Haare färben kann eine ganz schön tricky Angelegenheit sein. Die richtige Menge, die richtige Farbe und vor allem das richtige Produkt. Wer seine Haare oft färbt, der weiß, dass die Haarstruktur darunter oft auch zu leiden hat. Wenn der Haarfärbungs-Drang allerdings nicht unterdrückt werden kann, dann solltest du im Laufe der Zeit zu Pflanzenhaarfarbe greifen. Wir erklären dir, wie das natürliche Färben funktioniert, was es kann und worauf du achten musst.

Was genau versteht man unter Pflanzenhaarfarben?

Während bei ’normalen‘ Haarfärbungsmitteln immer ein Haufen Chemie mit im Spiel ist, bleibt diese Komponente bei den Pflanzenhaarfarben komplett aus. Hier gibt die Natur den Ton an. Die Bestandteile sind hier komplett natürlich und meist handelt es sich um eine Mischung aus Pflanzenpulvern in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen. Diese drei Grundkomponenten sind häufig in allen Pflanzenfarben enthalten:

  • Henna (kupfrig-rot)
  • Cassia (auch farbloses Henna genannt, für helle Goldtöne)
  • Indigo (blauviolette Noten mit kühl-aschigem Einschlag)

In Blondtönen ist oft kein Indigo enthalten, in dunkleren Haarfarben dafür kein Cassia. Oft werden zur zusätzlichen Pflege Kokos– oder Avocadoöl sowie Weizenproteine und ätherische Öle hinzugefügt.

Welche Farbveränderungen kann man mit der Pflanzenhaarfarbe erzielen?

Je heller deine Haare sind, desto besser kannst du die Pflanzenhaarfarbe anwenden. Denn dunkler oder rötlicher geht meist immer. Beim Aufhellen, von Mittelbraun zu Blond, kannst du dich allerdings nicht nur auf die Pflanzenhaarfarbe verlassen. Allerdings können Menschen mit hellblonden oder komplett ergrauten Haaren mit reinem Cassia einen natürlichen Goldton erzeugen.

Aufgepasst bei mehrfacher Anwendung: Die Wirkung von Henna und Co. addiert sich. Das Haar wird also immer rötlicher und dunkler. Wenn dir die Farbe also nicht gefällt, dann hilft nur eines: rauswachsen lassen.

Ganz wichtig ist außerdem, dass du zwei Monate warten solltest, bevor du wieder konventionelle Haarfarbe benutzt – und umgekehrt. Andernfalls kann es zu bösen Überraschungen wie Quietschgrünen Haaren kommen. Außerdem kann die Pflanzenhaarfarbe mit der chemischen regieren und so dein Haar noch mehr schädigen.

Frau mit roten Locken
Dank Henna und Pflanzenhaarfarbe können rote Haare noch roter werden. Credit: IMAGO / Addictive Stock

So funktioniert das Färben mit Pflanzenhaarfarbe

Nach der Theorie kommen wir nun zur Praxis. Die Pflanzenhaarfarbe wird meistens mit 50 Grad warmem Wasser, dunkle Töne auch mit Schwarztee, angerührt. Bei kräftigen Henna-Farben sollte das Wasser rund 95 Grad haben. Ein Schneebesen kann dir dabei helfen, Klümpchen beim Anrühren zu vermeiden.

Den Farbbrei, der nicht zu dünnflüssig sein darf, solltest du so schnell und so warm wie möglich auftragen. Am besten nutzt du dafür Einweghandschuhe, da das Pflanzenpulver auch deine Haare färben kann. Aufgetragen wird die Farbe dann mit einem Haarfärbepinsel Scheitel für Scheitel, bevor du zum Schluss alles gut einknetest. Anschließend setzt du eine Duschhaube auf und bindest darüber einen Handtuchturban, der durch seine Wärme den Färbeprozess verstärkt.

Die Pflanzenhaarfarbe muss, im Gegensatz zur chemischen, viel länger einwirken. Hier ist die Rede von ein bis zwei Stunden. Danach spülst du deine Färbung gründlich aus, was bei längeren Haaren schon eine Weile dauern kann. Dein Haar solltest du jetzt für zwei Tage nicht waschen, da das endgültige Ergebnis erst nach diesen zwei vergangenen Tagen sichtbar wird.

Was sind die Farbunterschiede zwischen Pflanzenhaarfarbe und chemischer Farbe?

Bei einer chemischen Farbe bekommst du oft einen sehr plakativen, aber auch einheitlichen Look, der manchmal over the top wirken kann. Bei der Pflanzenhaarfarbe erzielst du eher eine Art farbige Lasur auf dem Haar, die eher transparent und natürlicher wirkt. Doch nicht nur das: Das Pflanzenpulver enthält Gerbstoffe, die dein Haar pflegen.

Das Einzige Manko: Weißes Haar kannst du mit der Pflanzenhaarfarbe nicht komplett abdecken. Wenn dies gewünscht ist, solltest du zweimal hintereinander mit der Pflanzenhaarfarbe dein Haar behandeln.

Henna-Pulver
Die Pflanzenhaarfarbe und das Henna-Pulver müssen für eine komplette Grauabdeckung öfters verwendet werden. Credit: Svetlana Monyakova / shutterstock

Pflanzenhaarfarbe: Weniger Intensität, aber gesundere Haare

Wer nicht auf das Haarefärben verzichten kann und seine Haare nicht weiter kaputtmachen möchte, der sollte definitiv zur Pflanzenhaarfarbe greifen und dieser eine Chance geben. Auch wenn vielleicht keine hundertprozentige Deckkraft gegeben ist, ist diese natürliche Variante viel gesünder für deine Mähne und erschafft trotzdem auf die eine oder andere Weise einen neuen Look.

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