Hatten die Prepper und Hamsterkäufer:innen nun doch recht? Hätten wir uns seit Beginn der Krise mit mehr Nahrungsmitteln eindecken sollen? Anscheinend gibt es nämlich eine Knappheit in den Supermärkten. Es geht um Tomaten aus der Dose. Was ist das Problem?

Alle Spaghetti-Bolognese-Liebhaber:innen sollten nun ganz ganz stark sein: Denn es gibt einen weltweiten Engpass an Dosentomaten. Das liegt aber nicht an den Tomaten: Auch andere Gerichte sind gefährdet, da die Blechdosen momentan nur sehr schwer lieferbar sind.

Engpass: Es gibt keine Dosen mehr?

Es klingt erst einmal nicht so schlimm, dass es keine Dosentomaten gibt. Dann müssen wir eben etwas sparsamer mit dem Dosengemüse sein. Allerdings kann dieser Fakt tatsächlich fatal für die Gemüsebäuer:innen Europas werden. Schon jetzt vergammeln viele Tomatenpflanzen auf den Feldern Italiens. Die Farmer:innen wissen einfach nicht, was sie mit all den Tomaten tun sollen. Wenn sie nicht innerhalb von 36 Stunden gepflückt werden, laufen sie Gefahr zu schimmeln. Es muss schnell eine Lösung gefunden werden, sonst wird es ganz schön ekelig auf den italienischen Feldern.

Italien leidet unter dem Dosenmangel

Das Magazin Metro.uk berichtet, dass die Italiener:innen keine Dosen zum Einpacken finden können. Weder Bäuer:innen noch Spezialitätengeschäfte sind vor dem Mangel gefeit. Wenn es noch Dosen zu kaufen gibt, dann steigen sie gerade massiv im Preis – bis zu dreimal mehr kosten sie heute im Vergleich zum Vorjahr.

Niemand weiß wie lange diese Phase anhalten wird. Die italienische Lebensmitteleinzelhandelskauffrau Natasha Linhardt sagte im Gespräch mit Metro, dass sie kein Licht am Ende des Tunnels sähe.

Normalerweise werden die Tomaten in Italien von Juli bis September geerntet. Das bedeutet, dass das Wettrennen gegen die Zeit bereits begonnen hat: Tomatenbäuer:innen stehen vor der großen Aufgabe, genug Dosen einzukaufen, um die Tomaten darin aufzubewahren. Es kann also durchaus sein, dass sie horrende Preise dafür zahlen müssen.

Übrigens: In Italien werden jedes Jahr gut fünf Millionen Tonnen Tomaten geerntet. Die meisten von ihnen landen danach in Blechdosen und werden national wie auch international verkauft.

Läuft es auf einen Preisanstieg in den Supermärkten hinaus?

Sollten die Bäuer:innen das Rohmaterial für die Tomantendosen zum dreifachen Dosenpreis einkaufen müssen, wird sich das am Ende auf den Verkaufspreis niederschlagen. Es kann also durchaus sein, dass wir in den nächsten Monaten für eine Tomatendose, die einst einen Euro kostete ganze drei Euro hinblättern müssen.

Eine andere Möglichkeit ist es, die Tomaten in Karton zu verpacken und zu verkaufen.

Warum gibt es derzeit keine Dosen?

Die Blechdosen, in denen die Tomaten normalerweise lagern, können derzeit einfach nicht geliefert werden. Der Grund dafür ist, dass die Dosenlieferant:innen aus Italien und Indien einen großen Teil ihres Materials nach China lieferten. Dort hatte es nachdem die Coronapandemie recht schnell im Griff zu sein schien, einen starken Anstieg im Blechdosenverbrauch gegeben.

Die indischen und italienischen Firmen verdienten so zwar viel Geld, können aber heute ihre Heimatländer nicht mehr beliefern.