Ich liebe den Sommer, weil ich mir morgens nur einen Slip sowie ein Kleid greifen muss – fertig ist das Outfit für den Tag in unter einer Minute. Im Winter brauche ich gut und gerne mal zehn Minuten für meinen Zwiebellook. Was ich dabei wie auch viele andere oft vergesse? Dass ich die übrig gebliebene Zeit in der warmen Jahreszeit besser darauf verwenden sollte, meinen Körper mit dem passenden Sonnenschutzfaktor einzuschmieren. Doch welchen SSF braucht die Haut eigentlich und warum ist das Eincremen so wichtig? Wir klären auf.

In dieser Podcastfolge sprechen Mona und Lisa über das Thema Gesundes Bräunen. Gibt es das überhaupt? Reinhören!

Was ist der Sonnenschutzfaktor?

Der Sonnenschutzfaktor (SSF), auch Lichtschutzfaktor (LSF) genannt, gibt an, wie lange eine Sonnencreme, ein Sonnenöl oder ein Sonnenspray die Haut vor der Sonne schützt. Sonnenschutz ist unabdingbar, um die Haut vor Sonnenbrand, Hautkrebs sowie vor frühzeitiger Hautalterung zu schützen. Wer auf den richtigen Sonnenschutzfaktor setzt, hält sich also nicht nur gesund, sondern auch jugendlich schön.

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Je höher der Sonnenschutzfaktor gewählt wird, desto länger kann man in der Sonne verweilen. Credit: Foto: istock.com/ Orbon Alija /

Allgemein gilt: Je höher der Sonnenschutzfaktor ist, im Englischen auch Sun-Protection-Factor (SPF), desto höher ist auch der Schutz vor der Sonne – und desto länger kann man in der Sonne verweilen. Es gibt vier verschiedene Stufen von Lichtschutzfaktoren:

  • Niedrig: LSF 6-10
  • Mittel: LSF 15, 20 und 25
  • Hoch: LSF 30 und 50
  • Sehr hoch: LSF 50+

Der passende Sonnenschutzfaktor hängt vom Hauttyp ab

Grundsätzlich verfügt jede Haut über eine Schutzschicht, die der Sonne bis zu einem gewissen Grad standhalten kann. Wie lange diese sogenannte Eigenschutzzeit der Haut vorhält, ist abhängig vom Hauttyp. Und auch welchen Sonnenschutzfaktor man am besten wählt, ist abhängig vom Hauttyp. Regulär kann man davon ausgehen, dass die Haut nach zehn Minuten in der Sonne zusätzlichen Schutz bedarf. Helle Hauttypen sind jedoch anfälliger, einen Sonnenbrand zu bekommen als dunkle.

Verschiedene Hauttypen verlangen nach speziellen Lichtschutzfaktoren

Nachfolgend findest du alle relevanten Hauttypen, erfährst an welchen Merkmalen sie sich erkennen lassen und liest, welcher Sonnenschutz die Haut am besten beim Gesund- und Schönbleiben unterstützt:

Sehr heller Hauttyp

  • Haut: Sehr hell
  • Haare: blond oder rötlich
  • Augen: Blau, Grau oder Grün
  • Sommersprossen
  • Bräunung: Haut bräunt wenig bis gar nicht, eher setzt Sonnenbrand ein
  • Eigenschutzzeit der Haut: drei bis zehn Minuten
  • Sonnenschutzfaktor: LSF 50+
  • Zu beachten: Der sehr helle Hauttyp sollte regelmäßig den Schatten aufsuchen, insbesondere in der Mittagszeit. Auch im Herbst und Winter sollte eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor gewählt werden. Zudem sollte auch auf den UV-Schutz für die Haare sowie für die Augen geachtet werden.
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Je heller die Haut, desto mehr Schutz bedarf sie. Credit: IMAGO / Addictive Stock

Heller Hauttyp

  • Haut: hell
  • Haare: blond, hellbraun und dunkelbraun
  • Augen: Blau, Grau oder Grün
  • Sommersprossen
  • Bräunung: ohne Vorbräunung schnell Sonnenbrand
  • Eigenschutzzeit der Haut: zehn bis 20 Minuten
  • Sonnenschutzfaktor: LSF 50+, später LSF 30
  • Zu beachten: Der helle Hauttyp muss langsam an die Sonne gewöhnt werden. Die ersten Sonnentage sollte hier immer auf den höchsten Sonnenschutzfaktor gesetzt werden. Die Mittagssonne sollte gemieden werden, Hut und Sonnenbrille unterstützen zusätzlich.

Mittlerer Hauttyp

  • Haut: hell bis hellbraun
  • Haare: dunkelblond und braun
  • Augen: Blau, Braun, Grau oder Grün
  • Bräunung: setzt nach und nach ein, kaum Sonnenbrand
  • Eigenschutzzeit der Haut: maximal 30 Minuten
  • Sonnenschutzfaktor: LSF 30
  • Zu beachten: Nur weil dieser Hauttyp seltener einen Sonnenbrand bekommt, sollte nicht auf ausreichend Schutz für die Haut verzichtet werden. Gerade die ersten Sonnentage sind eine Herausforderung für die Haut. Aber auch gebräunte Haut sollte eingecremt werden – der Gesundheit und Jugendlichkeit der Haut wegen.
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Der Hauttyp bestimmt, welchen Sonnenschutzfaktor man benutzen sollte. Credit: Pexels via canva.com

Bräunlicher Hauttyp

  • Haut: olivfarben bis bräunlich
  • Haare: Braun oder schwarz
  • Augen: Braun
  • Bräunung: setzt sehr schnell ein, Sonnenbrand gibt es kaum
  • Eigenschutzzeit der Haut: zwischen 30 und 40 Minuten
  • Sonnenschutzfaktor: LSF 20
  • Zu beachten: Auch wenn die Haut die Sonne vermeintlich gut verträgt, sollte auch dieser Hauttyp auf Sonnencreme setzen –allein um der vorzeitigen Hautalterung vorzubeugen. Besonders intensive Sonnentage verlangen auch nach LSF 30.

Dunkler Hauttyp

  • Haut: hell- bis dunkelbrauner Teint
  • Haare: Braun oder schwarz
  • Augen: Braun
  • Bräunung: setzt sehr schnell ein, Sonnenbrand gibt es praktisch nie
  • Eigenschutzzeit der Haut: bis zu 60 Minuten
  • Sonnenschutzfaktor: LSF 10 oder LSF 20
  • Zu beachten: Auch dieser Hauttyp sollte auf einen Basisschutz für die Haut setzen. Immerhin kann die Sonne auch zu Melanomen führen, die der Gesundheit schaden.

Sehr dunkler Hauttyp

  • Haut: sehr dunkel
  • Haare: Braun und Schwarz
  • Augen: Dunkelbraun
  • Bräunung: die Haut bräunt kaum nach
  • Eigenschutzzeit der Haut: bis zu 90 Minuten
  • Sonnenschutzfaktor: LSF 10
  • Zu beachten: Je dunkler der Hauttyp, desto länger hält der Eigenschutz der Haut vor. Dennoch sollte auch hier nicht gänzlich auf Sonnenschutz und Pflege verzichtet werden. Vor allem Handinnenflächen sowie Lippen sind besonders anfällig.
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Eincremen schützt vor Hautkrebs und frühzeitiger Hautalterung. Credit: Pexels via canva.com

Besonderheit Kinderhaut

Bei Kindern ist der Hauttyp nebensächlich. Allgemein ist die Haut von Kindern extrem empfindlich, da sie noch nicht voll entwickelt ist. Daher sollte sie immer mit einem Sonnenschutzfaktor von 50+ behandelt werden.

Wie berechnet man den Sonnenschutzfaktor?

Die Haut verfügt über eine Eigenschutzzeit, die jedoch durch Sonnencreme und Co. erweitert werden kann. Multipliziert man die Minutenangabe der Eigenschutzzeit des jeweiligen Hauttyps mit dem Sonnenschutzfaktor, erhält man die Anzahl von Minuten, die man in der Sonne verbringen kann.

Ein Beispiel: Der helle Hauttyp weist eine Eigenschutzzeit von ca. zehn Minuten auf. Trägt dieser Hauttyp einen hohen Lichtschutzfaktor 30 auf, ergibt sich folgende Rechnung: 10 Minuten x LSF 30 = 300 Minuten. Demnach könnte der helle Hauttyp mit dem SSF 30 bis zu fünf Stunden in der Sonne verweilen, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren – jedenfalls theoretisch.

In der Praxis gestaltet sich das Ganze etwas schwieriger. Immerhin handelt es sich bei dieser Rechnung nur um einen Richtwert für den Sonnenschutzfaktor. Reibende Kleidung, Schweiß und Meer- sowie Poolwasser führen zudem dazu, dass man regelmäßig nachcremen muss. Nur so ist man stets ausreichend vor der Sonne geschützt.

Auch sollte man beachten, dass die UV-Strahlung variieren kann: Am Meer fällt sie deutlich stärker aus, weil das Wasser und der helle Sand die Strahlen reflektieren. Aber auch höhere Lagen und Orte, die nahe dem Äquator gelegen sind, verlangen nach dem höchsten Sonnenschutzfaktor.

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Wer baden war, sollte sich danach direkt wieder eincremen und den Sonnenschutz auffrischen. Credit: IMAGO / Addictive Stock

Wichtig: Sonne hat nicht nur den Sonnenbrand als Tücke. Was hinter einem Sonnenstich und einem Hitzschlag steckt und wie du diese präventiv wie auch akut behandelst, liest du hier.

Eincremen nicht vergessen!

Im Sommer auf Sonnenschutz zu verzichten, ist ein Fehler, dessen Preis man oft erst Jahre später bezahlt. Selbst wer bereits gebräunt ist, sollte nie auf die Lotion verzichten. Denn neben Sonnenbrand drohen Hautkrebs und frühzeitige Hautalterung. Kein Sonnenbad der Welt ist diese Folgen wert. Also: Eincremen nicht vergessen!

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