Geimpfte werden in Zukunft „definitiv mehr Freiheiten“ haben als Ungeimpfte. So sagte es der CDU-Politiker Helge Braun gestern. Der Kanzleramtsminister erklärte, dass er bis September in Deutschland täglich gut 100.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus befürchte. Um einen weiteren Lockdown zu verhindern, ist die Impfpflicht, die nun doch durch die Hintertür zu kommen scheint, der einzige Ausweg. Doch wie wird die Impfpflicht genau aussehen? Das kann man noch nicht mit größter Gewissheit sagen, doch wir können es uns ganz gut ableiten.

Die Impfpflicht: So könnte sie in Deutschland aussehen

Geimpften mehr Freiheiten als Ungeimpften auszusprechen, ist der entscheidende Schritt. Zwar soll sich niemand grundsätzlich dazu verpflichtet fühlen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Doch gleichzeitig sollen die Sanktionen bei einer Nichtimpfung recht hoch sein: So wird es in Zukunft nicht reichen, bei einer Veranstaltung einen Corona-Negativtest vorzuzeigen. Stattdessen geht man davon aus, dass auch ein Impfausweis und eine Durchimpfung vonnöten sind.

Es gibt keine Garantie

Die Impfung gegen das Coronavirus steht in Teilen der Bevölkerung in der Kritik. Teil der berechtigten Kritik der Impfverweiger:innen ist es, dass wir nicht wissen, ob die Impfung gegen die bestehenden oder die noch kommenden Varianten des Coronavirus schützt. So soll die aktuelle Impfung mit AtraZeneca nur zu gut 30 % gegen die Delta-Variante schützen. Die Diskussion über die Impfpflicht kommt einem, so erklärt es die Welt, somit ziemlich undurchdacht vor.

Frankreich: Keine Impfung, kein Gehalt

Auch für die Impfgegner:innen sind Aussagen wie die von Helge Braun ein gefundenes Fressen. Sie haben vor allem davor Angst, dass die Impfpflicht so hart angelegt wird wie in Frankreich. Dort gehen die Menschen seit Wochen gegen die zu harten Coronaschutzmaßnahmen auf die Straße.

In Frankreich sind die Sanktionen bei Impfverweiger:innen nämlich auf einem ganz anderen Level: Mitarbeitende im Gesundheitswesen und Feuerwehrleute sind dazu verpflichtet, sich impfen zu lassen. Außerdem wird der umstrittene Gesundheitspass im Parlament durchgewunken. Ab August werden sich alle testen lassen müssen, die in französischen Fernzügen fahren oder Restaurants besuchen wollen.

Italien: Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft?

Auch in Italien sind die Menschen seit Wochen auf den Beinn und protestieren gegen die harten Coronamaßnahmen und vor allem di Impfpficht, die bei diesen beiden Ländern mit einen grünen Impfpass einhergeht. Hat man diesen Impfpass, ist alles in Ordnung. Hat man diesen nicht, dann sollte man entweder zuhause bleiben, oder sich eben impfen lassen. Das ist ein ziemlich harter Einschnitt in die menschlichen Grundrechte. Denn auch wenn niemand dazu verpflichtet ist sich zu impfen, wird den Impfgegner:innen dennoch das Leben sehr viel schwerer gemacht.

Wer die Impfung verweigert, der hat nicht gut lachen. Lange Zeit wurde darüber diskutiert, ob man die Menschen in den oben genannten Berufen entlassen sollte, wenn sie sich der Impfung verweigern. Es wurde sich nun darauf geeinigt, dass man ihnen das Gehalt versagen kann, wenn sie sich nicht impfen lassen. In Frankreich haben diese Beschlüsse für heftige Straßenproteste gesorgt. Die Menschen forderten mehr Freiheit und beschuldigten den Präsidenten Macron ein Tyrann zu sein.

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