 Tage Yoga Challenge teilzunehmen. Wenn ich danach aussehe wie sie, dachte ich mir, dann gerne doch!

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Yoga gibt es in allen Formen und Variationen. Sie alle haben das Ziel, dir ein besseres Körpergefühl zu verschaffen. Foto: shutterstock/ImYanis Credit: shutterstock/ImYanis

Yoga Challenge: Und täglich grüßt die Yogamatte

Ich war mir eigentlich von Beginn an sicher, dass ich die Yoga Challenge durchziehen würde. Was angefangen wird, wird auch beendet, das ist der Vorteil an einem manisch-organisierten Charakter. Und man muss sagen, dass es Mady einem auch nicht extra schwer gemacht hat. Viele der täglichen Sequenzen dauerten nur 20 Minuten und angenehme Drehungen und Stretches standen öfter auf dem Plan als schweißtreibende Asanas. Das war gut so, denn es sollte hier ja nicht ums Abnehmen gehen, sondern darum, innere Ruhe und ein besseres Körpergefühl zu finden. 

Ich habe schnell begonnen, mich auf die täglichen Sessions während der Yoga Challenge zu freuen. Manche habe ich direkt nach dem Aufstehen praktiziert und mich danach tatsächlich wacher und konzentrierter gefühlt, als ich es sonst gewohnt bin. Manche habe ich mir aber auch für den Abend aufgehoben. Wichtig war aber in jedem Fall, dass eine entspannte Meditations-Playlist läuft und ein paar Kerzen angezündet sind. Und ja, ich habe kurz darüber nach gedacht, mir Räucherstäbchen zuzulegen.

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Das tägliche Yoga Setting: hier mit meinem Freund zusammen.(Photo: privat)

Atmen lernen durch die Yoga Challenge

Es hat sich viel getan in den letzten 30 Tagen. Natürlich sehe ich nach wie vor nicht aus wie Mady, sondern immer noch wie Anni (das ist schon okay so) und ich bin auch laaaange nicht so biegsam wie sie. Aber immerhin komme ich in der „ganzen Vorbeuge“ inzwischen fast mit den Fingern an den Boden und mein „dreibeiniger Hund“ sieht auch schon einigermaßen professionell aus. 

Die schönste Veränderung für mich ist aber die Atmung. Ich kann tiefer atmen seit ich jeden Tag Yoga praktiziere. Das fällt mir ganz oft im Alltag auf. Es ist, als ob meine Lunge gewachsen wäre. Die Floskel „tief durchatmen“ hat so eine ganz neue Bedeutung für mich bekommen und es hilft mir tatsächlich, in stressigen oder emotionalen Momenten ein Mal tieeef durchzuatmen. 

Selbstachtung lernen in der Yoga Challange

Ich glaube, mir hat die Yoga Challenge auch deshalb so viel Spaß gemacht, weil Mady nicht müde wird, zu erwähnen, was einem sonst viel zu selten gesagt wird: 

„Du bist genau richtig so wie du bist.
Du bist genau da, wo du sein sollst.“

Was sich erst einmal irgendwie platt anhört, hat mich nicht unberührt gelassen. Denn die kleinen gemeinen Selbstzweifel, die sich im Alltag immer mal wieder in den Kopf schleichen, sind in den letzten vier Wochen leiser geworden. 

Ich bin gerade zufrieden mit mir und habe das Gefühl, eine Art innere Balance gefunden zu haben. Das soll nicht heißen, dass plötzlich alles perfekt ist und ich jetzt meine Karriere als Mental Coach starten werde. Aber ich bin ruhiger geworden, weniger impulsiv und schaffe es besser, Negatives aus meinem Alltag auszuklammern. Ich denke nicht, dass ich mich ohne die Yoga Challenge und die damit einhergehende Meditation so fühlen würde.

Frau Yoga
Yoga Stretches sind der ideale Weg, den Stress des Alltags abfallen zu lassen. Credit: IMAGO / Westend61

30 Tage Yoga Challenge: Jetzt nur noch am Ball (bzw. auf der Matte) bleiben

Eine Yoga Challenge ist eine Yoga Challenge, weil sie einen über einen begrenzten Zeitraum herausfordert, über sich selbst hinaus zu wachsen. Das ist mir wohl gelungen und ich bin stolz auf mich, dass ich nicht ein Mal geschummelt habe. Aber wie geht es jetzt weiter?

Tatsächlich habe ich große Lust, Yoga weiterhin jeden Tag zu praktizieren. Das Schöne ist, dass auch schon zehnminütige Dehnübungen für den Nacken als Yogaeinheit gezählt werden können. Das bedeutet keinerlei Anstrengung, sondern eine absolute Wohltat nach einem langen Tag am Schreibtisch. Happy bin ich auch darüber, dass es mir seit der Yoga Challenge viel leichter fällt, mich bewusst und gesund zu ernähren. Ich habe keine Lust mehr auf Alkohol und fettiges Essen. Wahrscheinlich hat mir Mady neben Selbstachtung auch noch heimlich eingeflüstert, dass ich meinen Körper schätzen soll. Ich hoffe, dass ich am Ball bleibe. Denn so, wie ich gerade bin, mag ich mich sehr gerne.

*** Update: Sechs Monate später ***
Tatsächlich habe ich in den letzten Monaten so etwas wie eine Begeisterung für sportliche Betätigung entwickelt. Die beschränkt sich nicht auf Yoga, sondern umfasst auch aktivere Sportarten wie Beachvolleyball oder HIIT-Workouts. ABER: Yoga ist noch immer ein wichtiger Teil meines Alltags und nicht selten rolle ich am Abend ganz spontan die Matte aus, weil ich denke „Ich brauch das jetzt“. Und auch als Dehnsession nach dem Laufen greife ich gern auf Madys Yogavideos zurück. Apropos Mady – wann kommt eigentlich die nächste Yoga Challenge? Ich bin auf jeden Fall dabei!

 

Für die Trinkfesten unter euch haben unsere Autor:innen ein Mal Bier-Yoga ausprobiert – Viel Spaß mit dem Video.

Wenn wir dir Lust auf Yoga machen konnten, kannst du jetzt hier den Test machen, welche Yoga-Art am besten zu dir passt. Und wenn du dich erst noch herantasten willst, kannst du schon mit 5 Minuten Morning-Yoga im Bett beginnen.