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Hangxiety: Darum bist du nach dem Alkohol so deprimiert

Ängste, Sorgen, depressive Verstimmungen: Kennst du diese Gefühle nach einer Nacht mit viel Alkohol? Dann leidest du womöglich unter Hangxiety.

Frau Hangxiety
Wenn der Kater auf eine depressive Verstimmung trifft, nennt man das Hangxiety. Foto: Getty Images / VikaValter

Schlimm genug, wenn man nach einer durchfeierten Nacht mit einem pochenden Schädel und einem flauen Magen aufwacht. Doch oft mischt sich zu den Kopfschmerzen und der Übelkeit auch noch ein unangenehmes Gefühl aus Angst und Sorge hinzu. Hangxiety lautet die Bezeichnung dafür, die sich auf den englischen Begriffen für Angst („anxiety“) und Kater („hangover“) zusammensetzt. Was dahinter steckt, erfährst du im Artikel.

Wie entsteht Hangxiety?

Alkohol macht uns gelassener, fröhlicher und hilft dabei, unsere Sorgen und Ängste zu vergessen – wenn auch nur für einen Abend. Umso größer erscheinen die Probleme am nächsten Tag, wenn sich zur aktuellen Situation auch noch ein Kater dazumischt. Die Symptome gleichen einer depressiven Verstimmung. Doch wie entsteht Hangxiety?

Alkohol stimuliert die GABA-Rezeptoren. Bei Gamma-Aminobuttersäure (GABA) handelt es sich um einen wichtigen Neurotransmitter im Zentralen Nervensystem, der beruhigend auf uns wirkt. Dadurch wird die Gehirnaktivität gedämpft – wir sind entspannt, lustig, gelassen. Gleichzeitig kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung der Hormone Cortisol, Adrenalin, Serotonin und Dopamin.

Nach dem dritten oder vierten Gläschen fängt unser Gehirn dann an, Glutamat zu blockieren. Dieser Botenstoff ist für unsere Sorgen und Ängste verantwortlich. Der Körper erkennt die Veränderung im Verhältnis der Neurotransmitter. Um gegenzuwirken, produziert er mehr Glutamat und fährt die GABA-Produktion herunter. Wenn wir am nächsten Morgen aufwachen, haben wir mehr Glutamate als GABA im Körper.

Körperliche Symptome von Hangxiety

Wer an Hangxiety leidet, fühlt sich ängstlich, macht sich Sorgen und grübelt viel nach. Doch der Kater kann auch auf physischer Ebene Symptome auslösen: Schweißausbrüche, Zittern und Kurzatmigkeit treten häufig auf. Schlimmstenfalls kann es zu einer Panikattacke kommen. Dieser Zustand kann bis zu zwei Tage andauern.

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Alkohol führt zu Grübeleien, schlechter Stimmung, kurz zur Hangxiety(Photo: fizkes/ shutterstock)

Wer besonders betroffen ist von Hangxiety

Während die meisten Menschen nach einer durchzechten Nacht mit einem Kater aufwachen, scheinen nicht alle von Hangxiety betroffen zu sein. Laut einer Studie der University of Exeter leiden vor allem schüchterne Menschen an Hangxiety. Die Gründe: Zurückhaltende und introvertierte Personen nutzen Alkohol oft, um „aufzutauen“. Das Dopamin, das während des Trinkens ausgeschüttet wird, entspannt und nimmt die Angst.

Doch sobald der Alkohol abgebaut wird, kehren die Sorgen zurück – in doppelter und dreifacher Intensität. Bei manchen Menschen können sich die depressiven Verstimmung in ernst zu nehmende Depressionen oder Angststörungen verwandeln. Deshalb sollte man Hangxiety nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Was kann man gegen Hangxiety tun?

Die gute Nachricht: Du kannst einer Hangxiety vorbeugen, indem du bestimmte Punkte beachtest.

  • Trinke langsam und gönne dir zwischen zwei alkoholischen Getränken ein oder zwei große Gläser Wasser. Das beugt den Kopfschmerzen am nächsten Tag vor.
  • Erinnere dich daran, warum du trinkst: Weil es gut schmeckt und gesellig ist? Oder, weil du dich unwohl fühlst und lockerer werden willst? Ist letzterer der Grund, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass du am nächsten Tag Hangxiety haben wirst. Achte daher ganz besonders darauf, nicht zu viel zu trinken.

Ist es bereits zu spät und du liegst mit Hangxiety zu Hause im Bett, kannst du versuchen, mit folgenden Maßnahmen gegenzuwirken:

  • Trinke viel Wasser, um gegen die austrocknende Wirkung des Alkohols anzukämpfen. Körperlich wird es dir dann bald besser gehen.
  • Trinke nicht auf leeren Magen. Der Alkohol gelangt so noch schneller ins Blut und macht dich rasch betrunken.
  • Mache dir klar, dass du gerade unter Hangxiety leidest und dass deine Ängste in diesem Moment übertrieben und nicht real sind.
  • Versuche, dich von deinen Grübeleien abzulenken. Schau einen Film, lies ein Buch oder telefoniere mit Freund:innen. Das kann dir positive Gefühle verschaffen. Auch Bewegung tut gut, wenn du dich aufraffen kannst.

Fazit: Hangxiety ist keine Einbildung

Leidest du ständig unter Hangxiety, ist möglicherweise eine Trinkpause angebracht. Welche Vorteile das bringt und wie du es schaffst, durchzuhalten, erfährst du hier. Außerdem geben wir dir hier Tipps, wie du die Alkoholentwöhnung schaffst.

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