Schon klar, nach einer feuchtfröhlichen Nacht geht es den meisten nicht gut. Doch wenn sich zum Kater auch noch Symptome wie Juckreiz, Ausschlag und geschwollene Schleimhäute gesellen, könnte eine Alkoholallergie vorliegen. Welche Inhaltsstoffe in den Drinks nicht vertragen werden und ob Betroffene für immer nüchtern bleiben müssen, erfährst du im Artikel.

Kein Kater: Woran erkennt man eine Alkoholallergie?

Kopfschmerzen, Übelkeit und ein flaues Gefühl im Magen: Die meisten von uns kennen die typischen Beschwerden nach zu viel Alkohol. Diese treten etwa 6 bis 8 Stunden nach dem Trinken auf – also meistens am Morgen nach der durchfeierten Nacht. Erschreckend: Ein Kater kann bis zu 3 Tage lang andauern.

Anders sieht es bei einer Alkoholallergie aus. Dabei treten schon kurz nach dem Genuss Symptome auf, wie:

  • starke Rötung im Gesicht
  • Schweißausbrüche
  • Herzrasen
  • Kreislaufprobleme
  • Atemnot
  • Übelkeit und Durchfall

Die gute Nachricht: Nur sehr wenige Menschen leiden unter einer „richtigen“ Alkoholallergie. Die Ethanol-Unverträglichkeit ist mehr im asiatischen Raum verbreitet. Ursache ist das Enzym Alkoholdehydrogenase (ADH), das den Alkohol abbaut. Im Körper vieler Asiat:innen wird weniger ADH gebildet. Stattdessen reichert sich durch den Alkoholgenuss der schädliche Stoff Acetaldehyd an, der die Symptome auslöst.

Nice to know: Warum die Alkoholallergie heutzutage vor allen in China auftritt? Forscher:innen vermuten, dass es im Körper asiatischer Menschen vor ca. 7000 bis 10.000 Jahren zu einer Mutation kam. In diesem Zeitraum begannen die Menschen, Reis als Grundnahrungsmittel anzubauen. Um es haltbarer zu machen, wurde das Lebensmittel fermentiert. Dabei entsteht Ethanol. Die Mutation schützte die Menschen vor einer Ethanol-Vergiftung.

Ist wirklich der Alkohol schuld?

Wenn wir von einer Alkoholallergie sprechen, ist meistens eine Unverträglichkeit bestimmter Stoffe in alkoholischen Getränken gemeint. Zu den potenziellen Auslösern zählen:

  • Bestimmte Getreidesorten
  • Hopfen
  • Schwefel und Sulfite
  • Hefe
  • Gluten
  • Histamin

Wenn du herausfinden willst, gegen welche Inhaltsstoffe du allergisch bist, solltest du deine Symptome genau beobachten. Sie lassen Rückschlüsse auf eine bestimmte Unverträglichkeit zu.

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Histaminintoleranz

Besonders häufig ist die Histaminintoleranz. Sie kann sich durch Rote Flecken, Juckreiz und Ausschlag äußern. Histamin entsteht durch die alkoholische Gärung und ist vor allem in Rotwein enthalten.

Bei Allergiker:innen kann Histamin aber auch durch Ethanol freigesetzt werden und so zu Beschwerden wie geschwollenen Schleimhäuten, Hustenreiz und Atemnot führen.

Oktoberfest 2022
Wer an einer Glutenunverträglichkeit leidet, muss leider auf Bier verzichten. Foto: Pavel Danilyuk / pexels via canva

Glutenunverträglichkeit

Wer an Zöliakie – das ist der Fachbegriff für Glutenunverträglichkeit – leidet, muss auf viele Getreidesorten verzichten. Auch Bier ist für Allergiker:innen ungeeignet, da es aus glutenhaltiger Gerste hergestellt wird. Typische Symptome sind Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall. Wird eine Glutenintoleranz nicht erkannt, kann der Darm langfristig geschädigt werden.

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Sulfite-Allergie

Eine Intoleranz von Sulfiten ist oft schwer erkennbar, da die Schwefelverbindungen in vielen industriell hergestellten Produkten vorkommen. Doch auch alkoholische Getränke, insbesondere Wein, enthält Sulfite. Diese sollen den Wein haltbar machen. Aber leider lösen sich bei Allergiker:innen Symptome wie Ausschlag und Atemnot aus.

Alkoholallergie: Darf ich jetzt nie wieder trinken?

Wie du gesehen hast, ist es sehr unwahrscheinlich, an einer Ethanol-Allergie zu leiden. Trotzdem sollten die Symptome nicht unbeachtet bleiben. Am besten führst du daher ein Symptom-Tagebuch und schreibst genau auf, nach welchen Getränken welche Beschwerden auftreten. Ein:e Ärzt:in kann dann mit Hilfe von Tests bestimmte Unverträglichkeiten ausschließen.