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Savannen-Theorie: Darum trinken Menschen mit hohem IQ mehr Alkohol

Intelligente Menschen trinken öfter Alkohol, gehen seltener zum Sport und bekommen weniger Schlaf. Das behauptet jedenfalls ein britischer Forscher.

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Ob man lieber in der Stadt lebt, sich gern mit anderen Menschen umgibt und Genussmittel wie Alkohol konsumiert, ist offenbar nicht nur eine Frage persönlicher Vorlieben – sondern kann auch vom IQ einer Person abhängig sein. Das jedenfalls besagt die sogenannte Savannen-Theorie des Psychologen Satoshi Kanazawa. Seine These: Intelligente Menschen trinken mehr Alkohol, machen weniger Sport und haben einen ungesünderen Lifestyle. Woran das liegt und was es mit dieser Theorie auf sich hat, erfährst du hier.

Intelligente Menschen haben laut Studie einen ungesünderen Lebenswandel

Man sollte meinen, dass intelligente Menschen wissen, was zu einem gesunden Lebensstil gehört. Das sind ausreichend Schlaf, viel Bewegung im Alltag und Sport sowie eine ausgewogene, vielseitige Ernährung. Doch nur weil man einen hohen IQ hat, bedeutet das noch lange nicht, dass man auch einen vernünftigen Lifestyle pflegt.

Im Gegenteil: Wie eine Studie des Psychologen Satoshi Kanazawa von der London School of Economics and Political Science ergab, gehen Personen mit einem IQ über 125 deutlich später ins Bett als andere. Außerdem bewegen sie sich weniger als Menschen mit niedrigem IQ. Noch dazu greifen intelligente Menschen häufiger zur Flasche, als Leute mit niedrigerem Intelligenzquotienten.

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Was die Savannen-Theorie aussagt

Aus seinen früheren Studien leitete der Psychologe gemeinsam mit seinem Kollegen Norman P. Li die sogenannte Savannen-Theorie ab. Diese besagt, dass das menschliche Gehirn optimal auf ein Leben in der afrikanischen Savanne eingestellt sei. Das bedeutet: Leben in ländlichen Regionen und in kleinen Gruppen, vergleichbar mit Dorfgemeinschaften.

Was sagt das nun über Personen aus, die lieber in der Stadt leben und die Vorzüge der modernen Welt genießen? Laut Satoshi Kanazawa handelt es sich dabei um besonders intelligente Menschen, deren Gehirne weiterentwickelt seien und somit besser mit den modernen Gegebenheiten zurechtkämen.

Wer hingegen weniger schlau ist, habe öfter Probleme, sich in der modernen Welt zurechtzufinden und vertrete eher konservative und traditionelle Werte. Intelligente Menschen seien dagegen aufgeschlossener, toleranter und liberaler. Unter ihnen fänden sich auch öfter Atheist:innen, wohingegen weniger intelligente Menschen häufiger religiös seien.

Warum intelligente Menschen ungesünder leben

Zu den Entwicklungen der Neuzeit zählt der Wissenschaftler sowohl die Medien als auch den Konsum von Alkohol und Drogen. Beides führe zu Bewegungsmangel und unregelmäßigem Schlaf. Das erkläre, warum Menschen mit niedrigerem IQ weder zu übermäßigem Alkoholkonsum noch zu langem Wachbleiben neigen.

Zudem sieht Satoshi Kanazawa nachtaktive Personen als weiterentwickelte Menschen an. Sie haben einen neuen Weg in der Evolution eingeschlagen, da sie die Errungenschaften der Moderne – in diesem Fall künstliches Licht – nutzen, um auch nachts aktiv zu sein, was unseren Vorfahren in der Steinzeit vorenthalten war.

Fazit: Nicht alle intelligente Menschen sind unsportliche Trinker:innen

Auch wenn das Ergebnis der Studie vor allem Couch-Potatoes, Nachtschwärmer:innen und Genussmenschen freuen mag: Die Ausführungen von Satoshi Kanazawa sind mit Vorsicht zu genießen. So kritisieren andere Wissenschaftler:innen, dass Satoshi Kanazawas Definitionen eher ungenau und die Ableitungen zu simpel seien.