Jeden Monat gehen gut 18 Euro von deinem Konto auf das Konto der öffentlich rechtlichen deutschen Medien ein. Im Jahr sind das 216 Euro. Auf ein ganzes Leben (á 60 Jahren) gerechnet sind das ganze 12.960 Euro, die wir alles für den Rundfunkbeitrag ausgeben. Aber das machen wir doch gerne, nicht wahr? Schließlich sind ARD und ZDF Bildungsfernsehen und unser Geld wird bestimmt in die Bildung der deutschen Bürger:innen investiert. Richtig? Falsch. Wir zeigen dir, was wirklich mit deinem Beitrag passiert.

Seit dem Monat Augst gilt nun ein Preisanstieg von 17,50 Euro auf 18,36 Euro im Monat. Und den muss seit 2013 jeder Haushalt zahlen, unabhängig davon, ob er überhaupt ein TV-Gerät, Radio oder Internet hat. Allein 2015 zog der ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice von 44,661 Millionen Konten über 8,1 Milliarden Euro ein. Doch was passiert eigentlich mit dem ganzen Geld?

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden: Der Rundfunkbeitrag steigt pro Haushalt um 86 Cent im Monat. Credit: Imago/U. J. Alexande

Nicht nur Spielfilme oder Nachrichtensendungen bezahlt

Die äußerst spannenden Antworten auf diese Frage hat die Nachrichtenseite t-online im 416-seitigen KEF-Bericht gefunden. Dabei dürften die hohen Summen den einen oder anderen mehr als überraschen.

So konnte in Erfahrung gebracht werden, dass allein ein Tatort unglaubliche 1,5 Millionen Euro verschlingt. In Summe werden von der ARD für Spielfilme pro Jahr rund 300 Millionen Euro an Rundfunkgebühren ausgegeben. Für Serien liegt der Betrag nicht mal halb so hoch. Vergleichsweise geringe 127,4 Millionen Euro schlagen da zu Buche.

Für Sport und für Quiz-Shows werden laut t-online jeweils 85,3 und 36,4 Millionen Euro hingeblättert. Große Überraschung: Obwohl die Tagesschau zumindest mit ihrer 20 Uhr-Ausgabe die mit Abstand meistgesehene Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen ist, kostet sie die Gebührenzahler:innen gerade mal 9,9 Millionen Euro. Geradezu erschwinglich: Magazine und Reportagen kosten nur 4,6 Millionen Euro.

Auch beim ZDF liegen die Prioritäten ähnlich. Der Mainzer Sender gibt ebenfalls besonders viel Geld fürs Entertainment aus. Rund 154 Millionen Euro werden für die rund 100 Krimis, Komödien und Romanzen hingeblättert.

Tagesschau Bildschirm
Geradezu ein Schnäppchen: Die Tagesschau kostet 9,9 Millionen Euro im Jahr. Credit: Postmodern Studio / shutterstock

Wird der Bildungsauftrag wirklich noch erfüllt?

Eigentlich soll der öffentlich-Rechtliche Rundfunk die Bevölkerung so umfassend und vielfältig wie möglich informieren, damit sie sich ihr eigenes Bild machen kann. Um unabhängig berichten zu können, gibt es den Rundfunkbeitrag. Doch Angesichts dieser Fokussierung auf das Unterhaltungssegment dürften sich viele Zahlenden des Rundfunkbeitrags fragen, ob der Bildungsauftrag hier noch im Vordergrund steht.

Ähnlich sah das bereits 2017 FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube und schrieb, dass das „Gros des zwangsfinanziert Ausgestrahlten [… ] nichts mit der Demokratie, einem Bildungsauftrag oder auch nur dem Anregen von Gedanken zu tun“ habe. Die Behauptung, man brauche „das viele Geld und immer mehr davon, um die Grundversorgung der Demokratie zu gewährleisten“, sei seiner Meinung nach unverschämt.

Unverschämt ist auch das Wort, das vielen bei den Gehältern des Führungspersonals einfallen dürfte. So erklärte ARD-Programmdirektorin Christine Strobl kürzlich, ein Grundgehalt mit 285.000 Euro zu beziehen. ZDF-Intendant Thomas Bellut lag 2019 mit etwa 368.000 Euro sogar noch deutlich darüber. Absoluter Spitzenreiter ist der WDR-Intendant und ARD-Vorsitzende Tom Buhrow, der im letzten Jahr unglaubliche 404.000 Euro verdiente.

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