McDonald’s hat in den letzten Tagen für einige Schlagzeilen gesorgt, da das Essen hier angeblich giftig sein soll. Naja, wir wissen wohl alle, dass Burger, Pommes und Co. nicht unbedingt dazu beitragen, unsere Blutfettwerte zu senken oder uns einen agileren Lebensstil anzueignen. Aber der Vorwurf, dass das Essen hier giftig sein soll? Das ist dann doch noch etwas Neues.

McDonald’s vs. Jaimie Oliver: Giftiges Fleisch?

Der Vorwurf, dass McDonald’s Gift im Essen verkauft, kommt nicht von ungefähr. Der Food-Aktivist Jamie Oliver setzt sich seit Jahren für besseres Essen an amerikanischen und britischen Schulen ein. Mit seiner Show Jamie Oliver’s Food Revolution zeigt er Kindern und Erwachsenen, was es bedeutet, wirklich gesund zu essen.

Im April 2011 zeigte Jamie in einer seiner Folgen auf, dass das Essen bei MdDonalds‘ nicht für den menschlichen Verzehr gemacht sein soll, da es „hoch toxisch“ ist. Der Rechtsstreit um Jamie Oliver und McDonalds hat das Internet in den letzten Tagen auf Trab gehalten, obwohl er bereits seit einigen Jahren läuft.

Sind die Schlagzeilen um Jamie Oliver gerechtfertigt?

Twitter, Telegram und Facebook haben das Zitat von Jamie Oliver wieder ausgegraben, in welchem es heißt: ‚(McDonald’s is) not fit to be ingested because it is highly toxic‘. Zu Deutsch: (McDonald’s) darf man nicht essen, da es hoch giftig ist. Angeblich soll das Essen bei McDonald’s mit Ammoniumwasserstoff gewaschen worden sein.

  • Einige Faktenchecker haben sich bereits mit der angeblichen Klage von Jamie Oliver gegen McDonald’s geäußert.
  • Es ist von Snopes und Boom klargestellt worden, dass es aber bis heute keinen offiziellen Prozess gegeben habe.
  • McDonald’s bestätigte bereits im Jahr 2013, dass Fleisch hier nicht mehr mit Ammoniumwasserstoff gewaschen werden würde.
  • McDonald’s hat bereits vor zehn Jahren damit aufgehört, Fleisch mit Ammoniak zu waschen.

Gewaschen mit Ammoniakwasserstoff: Was bedeutet das?

Im Jahr 2017 berichtete das Magazin McGill von dem Fleisch, das mit Ammoniumwasserstoff gewaschen wird. Dabei geht es besonders um Fleisch von Kühen, das bei McDonald’s vorrangig in Burger Pattys genutzt wird. Die Fettabfälle des Fleisches werden mit einer besonderen Methode aufbereitet und landen im Burgerfleisch. Somit dient der „pinke Schleim“, wie Jamie Oliver ihn nennt, als Geschmacksverstärker. Die Methode wurde von der Firma Beef Products Inc. erfunden und dabei werden Fettabfälle in einer Zentrifuge so lange geschleudert, bis sie sich auflösen und zu einer pinken Pampe werden. Danach wird das Fett in Chips oder Blöcke gefroren. In den McDonald’s-Filialen landet es dann in den Burgerpatties.

Das Problem bei dieser Methode ist aber nicht, dass das in den Patty eingebrachte Fett etwas ungesund wäre – Das ist ohnehin klar. Leider sind die Fettrückstände nämlich auch sehr anfällig für Bakterien und können schnell kontaminiert werden. So wurde eine Methode zum „Waschen“ des pinken Schleims erfunden – Dazu nutzte man Ammoniak. Wie genau dieser Prozess funktioniert, kannst du hier nachlesen.

Jamie Oliver machte jedoch vermehrt darauf aufmerksam, dass Rückstände von Ammoniumwasserstoff im Fleich hochgiftig sein können. Oliver zufolge dürfe man dieses Fleisch gerade noch Hunden zu fressen geben. Er bezeichnete diese Fleisch als „pink crap“.

Doch Jamie Oliver nahm nicht nur McDonald’s in die Verantwortung. Seiner Meinung nach war es die gesamte Food-Industrie, die das Ammoniakwasser im produzierten Essen duldete.

Burger vegan
Ist der jetzt mit oder ohne Fleisch? Bei vielen veganen Burgern sieht und schmeckt man den Unterschied kaum noch. Foto: /

Experimente mit Ammoniakwasserstoff

Jamie Oliver mag recht haben mit seiner Wut gegen die Lebensmittelindustrie und McDonald’s. Ammoniakwasserstoff in Fettreste einzuführen, damit es nicht so schnell vergammelt, klingt erst einmal ziemlich ekelhaft und falsch.

Um zu demonstrieren, wie schlecht das Essen von McDonald’s ist, machte Jamie ein Experiement in seiner Show (Jahr 2011). Damals steckte er Fettreste, die normalerweise in Burgern landen würden, in eine Waschmaschine und wusch sie mit Ammoniakwasserstoff. Damit gab er den Zuschauenden den Eindruck, dass auch die Lebensmittelindustrie genau so verfahren wurde. Dem ist aber nicht so.

Hat Jamie Oliver hier einfach übertrieben?

Expert:innen der McGill Universität sind sich sicher, dass Jamie Oliver hier ziemlich übertrieb. Dr. Joe Schwarcz, Direktor der McGill Universität, erklärte: Beim Verarbeiten von Fleisch fallen immer Fett- und Fleischabfälle ab. Das ist ganz normal.“ Der Professor erklärte außerdem, dass bei diesem Verfahren nur sehr wenig Ammoniakwasserstoff genutzt werde. Ammoniak ist außerdem ein Stoff, der im Körper regelmäßig auftrete. Der Organismus wisse, wie er damit umzugehen habe, da es nur ein Nebenprodukt von Proteinstoffwechsel ist. Es werde einfach in Urin umgewandelt und ausgepinkelt.

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