Diese 5 Mythen der Corona-Impfung sorgen seit Beginn der Pandemie für Angst und Schrecken in der Bevölkerung. Das liegt zum großen Teil an Unverständnis der Bevölkerung für den medizinischen Hinterbau einer Impfung. 

Auch tragen Verschwörungstheoretiker dazu bei, dass die Menschen immer skeptischer werden und sich von Falschinformationen leiten lassen. Wir wollen mit den fünf größten Mythen aufräumen.

1. „Es kommt die Impfpflicht!“

Immer wieder haben Jens Spahn und seine Kollegen betont, dass es in Deutschland keine generelle Impfpflicht geben wird. Das stimmt auch, denn eine generelle Impflicht ist in Deutschland einfach nicht darstellbar. Es gibt nämlich einfach viel zu wenig Impfstoff.

Für manche Personengruppen wie das Pflegepersonal ist das aber etwas anderes. Das Bundesgesundheitsministe­rium (BMG) kann nämlich mit Zustimmung des Bundes­rats anordnen, „dass bedrohte Teile der Bevölkerung an Schutzimpfungen oder anderen Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe teilzunehmen haben, wenn eine übertragbare Krankheit mit klinisch schweren Verlaufs­for­men auftritt und mit ihrer epidemischen Ver­breitung zu rechnen ist“,

Hier wird zwar nicht explizit von Pflegepersonal und älteren Menschen gesprochen, aber das wird impliziert. Ob eine generelle Impfpflicht kommen kann, steht noch in den Sternen.

2. Impfungen machen krank.

Ja, das stimmt. Impfungen sind kein Pappenstiel. Viele Menschen fühlen sich danach krank, schlapp und generell unwohl. Laut dem Arzt Eckart von Hirschhausen ist das ganz normal und sogar erstrebenswert. Denn Impfungen sollen das Immunsystem herausfordern, Antikörper zuproduzieren. Das kann das Immunsystem aber nur, wenn es angegriffen wird. Der Fernseharzt erklärt das alles in seiner wdr-Sprechstunde.

Das sind die Nebenwirkungen von Impfungen.

Viele Corona-Impfungs-Studienteilnehmer berichten auch davon, dass sich eine Impfung wie ein richtig heftiger Kater anfühlt.

3. Impfungen sind nicht genug erprobt.

Auch wenn dieses Argument immer und immer wieder angebracht wird, versichern Experten vom Infektionsschutz, dass auch die Coronaimpfung nach bestem Wissen und Gewissen hergestellt wurde. Phasen 1-3 wurden nacheinander abgeschlossen. Getestet wurden die neuen Impfstoffe auf Verträglichkeit, Sicherheit und Wirksamkeit. Vor allem die Phase 3, in der großflächig getestet wird, wurden sehr breit angelegt. Zudem wurden in vorbereitenden, nichtklinischen Studien die Impfstoffe mit erhöhter Wirkstoffmenge an Tieren untersucht.

4. Niemand kennt die Langzeitnebenwirkungen.

Es ist wahr, dass bis dato noch niemand Langzeitstudien zur Coronapandemie machen konnte. Denn es gibt die Impfungen schlicht und ergreifend noch nicht lang genug. Es ist auch wahr, dass andere Impfstoffe bereits teilweise zu schweren Langzeitschäden geführt haben. 

Eine gewisse Skepsis ist bei der Impfung also durchaus berechtigt. Allerdings sollten sich die Skeptiker auch immer darüber bewusst sein, dass eine Erkrankung mit dem Coronavirus ebenso wenig ebenso wenig erprobt ist. Es gibt bereits Studien, in bis zu 20 % der einst mit Corona infizierten Personen schwerwiegende Spätfolgen aufweisen. Eine Impfung ist dazu da, die Krankheit zu bekämpfen. Das sollten wir uns alle immer wieder bewusst machen.

Die Pressesprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts, Susanne Stöcker, sprach mit dem ZDF über genau dieses Thema. Sie ging noch einen Schritt weiter und erklärte eindeutig, warum es eigentlich keine Langzeitnebenwirkungen der Corona-Impfung gäbe.

„Langzeit-Nebenwirkungen, die erst nach Jahren auftreten, sind bei Impfstoffen generell nicht bekannt. Die meisten Nebenwirkungen von Impfungen treten innerhalb weniger Stunden oder Tage auf. In seltenen Fällen auch mal nach Wochen.“

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Bitte keine Angst mehr vor Undruchbarkeit durch Corona.(Photo: istock/klebercordeiro)

5. Der Impfstoff macht unfruchtbar. 

Dies ist ein besonders interessanter Impfstoffmythos, denn er scheint voll und ganz aus der Luft gegriffen zu sein. Der Speigel berichtet, dass diese Mythos vor allem durch ein Gerücht auf Facebook entstand: Dort wurde behauptet, der Impfstoff von Pfizer und Biontech würde Frauen durch “ein Spike-Protein namens Syncytin-1” unfruchtbar machen. 

Dieses Spike Protein brauchen Frauen aber, wenn sie in der Schwangerschaft eine Plazenta aufbauen. Allerdings, so Spiegel, enthält der Impfstoff von Biontech und Pfizer dieses Protein nicht. Nur der mRNA-Bauplan für das Spike-Protein ist darin enthalten.

Der Coronavirus nutzt das Spike-Protein, um an menschliche Zellen anzudocken. Der Impfstoff verhindert das, denn der Körper kann das Protein mithilfe des Bauplans selbst produzieren und dann eine Immunabwehr entwickeln. Mehr Infos dazu hier.

Dieses Gerücht zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, dass wir uns nicht von Facebookposts oder Ähnlichem einschüchtern lassen dürfen und nicht einfach alles glauben dürfen, was verschwurbelte Nicht-Experten schreiben.

Wusstest du, dass du selbst nach einer Impfung positiv auf Corona getestet werden kannst. Hier ist der Grund dafür.